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Bützower Zeitung

11. Dezember 2017 | 16:24 Uhr

Schwaan : „Kunst hat ihre eigenen Gesetze“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Lisa Jürß führt in der Kunstmühle durch die aktuelle Ausstellung „20 Jahre Malweiber von Schwaan“

von
erstellt am 20.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Wald und Wiesen, Rapsfelder und Stillleben – die Ausstellung „20 Jahre Malweiber von Schwaan“, die derzeit in der Kunstmühle zu sehen ist, ist besonders abwechslungsreich. Hintergrundinformationen zu den Techniken und Vorlieben sowie allgemeinen Ansätzen der Kunstwissenschaft lieferte gestern Lisa Jürß, eines der sogenannten Malweiber, in einer Sonderführung.

Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass sich die Malweiber – neben Jürß gehören noch Dr. Luise Hartmann und Lydia Kalt zu dem Trio – bereits seit 20 Jahren regelmäßig treffen, um gemeinsam zu malen. Den Begriff ,Malweiber‘ würden sie ironisch benutzen, so Lisa Jürß. Früher seien malende Frauen auf diese Weise negativ bezeichnet worden. „Wir fühlen uns dadurch aber nicht belastet.“

Lisa Jürß hat jahrelang am Staatlichen Museum Schwerin gearbeitet, leitete dort unter anderem die Gemäldegalerie. „Das war eine umfangreiche und interessante Aufgabe. Aber selbst zu malen stand während dieser Zeit für mich im Hintergrund“, erzählt die gebürtige Schwaanerin. Anfang der 90er-Jahre sei sie auf ihre beiden Studienkolleginnen zugegangen und habe sie „aufgestachelt, zusammen zu malen“. Gesagt, getan. 1996 haben die Frauen ihr erstes Treffen abgehalten.

In der Ausstellung hat jede der drei Frauen einen eigenen Bereich bekommen, in dem ausgewählte Bilder gezeigt werden. Nur an einer Stelle hängen drei Bilder der Frauen zusammen, um sie und ihren Stil vorzustellen. Auffällig: Vor allem Landschaften scheinen es ihnen angetan zu haben. „Das Malen vor der Natur schult das Auge ungemein“, so Lisa Jürß. „Die gesamte Vielfalt dessen, was man sieht, kann man nicht in einem Bild festhalten. Man kann nicht mit der Natur wetteifern. Die Natur hat ihre Gesetze und die Kunst hat ihre Gesetze.“ So entstehe auf den Bildern eine neue Wirklichkeit.

Sie selbst präsentiert auch einige Landschaftsbilder, die nicht direkt vor der Kulisse entstanden sind. „Bei der Eröffnung der Ausstellung wurden sie als meine Herzenslandschaften bezeichnet. Das finde ich sehr passend“, sagt Lisa Jürß.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. November für Besucher geöffnet.

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