Bauprojekt : Kirchensanierung nach tierischen Bedürfnissen

Lagebesprechung: Architekt Thomas Wagner (v. l.) geht mit Tibor Rodaz und Martin Uhle von der Firma Bauunion Wismar sowie Karl-Peter Marquardt von der Kirchengemeinde die Details der Arbeiten durch.
Lagebesprechung: Architekt Thomas Wagner (v. l.) geht mit Tibor Rodaz und Martin Uhle von der Firma Bauunion Wismar sowie Karl-Peter Marquardt von der Kirchengemeinde die Details der Arbeiten durch.

Zweiter Bauabschnitt in Neukirchen: Arbeiten zur Gewährleistung der Statik des Turms bald abgeschlossen

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15. September 2017, 12:00 Uhr

Die Restaurierung der Neukirchener Dorfkirche geht voran. Nachdem im Juli der Startschuss für den zweiten Bauabschnitt fiel, kann die erste Etappe bereits in wenigen Wochen beendet werden. Bislang standen Arbeiten im Fokus, die zunächst auf die Statik des Kirchturms ausgerichtet waren. Nötig machten das tiefe Risse, die sich über Jahre gebildet hatten.

Um die Stabilität des Mauerwerks zu festigen, hat die Firma Bauunion Wismar sogenannte Anker verspannt, die wie ein Korsett auf den alten Bau einwirken. „Dafür mussten wir bis zu 3,50 Meter tief bohren. Das ist schon sehr viel“, berichtet Bauleiter Martin Uhle. Diese Maßnahme sei zunächst die wichtigste, damit die Statik der Kirche erst einmal gewährleistet ist. Im Zuge der Arbeiten wurden auch lose und defekte Ziegel, die auf dem Vorsprung der Turmwand verbaut waren, entfernt und dann ersetzt.

Die Arbeiten gestalteten sich aber nicht nur durch die massive Beschaffenheit der Wände anspruchsvoll. Den Arbeitern saß zusätzlich auch die Zeit im Nacken. Grund dafür sind naturschutzbedingte Auflagen, die eingehalten werden mussten. „Wir konnten nicht beginnen, bevor die Turmfalken raus waren. Und Ende September müssen wir mit den lauten Arbeiten fertig sein, weil dann die Fledermäuse wieder ihr Winterquartier beziehen“, erklärt Architekt Thomas Wagner.

Auf die Tiere wurde während der Arbeiten generell besondere Rücksicht genommen. So wurde besonderes Augenmerk auf die Hohlräume gelegt, die die Fledermäuse als Quartier nutzen. Dort, wo trotzdem gebaut werden musste, sei an anderer Stelle Ersatz geschaffen worden, sagt Thomas Wagner.

Neben den Statikarbeiten am Turm gehört zum zweiten Bauabschnitt auch die Sanierung des Dachs der Leichenhalle. Es wird komplett neu eingedeckt. Ebenfalls geplant ist die Sanierung des Sakristeigewölbes. Wann diese Bauetappen beginnen, steht bislang jedoch noch nicht fest. Klar ist aber, dass der zweite Bauabschnitt der Kirchensanierung 2018 abgeschlossen werden soll.

Bereits fertig ist die Restaurierung der Christus-Figur im Kirchenschiff. Im Juli hat eine Restauratorin sich an die Arbeit gemacht, seit Anfang September ist von der starken Abnutzung des Kruzifix nichts mehr zu sehen, es erstrahlt nun in neuem Glanz.

Finanziert wird die Maßnahme zum Teil aus Fördermitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Räume. Hinzu kommen Patronatsmittel sowie Geld, das die Kirchengemeinde selbst aufgebracht hat. Zudem werden einzelne Etappen des Bauabschnitts von diversen Stiftungen unterstützt.

Für die Installation einer neuen Elektroanlage – die alte musste während des ersten Bauabschnitts entfernt werden – muss die Kirchengemeinde selbst aufkommen. Dafür sollen Spenden eingeworben werden.

Das bislang Geschaffte soll am 1. Oktober mit einem Baustellen-Erntedankfest gefeiert werden. Nach einem Gottesdienst wird im Kirchturm zum Kaffeetrinken eingeladen. Im Anschluss daran gibt es eine Kirchenführung, bei der auch die Bauleiter Fragen zum Stand der Sanierungsarbeiten beantworten.

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