Bützow : Keine Angst vor Freitag, dem 13.

Den Tag nicht vom Blick auf das Datum vermiesen lassen: Das rät Bützows Pastorin Johanna Levetzow.
Den Tag nicht vom Blick auf das Datum vermiesen lassen: Das rät Bützows Pastorin Johanna Levetzow.

Bützows Pastorin Johanna Levetzow stellt sich unseren Fragen zum berühmten „Unglückstag“

svz.de von
12. Juli 2018, 21:00 Uhr

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr steht das Unglücksdatum Freitag der 13. vor der Tür. Noch immer zucken Menschen heute beim Blick auf den Kalender zusammen. Die Zahl 13 – im Volksmund auch „Dutzend des Teufels“ genannt – in Verbindung mit einem Freitag. Da kann doch nur alles schief laufen, oder? Lennart Stahlberg hat bei Johanna Levetzow, der Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bützow nachgefragt.

Ist Ihnen an einem Freitag den 13. schon mal etwas Schlechtes passiert?

Bestimmt ist mir mal eine Scheibe Brot auf den Boden gefallen. Ansonsten kann ich mich an nichts erinnern.

Wie gehen Sie persönlich mit diesem Datum um?

Als Kind fand ich Zahlenrätsel und allgemein alles, was mit Zahlen zu tun hat, sehr spannend. Darum habe ich mich auch schon damals für die 13 und ihre Bedeutung interessiert. Aber Freitag den 13. habe ich nie so richtig ernst genommen. Es war eher so etwas wie der 1. April für mich. Seit ich Pastorin bin, habe ich dafür zwar einen anderen Blick bekommen, aber für mich gilt nach wie vor: Von einem Kalendertag lasse ich mir nicht den Tag vermiesen.

Was halten Sie von diesem Aberglauben?

Ich glaube, dass es in der Natur des Menschen liegt, eine Erklärung für Dinge zu finden, die schief laufen. Wir versuchen oft Geschehnisse, die nicht in unserer Hand liegen, die oft vermeintlich zufällig passieren, in einen Interpretationshintergrund zu stellen. Schwierig wird es aber dann, wenn sich Menschen in ihrem Leben von sowas einschränken lassen, wenn es also zu mehr als einem Alltagsscherz wird.

Was raten Sie diesen Menschen?

Martin Luther hat mal gesagt, woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott. Aus meiner Sicht ist die Welt so geschaffen, dass sie für uns Menschen gut ist. Dafür sollte man dankbar sein. Es hängt vieles von der Kraft der Einstellung ab. Wer am Freitag den 13. darauf eingestellt ist, dass ihm nur Schlechtes widerfährt, wird sich so verhalten, dass das auch passiert. Es ist quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Was bedeutet Freitag der 13. für die Kirche?

Der Freitag spielt als Todestag von Jesus Christus eine große Rolle. Aber generell widersprechen sich Bibel und Aberglauben. Im christlichen Glauben schränkt Gott die Menschen nicht in ihren Handlungen ein. Die 13 hat weniger Bedeutung. Dass sie eine Unglückszahl ist, resultiert wahrscheinlich daraus, dass sie das vollkommene Zwölfersystem überschreitet.

Die 13 ist auch als „Dutzend des Teufels“ bekannt. Glauben Sie an eine solch böse Macht?

Nein, ich glaube nicht an einen Kampf zwischen guten und bösen Mächten, der auf den Schultern von uns Menschen ausgetragen wird. Mit der Angst der Menschen wurde ja in der Vergangenheit viel Schindluder getrieben.

Aber so etwas wie einen Glücksbringer haben Sie trotzdem?

Ich freue mich darüber, wenn ich zum Beispiel einen Schornsteinfeger sehe. Aber nur weil es mir Freude macht. Einen richtigen Glücksbringer, den ich überall mit hinnehme, habe ich nicht. Man sollte immer im Hinterkopf haben, wovon man sich im Leben beeinflussen lässt.

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