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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 01:31 Uhr

Schwaan : Keine neuen Windräder gewollt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bauausschuss der Stadt Schwaan spricht sich einstimmig gegen Errichtung auf unausgewiesenen Flächen aus

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 11:45 Uhr

Der Bauausschuss der Stadt Schwaan befasste sich als erstes Gremium mit zwei Anträgen von Firmen, die bei Schwaan Windenergieanlagen zu Forschungs- und Entwicklungszwecken errichten wollen. Der Haken: Die Anlagen sind auf Flächen angedacht, die nicht als Eignungsgebiete dafür ausgeschrieben sind. Das müssen sie per Gesetz auch nicht. Aber die Stadt ließ die Standorte prüfen und stellte entscheidende Nachteile heraus (SVZ berichtete). Auch den Mitgliedern des Bauausschusses kamen genügend Zweifel auf, um sich einstimmig gegen die beiden Anliegen der zwei Projektentwicklungsgesellschaften auszusprechen.


Kritik an Auswahl der angepeilten Flächen



„Warum nicht in einem ausgewiesenen Bereich? Wozu weisen wir denn überhaupt Bereiche aus? Wozu gibt es diese Gebiete, wenn es dann Firmen gibt, die sich die schönsten Gebiete um Schwaan aussuchen?“ Diese Fragen warf Doris Hennings (Bündnis 90/Die Grünen) in den Raum. „Warum suchen sich die Firmen nicht ausgewiesene Flächen aus?“ Dies sei ihr größtes Problem, nicht die Windkraft per se. Es störe sie, dass Anlagen an der Warnow entstehen sollen – und dann auch noch unter dem Deckmantel von „Forschung und Entwicklung“.

Auch Ausschuss-Vorsitzender Thomas Präfke (UWS) ließ sich seine Meinung zur Thematik deutlich anmerken. „Wenn man von Rostock nach Schwaan schaut, sieht man überall rote Lichter.“ Eingangs erklärte er, dass es ein „kontroverses Thema“ sei, „der eine sagt so, der andere so“.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Thomas Präfke, ließ die Ausschussmitglieder über die Windenergieanlagen abstimmen.
Der Vorsitzende des Bauausschusses, Thomas Präfke, ließ die Ausschussmitglieder über die Windenergieanlagen abstimmen. Foto: Christian Jäger

Ganz so kontrovers verlief die relativ kurz gehaltene Diskussion dann allerdings nicht. Denn als Präfke um die Abstimmung bat, schnellten alle Finger der sieben Mitglieder nach oben, als es darum ging, sich für den Beschluss auszusprechen, der gegen eine Errichtung ist.

Unter den Gästen der Versammlung war auch ein Mitarbeiter der „Wind-Projekte GmbH“, die die Errichtung einer Anlage zwischen Hof Tatschow und Klein Belitz plant – eine der beiden antragstellenden Firmen. Der Mitarbeiter bot sich an, bei Fragen zur Stelle zu sein. Diese Dienste wurden jedoch nicht in Anspruch genommen. Während der Bürgerfragestunde äußerte sich auch ein Herr aus Passin, der seinen Angaben nach selbst in der Nähe einer Windkraftanlage wohnt. Zu den Nachteilen, die laut der städtischen Untersuchung als gewichtige Nachteile zu sehen sind (Schattenwurf und Lärmbelästigung), meinte er, dass man sich daran gewöhne. Zu hören seien die Anlagen nur bei ungünstigem Windstand. Außerdem gebe es Anlagen, die sich automatisch abstellen, solange der Schatten auf ein bestimmtes Haus geworfen wird. „Das minimiert die Belästigung der Bürger“, so der Passiner. Außerdem appellierte er daran, nicht die finanziellen Vorzüge von Pacht und Gewerbesteuer außer Acht zu lassen.

Übrigens: Die von der Firma „Zukunftsweisende Energien Projektgesellschaft mbH“ angebotene Pacht für vier Anlagen auf städtischem Grund beläuft sich auf 278 400 Euro. „Zu hoch“, wie in der Beschlussvorlage angemerkt ist.

Mit sieben Ja-Stimmen ohne Enthaltung oder Gegenstimme stimmte der Bauausschuss der Beschlussvorlage zu, sich gegen die Errichtung von Windenergieanlagen auf dafür nicht ausgeschriebenem Grund zu errichten. Es ist eine Empfehlung. Das letzte Wort hat aber die Stadtvertretung.

Präfke: „Photovoltaik eher als Windkraft“


Anders verhielt es sich mit der grundsätzlichen Meinung über die Errichtung von Photovoltaikanlagen. Ohne konkret zu werden, ließ Präfke abstimmen, wie die Tendenz des Bauausschusses dazu lautet. Hintergrund: Die Firma „PV-Projekt GmbH“ fragte bei der Stadt an, ob die Errichtung einer solchen Anlage auf der Fläche hinter dem Sportplatz am Schaffrusch in Richtung Wald, parallel zu den Bahngleisen denkbar wäre. Weder Summen noch Konkretes wurden genannt. Der Bauausschuss sprach sich dafür aus, Überlegungen in diese Richtung anzustellen. „Es ist durchaus möglich, auch andere Flächen dafür zu nutzen“, so Präfke. Im Bauausschuss ging es lediglich um eine Abwägung. Das Ergebnis in Präfkes Worten: „Photovoltaik eher als Windkraft“.

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