Bützower Tierschutzverein : Katzenfreund und Tierschützer im Dauereinsatz

 <strong>Ulrich Krause mit Katzenbaby Bonny </strong>bei der Fütterung. Der kleine Kater wird an der Flasche aufgezogen. Er wurde zusammen mit vier anderen des Wurfs im Mai aus einem Isolierschacht in der Breiten Straße gerettet. <foto>Foto: Katja Grabowski</foto>
Ulrich Krause mit Katzenbaby Bonny bei der Fütterung. Der kleine Kater wird an der Flasche aufgezogen. Er wurde zusammen mit vier anderen des Wurfs im Mai aus einem Isolierschacht in der Breiten Straße gerettet. Foto: Katja Grabowski

Niemals fertig mit seiner ehrenamtlichen Arbeit wird der Tierschutzverein Bützow e.V. Jedoch kann er mit seinen 67 Mitgliedern einige Erfolge vorweisen. Im letzten Jahr konnten 42 frei lebende Katzen kastriert werden.

svz.de von
06. Juli 2012, 11:11 Uhr

Bützow | Niemals fertig mit seiner ehrenamtlichen Arbeit wird der Tierschutzverein Bützow e.V. Jedoch kann er mit seinen 67 Mitgliedern so manchen kleinen Erfolg vorweisen. Im letzten Jahr konnten durch die Hilfe des deutschen Tierschutzbundes 42 frei lebende Katzen kastriert werden, in diesem sind es bis dato 24. Es ist ein täglicher Kampf, der viel Kraft und Zeit kostet. Das ist nicht immer einfach, viele Hürden sind zu bewältigen, wie die Finanzen. Das ist ein Thema, das dem Vorsitzenden Ulrich Krause und den anderen Mitgliedern immer wieder viele Gedanken macht.

Kastration einer Katze kostet 90 Euro

Um Herr der Situation zu werden, müssen immer wieder neue Katzen kastriert und gechipt werden. Rund 90 Euro sind dafür pro Katze aufzubringen. Nahezu jedes Wochenende wird Ulrich Krause zu Notfällen in und um Bützow gerufen. Immer wieder finden Anwohner Niststätten mit Katzenwürfen. Auch dass ihm kleine Katzen im Karton vor die Tür gestellt werden, sei keine Seltenheit. "Frei lebende Katzen dürfen nicht sich selbst überlassen werden, sie müssen gefüttert werden. Und wir wollen ja die Katzenvermehrung in den Griff bekommen", sagt Krause.

Der 82-Jährige ist im Dauereinsatz. 15 Katzen leben derzeit bei ihm, die von ihm aufgezogen und aufgepäppelt werden. Die Jüngsten sind sieben Wochen alt. " Die Kleinen bekommen alle vier Stunden die Flasche, das letzte Mal abends um 22 Uhr", berichtet der Bützower, der seine Bedürfnisse völlig selbstlos zurückstellt. "Ich würde gerne mal ein Buch lesen oder einfach nur Musik hören, aber es bleibt keine Zeit dafür ", sagt Krause, der den Verein 1992 mitgegründet hat.

28 Tiere leben im Gummiweg

"Wir sind ja ein Tierschutzverein und kein Tierheim, dennoch machen wir alles, um zu helfen", sagt Krause. Da aber nicht alle Katzen zuhause aufgenommen werden können, wurden die Katzenstuben im Gummiweg errichtet. "In den Katzen-stuben können wir 30 Tiere unterbringen, 28 leben dort im Moment. Eigene Mitglieder haben Patenschaften mit den Katzen, die alle einen Namen haben", erzählt der Tierfreund. Ein großes Anliegen ist dem Tierschutzverein die Sanierung des Objektes, einer alte Baracke. Ein Anfang ist getan, es wurden bereits das Dach saniert und zwei Quarantänestationen eingerichtet. Warm-Wasser und Heizung folgen, wenn die Finanzen es erlauben. Die Ausgaben für die Rundum-Versorgung werden durch kleine Spenden und Mitgliedschaftsbeiträge getragen, das reicht aber bei weitem nicht aus. "Es gibt Momente, da verzweifelt man schon mal und hat das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, besonders bei Anfragen nach Unterstützungen oder Klärungen von Angelegenheiten", erzählt Krause. Aber genau nach diesen Momenten und Anstrengungen sind es die Tiere, die ihm den Ausgleich und die Freude zurückgeben und den Ärger vergessen lassen.

Tierschutzverein besteht 20 Jahre

Grund zur Freude bringt auch der 20. Jahrestag des Tierschutzvereins e. V. im Oktober mit sich. "Ich bin dankbar für die Erfahrungen, Erlebnisse und Menschen, die helfen. Und für jede Art der Unterstützung, die uns angeboten wird. Ich hoffe, dass sich uns noch mehrere Mitglieder anschließen werden, gerne auch Jüngere. Der Umgang mit den Tieren formt den Charakter des Menschen, man hat Pflichten und Aufgaben", sagt Ulrich Krause.

Erst vor ein paar Tagen konnte der Katzenfreund und Tierschützer wieder zum Happy End für fünf kleine Samtpfoten in Not beitragen. Am Montagabend fand ein Pärchen aus Bützow beim Spaziergang mit ihrem Hund in einem Waldstück bei Zernin fünf kleine, ausgesetzte Katzenbabys. Völlig entsetzt über den Fund, konnten beide die Tiere nicht sich selbst überlassen. Beim Rückgang zum Auto, kam ihnen ein anderer Spaziergänger mit Hunde entgegen. Sie wiesen ihn auf die Kätzchen hin. Der entgegnete dann desinteressiert: "Die sind schon seit Samstag da. Der Fuchs wird sie schon holen."

Das konnten die beiden, die ebenfalls eine Katze besitzen, nicht auf sich beruhen lassen. Sie fuhren nach Hause, brachten ihren Hund weg, packten einen Karton und Futter ein. Das Paar fuhr zurück zur Fundstelle. Dort angekommen, gaben sie den ausgehungerten Tieren Futter, die auch ganz zutraulich auf sie zukamen.

Die Katzen wurden eingepackt und der Weg führte zu Ulrich Krause, dem Vorsitzenden des Tierverein e.V. Im Katzenhaus im Gummiweg wurden die kleinen, schutzlosen Tiere bereits von fünf Vereinsmitgliedern erwartet. Das Paar hatte in der Zwischenzeit auch noch eine große Futterration für die Katzen besorgt und dem Tierverein gespendet.

Das Erlebte lässt ihr keine Ruhe

Mittlerweile wurden die Kleinen von einem Tierarzt untersucht, entwurmt und geimpft. Das Erlebte lässt der jungen Frau keine Ruhe, so dass sie die Katzen in der Station nochmal besuchen fahren wird. Der Gedanke, dass sie zwei davon bei sich aufnehmen wird, ist auch kein abwegiger.

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