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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 21:38 Uhr

Schwaan : Kapitän hat erste Saison gemeistert

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Robert Liedtke war mit der „Hermann Schröder“ zwischen Schwaan und Bützow auf der Warnow unterwegs

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 16:25 Uhr

Für Robert Liedtke liegt die erste Saison als „Kapitän“ auf dem Ausflugskahn hinter sich, der in dieser Saison erstmals regelmäßig zwischen Schwaan und Bützow hin und her tuckerte und der fast immer ausgebucht war.

50 Fahrten hat der 42-Jährige als Bootsführer des Segel- und Ruderkutters „Hermann Schröder“ zwischen Anfang Mai und Ende September im Auftrag des Touristik-Unternehmens „Wanderer“ auf der Warnow zurückgelegt. Der Start der 16,4 Kilometer langen Schiffsreise war immer um 10 Uhr in Schwaan, noch am gleichen Tag ging es von Bützow aus zurück. „Das liegt daran, dass wir in Bützow keine Möglichkeit haben, das Boot zu slippen, also an Land zu ziehen“, sagt Liedtke. Nun ist die Saison vorbei und dem Skipper bleibt ein Laptop voller Fotos und viele Erinnerungen.
„Ich habe jede Fahrt genossen, auch die im strömenden Regen“, versichert Bootsführer. Sein Anspruch lautet, jede der zwei Stunden und 20 Minuten dauernden Touren zu einem unvergesslichen Erlebnis für seine Fahrgäste zu machen. „Dazu bietet die urwüchsige Naturbelassenheit der Warnow allerbeste Voraussetzungen“, schwärmt der Schwaaner.

Es sei schon beeindruckend, wenn das Boot auf der ruhigen Warnow schippert, begleitet von Eisvogel, Milan sowie See- und Fischadler. Libellen umschwirren an heißen Tagen die Reisenden und an den Ufern steht der Engelwurz mannshoch. Mit zu den schönsten Stellen gehört der Bereich der Brücke bei Kamps und Kassow. Dort hätten belgische Kriegsgefangene vor knapp 100 Jahren die Warnow begradigt, hat der Skipper von einer Mitreisenden erfahren. Allerdings ist die Brücke auch „Schuld“, dass auf dem 7,50 Meter langen und 2,15 Meter breiten Boot keine Segel gesetzt werden können. „Dadurch haben wir leider auch keine Möglichkeit, einen Regenschutz anzubringen“, bedauert Liedtke. Nennenswerte Zwischenfälle gab es keine während der 50 Fahrten. Lediglich einmal ging eine teure Brille über Bord, als der Träger eine lästige Bremse abwehren wollte und dabei die Sehhilfe traf.

Beruflich arbeitet Robert Liedtke als selbstständiger Elektronik-Fachhändler. Anfang 2000 erwarb er den Sportbootführerschein. Die Touren auf der Warnow sind ihm willkommener Ausgleich zu seinem Job. Er interessiert sich für Biologie, Botanik und Ornithologie und nimmt die mitunter ungewöhnlichen Fragen der Mitreisenden zum Anlass, immer wieder Fachliteratur zu studieren.

Liedtke hofft, dass das Touristik-Unternehmen auch im nächsten Jahr wieder Fahrten auf der Warnow anbietet. Sicher aber ist, dass das Boot dann nicht die „Hermann Schröder“ sein wird. „Das Boot gehört dem Verein ‚Wasser in Güstrow’ und wird durch das häufige Slippen und Umsetzen zwischen Warnow und Güstrow doch ziemlich beansprucht. Vielleicht ordert der Veranstalter für die nächste Saison ein Glasfaser-Kunststoffboot“, hofft der Skipper.


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