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Bützower Zeitung

24. September 2017 | 03:22 Uhr

Bützow : Kreis rückt keinen Millimeter ab

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ausbau der Kreisstraße 6: Stadtvertreter verärgert über sture Haltung der Verwaltung / Bürgermeister wünscht sich mehr Transparenz

von
erstellt am 16.Sep.2017 | 06:00 Uhr

Der Kreis rückt von seinen Bauplänen in der Pustohler Chaussee keinen Millimeter ab. Er verweigert sich Forderungen von Bützower Stadtvertretern auf Veränderungen an den Planungen für den 2. Bauabschnitt, begründet das mit „umweltrechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten“, wie Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) informiert. Das sorgte einmal mehr bei den Stadtvertretern für Verärgerung. Bürgermeister Christian Grüschow wünschte sich ebenfalls von der Kreisverwaltung mehr Transparenz.

Gegenwärtig laufen die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Kreisstraße 6 im ersten Bauabschnitt zwischen der Gartenstraße und dem Ziegelhofweg. Doch bereits vor Monaten wurden die Vorplanungen für den zweiten Bauabschnitt zwischen dem Ziegelhofweg in Richtung Pustohl vorgelegt (SVZ berichtete). Im Bauausschuss und später in der Stadtvertretung gab es von Stadtvertretern massive Einwände. Stadtvertreter Wolfgang Wehrmann (EB) forderte zum Beispiel einen straßenbegleitenden Radweg. Das sei nicht möglich, da Arbeiten im Kronenbereich der Allee nicht gestattet werden. Außerdem wäre der Erwerb von Grundstücken notwendig. Das sei unwirtschaftlich, zumal Radfahrer über das Wohngebiet Ziegelhofweg Anschluss an den Radweg in Richtung Rühn hätten.

Moniert wurde von den Stadtvertretern zudem der geplante „Hocheinbau auf die vorhandene Straßendecke“. Dieser Aufbau soll zwischen 12 und 20 Zentimeter betragen. Begründet werde diese Variante ebenfalls mit dem Alleenschutz. Tiefbauarbeiten zum Abtragen der alten Straßendecke führen zu Beschädigungen im Wurzelbereich. Also müssten diese Arbeiten per Hand durchgeführt werden, was wiederum höhere Kosten verursachen würde. Jedoch gibt es eine zweite Begründung. Würde die alte Straße aufgenommen werden, würde dadurch Sonderabfall entstehen, der mit hohen Kosten entsorgt werden müsste.

Das alles wollten die Stadtvertreter so nicht hinnehmen. Eine Mehrheit forderte auf der Juli-Sitzung, dass der Planungsentwurf noch einmal geprüft werde und einen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Doch diese Forderungen wurden jetzt vom Kreis zur Seite gelegt. Die gegenwärtige Fahrbahnbreite von 5,50 Meter können wegen der Allee nicht vergrößert werden. Für einen Radfahrstreifen seien jedoch mindestens 1,60 Meter und ein Sicherheitsstreifen von 0,25 Metern erforderlich. Damit könne der fließende Verkehr auf der Kreisstraße nicht mehr gewährleistet werden, stellt der Kreis fest.

Diese ganze Haltung der Kreisverwaltung ärgert Stadtvertreter Wolfgang Wehrmann. „Ich fühle mich in meiner Arbeit als Stadtvertreter vor den Kopf gestoßen“, erklärt Wehrmann. Das sei völlig unbefriedigend. „Wir werden nur noch zum Schein beteiligt.“ Rückendeckung gibt es auch von Eckhard Meiners (CDU). „Warum kann der Landkreis einfach nein sagen? Das ist nicht in Ordnung“, sagt er.

Bürgermeister Grüschow hatte mit dem ablehnenden Bescheid aus dem Kreishaus gerechnet. Dennoch ärgert auch ihn die Haltung der Kreisverwaltung. Bereits vor den Sitzungen des Bauausschusses und der Stadtvertretung im Sommer hätten die Stadt und der Kreis zusammengesessen. „Auch da ging es zum Beispiel um einen straßenbegleitenden Radweg“, sagt Grüschow. Schon damals sei das vom Kreis als unrealistisch bezeichnet worden. Er hätte sich dennoch gewünscht, dass solche Vorschläge nicht einfach abgeschmettert, sondern auch solche Varianten in Erwägung gezogen worden wären und dafür zum Beispiel auch ein Kostenvergleich aufgestellt worden wäre. „Da wünsche ich mir von der Kreisverwaltung einfach mehr Transparenz.“

 

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