Bützow : Kein „Weiter so“ für die Bauern

Warb beim Bauernverband  für eine neue „Gemeinsame Agrarpolitik“: Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium des Landes.
Warb beim Bauernverband für eine neue „Gemeinsame Agrarpolitik“: Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium des Landes.

Die Bützower Landwirte hatten den Staatssekretär Jürgen Buchwald aus dem Landwirtschaftsministerium MV zu Gast.

svz.de von
09. März 2018, 21:00 Uhr

Den stärksten Applaus hat beim Bauerntag des Bauernverbands Bützow Frank Reumann aus Buchenhof erhalten. Der Landwirt machte gestern nach dem Vortrag des Staatssekretärs Jürgen Buchwald seinem Ärger über das schlechte Ansehen seines Berufsstands Luft.

Frank Reumann sagte, er sei es leid, öffentlich diffamiert und beschimpft zu werden. „Umweltschutz geht uns alle an“, fuhr er fort. Die Landwirte seien eigentlich nur Rohstoffproduzenten, die Nahrungsmittel-Industrie füge Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und andere Dinge dazu. Das sei doch viel schlimmer. „Ich kann meinen Kindern nicht mehr raten, Landwirt zu werden“, so der Bauer.

Es helfe nichts: Die Landwirte müssten noch viel unternehmen, zum Beispiel beim Problem Grundwasser, antwortete der Staatssekretär. MV sei eine Agrar-Exportregion, übrigens auch im Biobereich. Heute sei es technisch möglich, ein Fünftel des eingesetzten Düngers bei gleichem Ertrag einzusparen.

Jürgen Buchwald hatte zuvor für eine neue „Gemeinsame Agrarpolitik“ nach 2020 geworben. Der Staatssekretär gab zu, dass dieses Konzept nicht zu 100 Prozent umgesetzt werde – aber es genüge fachlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen. Und es solle Anstöße zu einer Diskussion geben, so Jürgen Buchwald. Bisher erhalten die Bauern fast drei Viertel ihrer Förderung als Direktzahlungen von der EU. Der Brexit, Kosten für die äußere Sicherheit Europas und die Unterstützung Spaniens, Italiens und Griechenlands würden dazu führen, dass sich die Bauern auf weniger Geld von der EU einstellen müssten. In Zukunft könnten die Bauern dem Konzept zufolge jährlich entscheiden, ob sie etwa auf einem Feld Weizen anbauen oder den Naturschutz fördern. Das müsse sich für sie auszahlen, und auch eine Übergangsfrist sei nötig. Ziel sei, die Subventionen in der Gesellschaft zu rechtfertigen.

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