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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 17:21 Uhr

Bützow : Kleiderkammer bald ohne Kleider?

vom

Sieglind Ahlgrimm ist besorgt. Seit Wochen werden keine oder nur noch wenige Sachen in den Container der Bützower Kleiderkammer des DRK geworfen. Nur einmal in der Woche kann sie fest mit einer "Lieferung" rechnen.

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 05:39 Uhr

Bützow | Sieglind Ahlgrimm ist besorgt. Seit Wochen werden keine oder nur noch wenige Sachen in den Container der Bützower Kleiderkammer des Deutschen Rotens Kreuzes geworfen. "Der Container ist täglich leer", sagt Ahlgrimm, die seit drei Jahren die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bützow, Am Ausfall 53, betreut. Derzeit leitet sie als Sozialhelferin auf Grundlage eines Ein-Euro-Jobbes die DRK-Kleiderkammer.

Schon seit längerer Zeit müsse sie bei Anfragen von Mitbürgern einräumen, dass sie das eine oder andere Kleidungsstück nicht da habe, erzählt sie. Besonders schade sei das dienstags und donnerstags, denn da kommen meist 20 Kunden und mehr zur Kleiderkammer. Nur einmal in der Woche kann sie fest mit einer "Lieferung" rechnen. Das seien die Sachen, die aus den Containern, die in den Dörfern stehen, stammen, sagt sie.

Damit bei ihr in Zukunft wieder häufiger Kleidungsstücke im Container "landen", macht sie darauf aufmerksam, dass nur die Sachen, die auch in den beigefarbenen großen Behälter mit den roten DRK-Kreuzen geworfen werden, bei ihr ankommen. "Ich habe beispielsweise auch schon einen Container im Gummiweg stehen sehen, doch die Sachen, die dort hinein getan werden, kommen nicht bei mir an", macht Sieglind Ahlgrimm deutlich. Auch Container von anderen Firmen oder Einrichtungen im Stadtgebiet werden nicht vom DRK geleert. Die darin enthaltenen Sachen gelangen also auch nicht zur DRK-Kleiderkammer.

Um sicher zu gehen, dass die Sachen auch wirklich bei ihr ankommen, bittet sie die Leute, die Sachen gleich zur DRK-Kleiderspende auf dem Gelände des DRK in Bützow, Am Ausfall 53, zu bringen. Allerdings sei nicht jede Sachspende zu gebrauchen, fügt sie hinzu. So habe sie in der Vergangenheit schon häufiger dreckige oder kaputte Klamotten aussortiert. "Manchmal sind Löcher in die Jeans geschnitten, obwohl die Hose noch richtig gut ist", sagt Sieglind Ahlgrimm. Ein anderes Mal war eine neue Gardine dabei, bei der in der Mitte ebenfalls ein Stofffetzen herausgetrennt war. Auch derzeit stehen im Lager einige Tüten, die Sieglind Ahlgrimm erst gar nicht auspacken möchte. "Dieses T-Shirt ist noch feucht und das Badehandtuch ist in der Mitte eingerissen", sagt sie und steht vor einer geöffneten Tüte. In einem anderem Beutel wurde in einen Jeans-Rock eine tomaten-paprika-ähnliche Frucht eingequetscht. Der Fahrer von der Güstrow-Tour hatte sogar schon mal einen Fleischsack unter all den Kleidertüten. "Wer macht denn so etwas?", fragt Sieglind Ahlgrimm etwas fassungslos.

Doch generell seien die Kleiderspenden - sofern denn in diesen Tagen Beutel im Container sind - in vernünftiger Qualität. Darüber freut sich Sieglind Ahlgrimm und ist dankbar, dass auf diesem Wege bedürftigen Menschen geholfen wird.

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