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Bützow/Jürgenshagen/Tarnow : Kitas im Amt suchen Verstärkung

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In einigen Einrichtungen fehlen Fachkräfte / Die meisten Betreuungsplätze sind belegt

von
erstellt am 15.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Tyler, Maxim, Matilda und die anderen Kinder spielen ausgelassen im Freien. Insgesamt 120 Mädchen und Jungen werden in der Bützower DRK-Kindertagesstätte „Piporello“ betreut. Die Plätze sind gut ausgelastet und es gibt viele Anmeldungen für das nächste Jahr, sagt Kita-Leiterin Elke Bornier. Dort wie auch in anderen Einrichtungen im Amt Bützow-Land wird es schwieriger, für die Betreuung der jüngsten Einwohner geeignetes Fachpersonal zu finden.

In der Kita Baumgarten, die seit knapp fünf Jahren wieder von der Gemeinde betrieben wird, stehen 30 Plätze zur Verfügung. „Im Sommer gehen sechs Kinder, sodass wir alle neuen Anmeldungen berücksichtigen können“, sagt Kita-Leiterin Heike Facklam. Das habe so bisher immer gut funktioniert.

In der Kita „Rund um die Welt“ in Jürgenshagen, Träger ist hier der Diakonieverein, hat das nicht immer geklappt. „Wir sind eine kleine Einrichtung und konnten der Nachfrage nicht immer gerecht werden“, sagt Leiterin Juliane Gohrbandt. Auch für das kommende Jahr gibt es schon wieder eine Warteliste. Und das sechsköpfige Erzieherteam könnte Verstärkung gebrauchen. Doch das Fachpersonal ist rar gesät.

Diese Erfahrung hat auch Dörte Hehl in Steinhagen gemacht. In der dortigen Kita „Regenbogen“ werden 54 Mädchen und Jungen betreut. Auch sie würden sich über eine weitere Mitarbeiterin freuen. „Doch es gibt kein Fachpersonal“, sagt die Kita-Leiterin.

Das Gleiche gilt für die Kita „Gänseblümchen“ in Tarnow. 48 Betreuungsplätze stehen dort bereit. Nicht alle sind belegt. Dennoch benötigt die Einrichtung eine weitere Erzieherin. „Wir haben auch schon mal beim Kreis nachgefragt, Ungelernte einzustellen und sie über eine berufsbegleitende Maßnahme heranzuführen“, so Petra Wunder. Da sei dann die Empfehlung gekommen, über die Kapazität nachzudenken, diese vielleicht zu verringern.

In einer berufsbegleitenden Weiterbildung sieht auch Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka einen Weg, den Fachkräftemangel zu begegnen. „Doch da gibt es Diskrepanzen“, sagt Czarschka. Für 80 Kinder ist die Kita in Bernitt ausgelegt. Derzeit wird dort gerade über einen Neubau diskutiert (SVZ berichtete).

In der DRK-Kita „Piporello“ sind derzeit 14 Erzieherinnen im Einsatz. „Zwei befinden sich zudem in der Elternzeit“, sagt Elke Bornier. Auch wenn es eine relativ große Einrichtung sei, sei es auch für sie schwierig, kurzfristig geeignetes Fachpersonal zu finden.

Manches habe auch mit der Ausbildung selbst zu tun. Denn in dieser Zeit bekommen die angehenden Erzieherinnen kein Geld. Mehr noch, sie sind auf die Eltern angewiesen oder müssen Bafög beantragen. „Es wäre schön, wenn es auch hier eine duale Ausbildung geben würde“, sagt Bornier.

Der Beruf der Erzieherin brauche eine bessere Lobby, sagt auch Gabriele Belosa von der Bützower Kita der Lebenshilfe. Denn er sei ein sehr anspruchsvoller. „Es heißt, in den ersten sechs Lebensjahren entscheidet sich der weitere Werdegang eines Menschen“, sagt die Kita-Leiterin. Deshalb sei auch der Anspruch an die Mitarbeiter sehr hoch. Gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden, da hätten sie aber bisher keine Probleme. „Wir haben im Gegensatz zu anderen Einrichten aber auch immer Praktikanten“, sagt Belosa. Sie wisse von Einrichtungen in anderen Städten, dass dort darauf verzichtet wird, weil das zu viel Arbeit sei.

„Wir haben Auszubildende, die bei uns auch ihr Abschlusspraktikum machen. Das soll eigentlich auch immer in der Einrichtung erfolgen, in der sich der zukünftige Arbeitsplatz befindet“, sagt Gabriele Belosa. „So wissen wir, wer da kommt, und die neue Mitarbeiterin weiß, wie wir ticken“, so die Kita-Leiterin. Insgesamt 267 Mädchen und Jungen werden in der integrativen Kindertagesstätte betreut. „Neben Erziehern haben wir auch Heilerzieher“, sagt Gabriele Belosa.

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