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Kleiderkammer : Kleiderspenden sind „katastrophal“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mitarbeiter der DRK-Kleiderkammer Bützow müssen wegen schlechter Qualität immer mehr aussortieren

von
erstellt am 14.Apr.2016 | 06:30 Uhr

Kaputte Schuhe, Jacken mit aufgeplatzten Nähten und sogar eine zerrissene Unterhose – viele Spenden, die in der DRK-Kleiderkammer in Bützow abgegeben werden, sind in besonders schlechtem Zustand. „Es ist teilweise katastrophal“, sagt Sieglind Ahlgrimm, die die Kleiderkammer ehrenamtlich betreut.

Jeden Dienstag sortieren sie und ihre zwei Mitarbeiterinnen alle eingegangenen Spenden. „Ein Fahrer bringt uns dann von den umliegenden Dörfern die Sachen aus den Containern“, sagt Ahlgrimm. Alles, was zu kaputt ist, um in den Regalen der Kleiderkammer angeboten zu werden, sortieren die Frauen aus. Zahlreiche blaue Säcke voller stark beschädigter Kleidung, Schuhe und Accessoires sind schon zusammen gekommen. „Die Sachen werden wieder abgeholt und gehen dann nach Boizenburg ins Wäschelager. Dort werden sie weiter verarbeitet“, sagt Ahlgrimm.

Dass die Kleiderspenden in so desolatem Zustand sind, sei jedoch nicht immer so gewesen. „Nach dem Tornado und auch als immer mehr Flüchtlinge nach Bützow kamen, haben die Leute sehr gute Sachen bei uns abgegeben“, sagt Ahlgrimm. Das habe jetzt aber nachgelassen – obwohl die Nachfrage stets ungebrochen ist.

Für die Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer ist die laxe Herangehensweise an die Kleiderspenden unverständlich. „Wir hatten schon Sachen, die komplett nach Kuhstall rochen und sogar mit Exkrementen vollgeschmiert waren. Das geht einfach nicht. Denn wir waschen die Kleidung hier nicht, sie wechselt theoretisch eins zu eins den Besitzer“, sagt Sieglind Ahlgrimm. Auch Reparaturen können die zwei Ehrenamtlichen und ihre Kollegin, die über einen Ein-Euro-Job bei der Kleiderkammer arbeitet, nicht gewährleisten. „Hier kommen ständig Hosen und Jacken mit kaputten Reißverschlüssen an. Von den sozial Benachteiligten, die zu uns kommen, hat doch niemand das Geld, das reparieren zu lassen“, so Ahlgrimm.

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