Nach dem Tornado in Bützow : Kirchendach erhält eine „Lüftung“

Die nächsten Ladung Dachsteine ist auf den Weg hinauf auf das Kirchenschiff. Die Dachdecker warten schon darauf.   Fotos: Ralf Badenschier (3) / Sabine Herforth
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Die nächsten Ladung Dachsteine ist auf den Weg hinauf auf das Kirchenschiff. Die Dachdecker warten schon darauf. Fotos: Ralf Badenschier (3) / Sabine Herforth

Sanierung des Nationalen Kulturdenkmals wird noch bis Ende des Jahres dauern. Mehr Holzschindel am Turm kaputt als erwartet.

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02. August 2015, 15:02 Uhr

Täglich schließt sich das Dach des Kirchenschiffes der Bützower Stiftskirche mehr und mehr. Dennoch wird es noch bis November dauern bis alle Schäden am Dach behoben sind, sagt Architekt Hartmut Böhnke. Vorausgesetzt es läuft alles nach Plan und auch das Wetter spielt mit.

Der Betrachter sieht natürlich vor allem die Seite des Kirchenschiffes vom Kirchenplatz aus. Dort sind die Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Pahl schon gut vorangekommen. Dabei ist nicht mehr alles so, wie nach der Dacheindeckung 2010, erklärt Böhnke. Es werde in windreichen Gebieten jetzt stärker darauf geachtet, dass Dächer sich dieser Entwicklung stellen. „Das ist eine Erfahrung des Tornados.“ Es sei eine Windsogberechnung erfolgt mit dem Ergebnis, dass die Ziegel jetzt gebohrt und geklammert werden. Zuvor wurden sie vermörtelt. „Außerdem bekommt die Kirche in bestimmten Bereichen jetzt sogenannte Lüftungsziegel“, erklärt der Architekt. Die seien aber von der Erde aus so nicht zu erkennen.

Bereits abgeschlossen ist der Austausch von Holzschindeln am Kirchturm. Wer etwas genauer hinschaut, wird die weißen Flecken auf der Kirchturmspitze erkennen. Selbst für die Experten seien die Schäden beim genaueren Hinsehen größer gewesen, als zunächst vermutet, sagt Hartmut Böhnke. „Das die Schindeln ausgetauscht werden mussten lag aber nicht an dem Wind direkt. Vielmehr sind die Schindeln durch den ganzen Dreck beschädigt worden, den der Tornado durch die Luft gewirbelt hat, wie zum Beispiel Ziegel von anderen Dächern und Bleche“, so der Architekt. Das sei schon erstaunlich gewesen, angesichts der Höhe des Kirchturms.

Wie es nun mit den Schildgiebeln weitergeht, wurde am Donnerstag mit Experten geklärt. Das Mauerwerk ist durch den Tornado bekanntlich stark beschädigt worden.  Es weist an drei Seiten mächtige Risse auf. Deshalb werde eine Art Ringanker gesetzt. Es handelt sich um Edelstahlstäbe die durch das Mauerwerk gebohrt werden und dann die Seiten zusammenhalten. In einem zweiten Schritt wird dann das gerissene Mauerwerk  stabilisiert. Schließlich werde jetzt auch begonnen, die Schäden an den Fenstern zu reparieren. „Das Fatale ist ja, dass wir im April gerade die letzten beiden Fenster auf der Südseite saniert hatten“, so der Architekt.

Weiter Informationen zum Tornado in Bützow finden Sie in unserem Dossier.

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