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Bützower Zeitung

17. November 2017 | 22:36 Uhr

Bützow : Kompromiss im Wallgraben-Streit

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Hauptausschuss schlägt Reduzierung der Kosten für das Einleiten von Regenwasser vor / Stadtvertreter entscheiden im November

von
erstellt am 27.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Wer ist für die Verschlammung des Wallgrabens in Bützow und den Eintrag von kontaminierten Stoffen verantwortlich? Eine eindeutige Antwort gibt es noch immer nicht. Aber einen Beschluss der Stadtvertretung aus dem Jahr 2015. Die Bewohner der Wallstraßen sollen einen Euro je versiegelte Fläche zahlen, wenn sie Regenwasser in den Graben einleiten. Das sorgt seit Monaten für kontroverse Diskussionen. Zuletzt auf einer Einwohnerversammlung.

Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) sucht jetzt nach einem „Friedensangebot“. Der Betrag für das Einleiten von Regenwasser in den Wallgraben soll verringert werden – auf 67 Cent. Das ist genau der Betrag, den die Anlieger auch zahlen, wenn sie das Regenwasser in die zentrale Regenwasserkanalisation einleiten. Zugleich soll in den nächsten zwei, drei Jahren genauer hingeschaut werden, wer für den Eintrag von Schadstoffen verantwortlich ist. Soweit das möglich ist. Die anderen Mitglieder des Hauptausschusses folgten diesem Vorstoß. Die Stadtvertreter sollen auf der Novembersitzung darüber entscheiden.

Hintergrund: Rund 120 000 Euro haben die Entschlammung des Wallgrabens und die Entsorgung der Schadstoffe vor zwei Jahren gekostet. Mit ihrem Beschluss im vergangenen Jahr wollen die Stadtvertreter erreichen, dass die Zahl der Einleitstellen in den Wallgraben klein gehalten wird. Die Anwohner sollen auf diese Weise dazu bewegt werden, Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zu verrieseln oder in die zentrale Regenentwässerung einzuleiten. Auf der anderen Seite ist auch bekannt, dass derzeit noch Abwasser aus den Mischkanälen unter anderem aus dem Ellernbruch und der Pfaffenstraße in den Wallgraben gelangen. Doch bis Mitte nächsten Jahres soll sich das ändern, so Christian Grüschow. In diesen Straßen werden neue zentrale Abwasserleitungen getrennt nach Regen- und Schmutzwasser verlegt. Dann werde sich zeigen, ob sich das auf den Zustand des Wallgrabens auswirkt, so der Bürgermeister. „Ich persönlich würde den Beschluss der Stadtvertretung solange aussetzen, bis die Baumaßnahmen umgesetzt sind“, sagte der Verwaltungschef im Hauptausschuss. Dafür fand er jedoch keine Zustimmung. „Dann bleiben wir möglicherweise wieder auf den hohen Kosten sitzen“, so Frank Schröder (CDU). „Ein Nachweis ist schwierig“, sagte Joachim Fiedler (SPD). Zuvor hatte Ralf-Peter Katzer (UBB) erklärt, dass bei extremen Regenfällen Mischwasser auch aus der zentralen Abwasserentsorgung in den Wallgraben gelangt. „Das ist der Extrem- nicht der Normalfall“, sagte Manfred Urban (Linke). Am Ende stand der Vorschlag, den Betrag zum Einleiten von Regenwasser auf 67 Cent zu reduzieren. Die Stadtvertreter müssen darüber nun entscheiden.

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