BEnitz : Kicker wollen Leben retten

Er verband das Hobby mit dem Nützlichen:  Patrick Strehlow aus Güstrow (31/r) nahm als Spieler am Fußballturnier teil und gab auch seine Speichelprobe ab. Thomas Fester passte auf, dass er es richtig macht.  Fotos: Kerstin Erz
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Er verband das Hobby mit dem Nützlichen: Patrick Strehlow aus Güstrow (31/r) nahm als Spieler am Fußballturnier teil und gab auch seine Speichelprobe ab. Thomas Fester passte auf, dass er es richtig macht.

Beim 2. Pokalturnier für Freizeitteams in Benitz gab es eine Typisierungsaktion für die Deutschen Knochenmarkspenderdatei

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05. August 2019, 12:00 Uhr

Katharin Studier hat ein Wattestäbchen in der Hand und schiebt es sich in die rechte Wangentasche. Immer wieder bewegt sich das Stäbchen, rund eine Minute lang. Mit einem zweiten Wattestäbchen wiederholt sie das in der linken Wangentasche. Mit einem dritten Wattestäbchen nimmt sie auf diese Weise eine Speichelprobe unter ihrer Zunge. Was so einfach aussieht, kann einem Menschen das Leben retten. Denn so können die medizinischen Daten eines Menschen erfasst werden, ob dieser einem anderen kranken Menschen, durch eine Knochenmarkspende helfen kann. Die 32-jährige Katharin Studier aus Schwaan beteiligte sich am Sonnabend an der Typisierungsaktion während des 2. Benitzer Pokalturniers für Freizeitkickermannschaften. Die Idee dazu kam von Sebastian Fischer.

Der Initiator und Mitorganisator dieses Turniers dachte sich, warum kann man die Gelegenheit, dass viele Menschen auf den Platz kommen, nicht für eine Knochenmarkspender-Registrierung für die DKMS nutzen und einen Stand aufbauen. „Ich habe einfach bei der DKMS in Köln angerufen und gesagt: Wir wollen etwas Gutes tun“, erzählt Sebastian Fischer. „Daraufhin wurde ich offen und freundlich begrüßt und beraten. Die Mitarbeiter in Köln sagten mir, dass sie personell sehr eng bestückt seien und dass sie aber meinen Wunsch sehr begrüßen. Wir haben dann einen Karton mit den Stäbchen und eine Erläuterung bekommen und hier den Stand aufgebaut.“

Warum der Automobilkaufmann mit Hobby Fußball auf die Idee gekommen ist, lag auf der Hand. In seiner Familie gibt es einen Fall von Blutkrebs und Sebastian Fischer ist der Meinung, wenn er nicht direkt helfen kann, dann auf diese Weise. Also mobilisierte er seine Familie und viele machten mit: Auch Schwiegermutter Conny Behn (51). Sie ist Mitglied im Verein Miteinander Benitz-Brookhusen und nahm gleich das Heft in die Hand, damit Sebastian sich um das Fußballturnier kümmern konnte. „Wir hatten angesagt, wir beginnen um 11 Uhr und dann bis 14 Uhr. Wir hatten ja noch einiges vorzubereiten. Aber die erste Leute standen schon kurz vorher an und wollten sich registrieren lassen“, erzählte Conny Behn erfreut. Gegen 12.30 Uhr zählte sie schon 20 Teilnehmer. Alle Freiwilligen über 55 Jahre allerdings musste Conny Behn wieder wegschicken. „Sie sind leider schon zu alt dafür.“ So seien die Bestimmungen.

Aber Patrick Strehlow aus Güstrow durfte. Der 31-Jährige sah es als selbstverständlich an, etwas Gutes zu tun. „Es ist für Leute, die Hilfe brauchen. Man weiß ja nicht, ob es einen nicht selbst auch mal betrifft“, so der junge Mann, der als Spieler am Turnier teilnahm.

Als Conny Behn um 14 Uhr den Stand mit ihren Helfern zusammenräumte, konnte sie Sebastian Fischer die Proben von 28 Freiwilligen überreichen. Die gehen nun zurück nach Köln. Ein tolles Ergebnis, waren sich Conny Behn und Sebastian Fischer einig. Die nächste Gelegenheit für eine solche Aktion kommt bestimmt, sind sich beide sicher.

 

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