zur Navigation springen

Bützow : Kleingärten: Reiche Obsternte steht bevor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Äpfel und Birnen hängen reichlich an den Bäumen in der Anlage „Waldblick“ / Fast 26 Prozent Leerstand bereiten Sorge

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 20:00 Uhr

Beim Blick auf die Obstbäume stellt sich in der Stimme von Karl-Heinz Wegner Zufriedenheit ein. Vor allem Äpfel und Birnen gibt es, so weit das Auge reicht. „Die Bäume hängen voll, es sieht nach einer vielversprechenden Ernte aus“, sagt der 70-Jährige. Seit Mitte der 1970er-Jahre hat sich der Bützower in der Gartenanlage „Waldblick“ im Vierburgweg seine eigene grüne Idylle geschaffen. Bei einem Leerstand von 26 Prozent ist es allerdings der fehlende Nachwuchs, der dem bisherigen Vorsitzenden der Anlage Sorgen bereitet.

Dabei haben gerade die 55 Gärten am Vierburgweg eine ganz besondere Geschichte. „Vom Schrottplatz zum Erholungsort würde bei uns sehr gut passen“, sagt Karl-Heinz Wegner. Während die Bützower um 1970 im Sumpfloch illegal ihren Müll entsorgten, entstanden auf der Fläche etwa zwei Jahre später die ersten Parzellen. „Das Gelände der früheren Molkerei wurde zu Bauland, da wollten die Gartenbesitzer nun eine neue Anlage erschließen“, erinnert sich der 70-Jährige zurück. Seit den 1980er-Jahren bis zur Wende und seit 2011 bis zur Neuwahl im Sommer stand er der Anlage vor, gab das Amt nun aber an seinen Nachfolger Christian Zarse ab.

Ein Grund, im eigenen Garten kürzer zu treten, ist dies für den gebürtigen Brandenburger aber keineswegs. „Den ganzen Tag in der Wohnung zu sitzen, das wäre einfach nichts für mich“, sagt Wegner. Stattdessen zieht es ihn und Ehefrau Gundela nahezu täglich in den Vierburgweg – vor allem zum Entspannen, wie er selbst sagt. Nicht zuletzt ist es aber auch das selbst angebaute Obst und Gemüse, das den Bützower antreibt. „Seien wir mal ehrlich, aus dem Garten schmeckt es einfach um einiges besser als aus dem Supermarkt“, sagt Karl-Heinz Wegner. Besonders gut in diesem Jahr: die Gurkenernte. „Wir haben bestimmt 70 Gläser Freilandgurken eingeweckt und noch einmal drei größe Töpfe mit Salzgurken angesetzt“, sagt er. So viel, dass seine Ehefrau ihm für das kommende Jahr schon ein Gurken-Pflanzverbot verhängte. Während auch die Tomaten bereits durch sind, warten jetzt noch Sellerie, Kartoffeln sowie schwarzer Rettich auf ihre Ernte. Gerade letzterer ist ein echter Geheimtipp von Karl-Heinz Wegner. „Gerieben mit etwas Öl, Salz und Pfeffer schmeckt er auf Brot sehr lecker“, sagt der 70-Jährige.

Schmackhaft möchte der 70-Jährige die Kleingartenzunft auch jüngeren Bützowern wieder machen. „Von 17  000 Quadratmetern stehen bei uns momentan 4800 leer“, bringt Karl-Heinz Wegner das Problem auf den Punkt. Viele der langjährigen Laubenpächter haben die 80, einige sogar die 90 Jahre überschritten und geben ihre Gärten nach und nach ab. „Neue, zuverlässige Pächter sind bei uns daher jederzeit herzlich willkommen. Vielen Älteren ist es häufig einfach nur wichtig, dass ihr Garten nicht verkommt und jemand ihre Arbeit weiter führt“, sagt Wegner. Neben einer grüne Idylle inmitten Bützows hat die Anlage sogar mehrere tierische Maskottchen zu bieten. Schober, Felix und Evi haben die Vereinsmitglieder drei sieben Jahre alte Katzen getauft, die ihnen als Jungtiere zugelaufen sind. „Sie sind alle tierärztlich untersucht sowie kastriert beziehungsweise sterilisiert. Nun füttern und kümmern sich alle gemeinsam um sie“, sagt Karl-Heinz Wegner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen