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Amt Bützow : Kleine Blutspendeaktionen fallen weg

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Der DRK-Blutspendedienst MV dünnt landesweit sein Spendennetz aus. Weil es sich nicht rechnet, fallen auch in drei Orten im Amt Bützow künftig die Blutspendeaktionen weg. Auch die Gemeinde Tarnow ist betroffen.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 06:54 Uhr

Bützow/Tarnow | Der DRK-Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommern dünnt landesweit sein Spendennetz aus. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie vom kaufmännischen Geschäftsführer des Blutspendedienstes MV aus Neubrandenburg, Olaf Müller-Stegemann, zu erfahren war.

Auch die Gemeinde Tarnow ist von der Entscheidung betroffen. "Ich war zutiefst enttäuscht, als ich vom Blutspendedienst die Mitteilung bekam, dass es in unserer Gemeinde keine Blut- spendeaktionen mehr geben soll, da sich dies nicht rechnet, sagt Ines Engel.

Mit großem Engagement hatten sie und weitere Tarnower vor zwei Jahren zum Frühlingsfest die Blutspendeaktionen ins Leben gerufen, die seitdem vierteljährlich im Tarnower Gemeindezentrum stattfanden. Die Ehrenamtler hatten in der Bevölkerung um die Teilnahme an den Spendenaktionen geworben und alles für deren reibungslose Durchführung vorbereitet. Bis hin zum Imbiss, der nach der Blutabnahme den Spendern angeboten wird, lief alles wie am Schnürchen, wenn das Team des Blutspendedienstes nach Tarnow kam.

"Einige Bürger kommen inzwischen regelmäßig zu uns zur Blutspende, weil diese sozusagen um die Ecke stattfand", sagt Ines Engel. Sie hat ihr ganzes Herz an diese Sache gehängt, wisse sie doch, sagt sie, wie sehr Blut im Ernstfalle gebraucht wird. "Außerdem wird ja immer gesagt, dass es zu wenig Blutkonserven gibt", meint sie. Für sie war es deshalb ein harter Schlag, als sie vom DRK die Mitteilung erhielt, dass es künftig in Tarnow keine Blutspendeaktionen mehr geben sollte. "Wir haben bei jeder Aktion immer so an die 25 Blutspenden gehabt", sagt Ines Engel. Es sei für sie unverständlich, dass man darauf einfach verzichten wolle.

Diesem Argument, mit dem SVZ den neuen Geschäftsführer des Blutspendedienstes konfrontierte, konnte sich auch Olaf Müller-Stegemann nicht verschließen. Er entschied deshalb kurzfristig, dass es in Tarnow in diesem Jahr zwar nicht vier, wie bisher, dafür aber wenigstens zwei Blutspendetermine geben soll. Für Ines Engel ein Kompromiss, mit dem sie leben kann.

Nicht mehr geben aber wird es nach Informationen vom DRK-Blutspendedienst von nun an die Blutspendeaktionen in der Regionalen Schule Bernitt, in der Gemeindeverwaltung Jürgenshagen sowie in der JVA Bützow. Erhalten bleiben die Ab nahmestellen beim DRK Am Ausfall in Bützow und in der Regionalen Schule Warnow.

In Güstrow entfallen die Blutspendeaktionen im Straßenbauamt. Alle anderen neun Blutentnahmestellen in der Kreisstadt bleiben.

Im Raum Güstrow-Land werden die Blutspendeaktionen in Diekhof, Lalendorf und Laage, Kritzkow, Lüssow, Gülzow und Langhagen erhalten.

"Wir bieten 2013 einige Termine nicht mehr an, weil der Aufwand zu groß wurde", begründet Olaf Müller-Stegemann die Entscheidung zum Wegfall von Standorten. Immerhin müsse man zu jedem Termin mit dem gesamten Equipment fahren, zu dem insgesamt fünf Mitarbeiter gehören, sagt er. Die Grenze der Wirtschaftlichkeit liege "bei unter 30 Spenden pro Termin", so Müller-Stegemann. An allen Standorten, von denen man sich verabschiedet hat, habe die Anzahl der Spenden zum Teil deutlich darunter gelegen, sagt der Geschäftsführer.

"Wir müssen unsere Termine wirtschaftlich gestalten", denn "gerade der Druck im Gesundheitswesen ist enorm groß", so Müller-Stegemann. Dennoch werde der DRK-Blutspendedienst auch weiterhin in MV "flächendeckend Blutspendetermine anbieten".

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