Verein in Bernitt aus der Taufe gehoben : "Kirche belebt" eine ganze Region

Schauen mit Optimismus und Tatendrang in die Zukunft: Edda Bethge und Steffen Daebeler präsentieren beim Herbstmarkt auf dem Pfarrhof den Verein 'Kirche belebt', der keine 48 Stunden zuvor aus der Taufe gehoben wurde. Ralf Badenschier (2)
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Schauen mit Optimismus und Tatendrang in die Zukunft: Edda Bethge und Steffen Daebeler präsentieren beim Herbstmarkt auf dem Pfarrhof den Verein "Kirche belebt", der keine 48 Stunden zuvor aus der Taufe gehoben wurde. Ralf Badenschier (2)

Nach einem Jahr Vorbereitungszeit war die Gründung des Vereins „Kirche belebt“ in Bernitt eine „schnelle“ Nummer. 22. Gründungsmitglieder gibt es.

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10. September 2012, 09:45 Uhr

Bernitt | Reges treiben herrschte am Sonnabend auf dem Pfarrhof in Zernin. Zum dritten Mal war zum "Herbstmarkt für jedermann" eingeladen worden. Groß und klein nutzen die Chance, mit Sachen, die sie selbst nicht mehr benötigen, ein wenig das Taschengeld aufzubessern. Oder auch für andere Spenden einzuwerben, Informationen zu verbreiten und für sich selbst zu werben.

Noch ganz unter dem Eindruck der Gründungsveranstaltung am Donnerstagabend, präsentierten Edda Bethge und Steffen Daebeler den Verein "Kirche belebt". Die Neu Bernitterin Bethge ist die Vorsitzende und ist ganz begeistert, dass die Vereinsgründung so gut und unter großer Resonanz über die Bühne gegangen ist. "Es waren über 30 Leute da, 22 haben sich gleich als Mitglied eingetragen", erzählt Pastorin Elisabeth Lange. Am Sonnabend füllten etliche Besucher des Herbstmarktes den Aufnahmeantrag aus. Die Mitglieder wollen das weiterführen, was in den zurückliegenden Jahren von Elisabeth Lange und anderen in der Kirchgemeinde angeschoben wurde, aber nicht unbedingt zu en "pastoralen Aufgaben" gehört, erklärt Edda Bethge.

Rund 40 Jahre lang lebte sie in Rostock, kehrte 1997 in ihr Elternhaus nach Neu Bernitt zurück. Die ehemalige Mitarbeiterin im Bützower Landwirtschaftsamt hatte sich am Donnerstagabend ganz kurzfristig entschieden, an der Spitze des Vereins zu stehen. "Wir haben das ein Jahr lang vorbereitet, warum sollte die Vereinsgründung an daran scheitern, weil erst keiner so richtig wollte", so die 71-Jährige. Mit 22 Gründungsmitgliedern sei der Verein von Anfang an breit aufgestellt und viele werden hinzukommen, ist Bethge überzeugt. Wichtig in der künftigen Arbeit sei, dass der Verein nicht nur in Bernitt sondern in die gesamten Region ausstrahlen will. "Und wir wollen die Generationen zusammenbringen", so Edda Bethge. Auch da fange man nicht bei Null an. In den zurückliegenden Jahren sei schon viel passiert.

Drei Brüder bastelt und feilschen für Kinder in Gambia

Sich einmischen, etwas bewegen, dass sei immer das Anliegen von Pastorin Elisabeth Lange ohne dabei missionarisch zu wirken. Das schätzt z.B. auch Dominik Hepperle aus dem benachbarten Klein Raden. Er und seine Frau sind mit den drei Söhnen beim Herbstmarkt dabei. Die Jungen haben nicht nur alte Spielsachen hervorgeholt, sondern für den Markt auch selbst gebastelt. Tadeo hat mit Holz gearbeitet, sein jüngerer Brüder Kerze gefertigt. Die Einnahmen aus dem Verkauf sind aber nicht fürs eigene Sparschwein gedacht, sondern für den Verein "Bützower für Gambia". Es ist bereits die dritte Spendenaktion der drei Brüder. Das erste Mal hätten sie für Kinder in Fukushima gesammelt. "Zu Pfingsten haben wir einen Kaffeebasar gemacht. Es gabt an der Schule einen sozialen Tag. Arbeiten gehen für Kinder in Südosteuropa", erzählt Tadeo Hepperle. Sie hätten den Kaffeebasar organisiert. 217 Euro seien zusammengekommen. Nun wollen sie für der Verein "Bützow für Gambia" spenden. "Wir hatten einen Informationshefter bekommen. Das hat uns überzeugt", erzählt Vater Domenik Hepperle. "Ich finde das ganz toll", erklärt Monika Thomsen am SVZ-Telefon. Sie ist Vorsitzende des Bützower Vereins, der in Labakoreh Kindereinrichtungen, eine Schule und ein Gesundheitszentrum errichtet hat, jetzt dort den Unterricht finanziert. "Wir haben davon in der Schule davon erfahren", sagt Tadeo Hepperle. Nun stehen sie auf dem Herbstmarkt und hoffen auf viele Einnahmen.

Dieser Herbstmarkt, Konzerte, das Jugendcamp, zu dem in diesem Jahr 150 Kinder und Jugendliche kamen, - all das seien Sachen, die der Verein nun weiterführen möchte, werfen Edda Bethge und ihr Stellvertreter Steffen Daebeler einen Blick auf das Kommende. "Wir wollen uns aber z.B. auch um die Kirche in Moisall kümmern. Die muss trocken gelegt werden. Und die Bestuhlung in der Bernitter Kirche ist vom Holzwurm angegriffen. Da müssen wir aber mit dem Denkmalschutz verhandeln", nennt die Vereinschefin weitere Aufgaben. Dabei hofft sie auf viele Mitstreiter, egal ob Mitglied der Kirche oder nicht. "Die Mitgliedschaft im Verein ist unabhängig von der Konfession und vom Alter." Das spiegele sich auch im Vorstand wieder. Man sei einfach froh, dass es jetzt mit dem Verein losgehe.

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