Bützow : Kinder und Familie im Fokus

Gespräch über Männer und Frauen: Stefanie Drese, Sozialministerin des Landes
Gespräch über Männer und Frauen: Stefanie Drese, Sozialministerin des Landes

Im Interview spricht die Sozialministerin des Landes, Stefanie Drese, auch über den Frauentag.

svz.de von
09. März 2018, 05:00 Uhr

Am Frauentag hat sich gestern die Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Drese, den Fragen des SVZ-Redakteurs Frank Liebetanz gestellt. Die Ministerin war auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bützow, Britta Schacht, beim Frauenforum im Ratssaal zu Gast.

Brauchen wir den Frauentag noch?
Selbstverständlich. Eigentlich wäre es ja schön, wenn wir die anderen 364 Tage auch Frauentage hätten. Aber ein Tag, an dem man besonders auf dieses Thema aufmerksam macht, ist nötig.
Wie kommen mehr Frauen in der Wirtschaft in die oberen Etagen?
Das Land unterstützt unter anderem ein sogenanntes Mentoring-Programm. Erfahrene Frauen sind jungen Frauen partnerschaftlich zugeordnet. Davon profitieren beide Seiten.

Und wie in die Politik?
Wir müssen zunächst vernünftige Rahmenbedingungen schaffen. In der Kommunalpolitik beispielsweise schwebt mir vor, dass junge Eltern in Kreistagen ihre Kinder mitbringen und dort betreuen lassen. Und ich habe eine ganze Menge anderer Ideen.

Sind Politikerinnen anders als Politiker?
Nein. Es gibt nicht die typisch weibliche Sicht auf die Politik. Trotzdem ist es gut, wenn in politischen Gremien die Hälfte der Bevölkerung, die Frauen, angemessen vertreten ist.

Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?
Ich habe ganz viel Unterstützung von meinen Eltern, die sich manchmal an familienunfreundlichen Zeiten um meine Kinder kümmern.

Was war bisher Ihr größter politischer Erfolg?
Mit dem Eintritt ins Sozialministerium kann ich mich um die Belange kümmern, die mir besonders am Herzen liegen: Kinder und Familie. . Ganz wichtig ist mir die Entlastung der Eltern von den Kita-Beiträgen bis hin zur vollständigen Beitragsfreiheit.

Ihre größte Niederlage?
Es gibt immer wieder mal Niederlagen. Zur Politik gehört dazu, dass man nie seinen eigenen Weg komplett durchsetzen kann. Es ist immer ein Suchen nach Kompromissen. Die eigene Idee nicht völlig umsetzen zu können, empfindet man schon als einen gewissen Rückschlag.

Was macht das Frausein aus?
Ich bin gern Frau, bin nie damit unzufrieden gewesen. Für mich gehört dazu, dass man sich morgens schön anzieht, das mache ich auch für mich selbst.

Und wann ist ein Mann ein Mann?
Ein Mann muss nicht immer ein Mann sein, indem er ganz hart ist und keine Gefühle zeigt. So erziehe ich auch meinen Sohn.

Sollen Männer Kavaliere sein, also etwa den Frauen Türen aufhalten und das Gepäck tragen oder lieber nicht?
Ich finde schon. Es ist eine gewisse Höflichkeitsform. Umgekehrt sollten aber auch Frauen mit Männern höflich umgehen.

Welches war das schönste Kompliment, das Sie erhalten haben?

Mein Sohn hat mal gesagt: „Mama, Du bist meine Schlagsahne“ in der Zeit, als er Schlagsahne besonders gern gegessen hat.

Wo schauen Sie beim Mann zuerst hin?
Ich denke, auf die Augen (und lacht).

Was können Sie an Männern überhaupt nicht leiden?
Ich mag das nicht, wenn Männer immer den Eindruck vermitteln, dass sie über allen Gefühlen stehen würden. Ich mochte schon in der Schule den Spruch „Indianer kennen keinen Schmerz“ nicht. Welche Indianer? Und warum darf man nicht seine Gefühle zeigen?

Und an Frauen?
Ich kann es nicht leiden, wenn Frauen genau dieses Verhalten kopieren. Vor allem, wenn Frauen so tun, vor allem wenn sie in der Politik unterwegs sind, als wenn sie sich Gefühle nie an den Gesichtsregungen anmerken lassen dürften.

Welche Frau ist Ihr Vorbild?
Meine Mutter im privaten Bereich, in der Politik eine ganze Menge. Frauen auch in der SPD, die mich sehr interessiert haben. Angefangen von Clara Zetkin bis hin zu Frauen, mit denen ich jetzt manchmal zusammen arbeite. Malu Dreyer aus Rheinland-Pfalz finde ich eine ganz beeindruckende Frau.

Und welcher Mann?
Mein Vater. Ich habe Glück gehabt mit meinen Eltern. Im Politischen Männer wie Thomas Leuchert, den früheren Landrat, die wussten, was sie erreichen wollen und das auch durchgesetzt haben.

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