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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 02:12 Uhr

Lübzin : Kater Maxim schwer misshandelt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Birgit Jaquet aus Lübzin ist nach einem Forken-Angriff auf ihren Kater fassungslos. Dem Tierschutzverein sind solche Fälle vor Ort bekannt

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 21:00 Uhr

„Unser Kater wurde mit einer Forke durchstoßen.“ Birgit Jaquet schüttelt noch immer ungläubig den Kopf, wenn sie daran denkt, wie sie ihren Kater Maxim schwer verletzt vor der Haustür fand. Dass jemand ihrem lieben und zutraulichen Kater so etwas antun konnte, schockiert die Lübzinerin zutiefst. „Zuerst dachten wir, Maxim wäre von einem Auto erfasst worden. Aber der Tierarzt erklärte uns, dass das Tier von einem Menschen gequält wurde.“ Die Forkeneinstiche seien gut zu erkennen, daneben wurde dem Tier der Schwanz und die Hüfte gebrochen. „Wir hatten Glück, dass die Forke die inneren Organe von Maxim nicht getroffen hat“, sagt Birgit Jaquet. Der Kater sei schon ein fester Bestandteil der Familie. Darum schmerze diese Attacke nur umso mehr.

Wer ihr Tier so mutwillig gequält hatte, weiß Birgit Jaquet nicht. Der Kater entferne sich aber niemals weit von dem Haus. Einen besonderen Verdacht habe die Familie nicht, sie sei nur erschüttert von der Tat. „Was ich schlimm finde, ist, dass wir dem Täter seitdem vielleicht schon auf der Straße begegnet sind, uns freundlich gegrüßt haben.“ Dass jemand so etwas tun kann und dann trotzdem das heile Dorfleben spiele, bliebe ihr unbegreiflich.

Eigentlich fühlt sich Birgit Jaquet in ihrem Dorf sehr wohl. „Wir haben ein angenehmes Nachbarschaftsverhältnis. Bis zu der Tat hatte ich es für unvorstellbar gehalten, dass jemand aus der Umgebung dazu in der Lage wäre.“ Denn der Angriff auf Maxim musste laut Jaquet zweifellos geplant gewesen sein. „Katzen sind flinke Tiere. Und um Maxim mit einer Forke zu erwischen, musste der Täter ihn ja in die Ecke gedrängt haben. Es graut mir, wenn ich mir vorstelle, dass jemand in der Lage ist, ein Tier erst zu stechen und dann die Forke aus dem Katzenkörper zu ziehen.“ Schon mit einem Gewehr auf eine Katze anzulegen sei schlimm, aber mit einer Forke, „das ist doch krank“.

Nach Birgit Jaquet sei es nun wichtig, das Dorf darauf aufmerksam zu machen, dass diese Art von Fällen tatsächlich passieren. „Meine Nachbarn und Freunde waren gleichermaßen überrascht wie schockiert“, erzählt Jaquet. Dann erfuhr sie, dass es sich bei Maxim nicht um einen Einzelfall handle. „Die beiden Katzen einer Nachbarin wurden verletzt, auf die Katze einer Freundin wurde geschossen. Und von einem anderen Nachbarn ist das Tier ganz verschwunden.“

Dass Katzen in Lübzin kein leichtes Leben führen, sagt auch Ulrich Krause vom Tierschutzverein Bützow. „Misshandlungen kommen dort leider vor“, so Krause. Er selbst sei von einem Mitglied auf die Lage der Katzen hingewiesen worden und kümmere sich seit letztem Jahr um die Kastration der Tiere. „Es ist traurig zu hören, was manche Bewohner – auch jüngere – für Ansichten haben. So, wie mit den Tieren 1930 umgegangen wurde.“

Warnows Bürgermeister Siegfried Hoffmann (CDU) hingegen sagt, dass ihm keine solche Taten bekannt seien. „Die Bürger müssen dann auch zu mir kommen“, so Hoffmann.

Tierquälerei wie in dem Fall des Lübziner Katers ist übrigens kein Kavaliersdelikt sondern eine handfeste Straftat. „Das ist ganz klar im Tierschutzgesetz geregelt. Bei Tierquälerei blüht dem Täter bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe“, sagt Gert Frahm, Pressesprecher der Polizeiinspektion Güstrow. Diese sei vom Ermessen des Richters abhängig – also entsprechend hoch. Betroffenen Katzenbesitzern empfiehlt Frahm, zur Polizei zu gehen und Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. „Solche Sammelanzeigen treffen den Täter, wenn wir ihn ermittelt haben, dann immer empfindlich. Dann hat er nicht nur eine sondern, in einem Fall wie in Lübzin, mit mehreren betroffenen Tierbesitzern gleich mehrere Anzeigen am Hals.“

Jaquets Kater erholt sich mittlerweile von den Strapazen des Angriffs. „Er ist Fremden gegenüber noch immer sehr misstrauisch. Trotzdem bin ich heilfroh, dass es Maxim wieder besser geht“, sagt die Besitzerin.

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