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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 13:47 Uhr

Baumgarten : Kleine Kirche mit großem Charme

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Veranstaltung „Eickelberger Kunstkirchen“ erfreut sich in der Region großer Beliebtheit / Erlöse fließen in Sanierung des Gebäudes

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2015 | 08:00 Uhr

So manch einer sagt: die kleine Eickelberger Kirche steht am Ende der Welt, aber das ist Ansichtssache. Es kommt darauf an, von welcher Seite der Besucher sich ihr nähert. Von Bützow kommend steht der gotische Ziegelbau wirklich als fast letztes Gebäude von hohen Bäumen verdeckt unmittelbar im letzten Zipfel des Landkreises Rostock. Kommt man jedoch aus dem angrenzenden Landkreis Ludwigslust-Parchim den Wirtschaftsweg heruntergefahren, so gelangt man genau darauf zu, auf den einschiffigen, turmlosen und der Backsteingotik zuzuordnenden Sakralbau, der von der Süd-Ost-Seite besonders gut zu sehen ist.

Die Eickelberger Kirche gehört zur Kirchgemeinde Baumgarten, für die Pastorin Helga Müller zuständig ist. Wenn sie von dem Gotteshaus spricht, leuchten ihre Augen: „Diese große Gutskirche hat einen ganz besonderen Charme“, schwärmt sie. „Weil sie leer ist, kommt ihre Architektur erst so richtig zur Geltung und die strahlt eine ganz besondere, eigene Atmosphäre aus. Zudem steht diese Kirche eigentlich mitten in der Natur – wunderbar verträumt.“ Die Pastorin stellt auch immer wieder fest, dass sie gut besucht wird. Unter anderem kommen regelmäßig einmal im Jahr Hamburger Landfrauen, die in Baumgarten übernachten und dann die Eickelberger Kirche besuchen. „Wir liegen auf dem Jakobsweg, das heißt eine feste Route dieses Weges führt durch Baumgarten, wo immer mal wieder Pilger übernachten und dann über Eickelberg nach Tempzin wandern“, ergänzt sie.

Aber weil sie leer ist und nicht beheizbar, finden hier keine regelmäßigen Gottesdienste statt. Dafür ist sie besonders für Konzerte und Ausstellungen geeignet. Das hat die Eickelbergerin Karen von Blomberg erkannt und sich mit Gleichgesinnten der kulturellen Nutzung dieser Kirche angenommen. Insgesamt fanden bereits drei „Eickelberger Kunstkirchen“ statt. Die nächste ist für den Sommer 2016 geplant. Karen von Blomberg und der Künstler Nils Rackwitz luden dazu jeden Sommer regionale Künstler ein. Allein in der dritten Eickelberger Kunstkirche waren Arbeiten von Fritz Brockmann aus Eickhof, Nils Rackwitz aus Eickelberg, Takwe Kaenders aus Rothen, André van Uehm aus Woserin, Barbara Wetzel aus Katelbogen und Hannes Schützler aus Qualitz zu sehen. Umrahmt wurde die Kunstausstellung mit Vorträgen, Lesungen, Konzerten, die ganz besonders viele Menschen in die Kirche lockten.

Auch Propst Wulf Schünemann aus Rostock besuchte im vergangenen Jahr die Kunstkirche. „Er zeigte sich so begeistert über das Zusammenspiel von Raum, Kunst und Begegnung“, erinnerte sich Karen von Blomberg, „dass er seine Unterstützung anbot, damit diese Kunstkirche in Eickelberg so weitergehen kann, in dieser besonderen Form einer Begegnungsstätte.“

Helga Müller wünscht sich hier des Weiteren eine zweite Theatervorstellung des Miniaturtheaters Kirchen-Spiel. „Wir hatten bereits das „Marienstück“ unter Leitung von Kristina Handke im Jahre 2013 in Eickelberg aufgeführt. Jetzt könnte ich mir für das nächste Jahr ein neues Theaterstück in der Eickelberger Kirche vorstellen.“

Die Erlöse der Veranstaltungen werden in die Sanierung der Kirche gesteckt. Im vergangenen Jahr konnten zum Beispiel mit den Geldern der „Kunstkirche“ der Fußboden des Altarraumes gepflastert und die Türschwelle im Eingangsbereich gemauert werden. „Die Fenster und das Mauerwerk gehören aber immer noch zu den grundsätzlichen Sanierungsvorhaben, für die allerdings das Geld der Veranstaltungen bei weitem nicht ausreicht“, so Pastorin Müller.

Nichtdestotrotz finden regelmäßig weitere Veranstaltungen statt. Gleich am 18. Oktober wird eingeladen zu „Jazz-Classics und eigene Kompositionen“ mit Borries Schlüter (Klavier) und Ellen Czaya (Querflöte). „Für die wärmeren Jahreszeiten in 2016“, so ist von Karen von Blomberg weiter zu erfahren, „sind zu Himmelfahrt beispielsweise wieder die Picknick-Kirche mit Gottesdienst geplant, weitere sommerliche Konzerte, natürlich im Juli die 4. Eickelberger Kunstkirche sowie auch mal unregelmäßige, spontane Kinoabende.“

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