Schwaan : Kantor geht schweren Herzens

Verlässt Schwaan: Alexander Moseler, Kantor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Schwaan.
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Verlässt Schwaan: Alexander Moseler, Kantor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Schwaan.

Alexander Moseler verlässt die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schwaan

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17. April 2018, 12:00 Uhr

Kantor Alexander Moseler wird die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schwaan bald verlassen. Den 37-Jährigen zieht es aus familiären Gründen in die Ferne – er hat im vergangenen Jahr geheiratet. Am Sonntag, 29. April, wird er sich nach dem Gottesdienst von den Schwaanern verabschieden.

„Ich gehe mit schwerem Herzen“, sagt der Kirchenmusiker, der im Sauerland groß geworden ist. Er liebe seine musikalische Arbeit, aber die Familie gehe natürlich vor. Die Menschen in Schwaan seien wirklich offen für das gewesen, was er gemacht habe. Und: „Ich habe noch nie ein so gutes Arbeitsklima vorgefunden“, fügt der Musiker hinzu. Er spielte in den Gottesdiensten Orgel, leitete den Chor, organisierte und gab Konzerte mit Studenten, etablierte die „Pfarrhauskonzerte“ und komponierte.

Alexander Moseler ist bereits in der Welt herumgekommen, war unter anderem in Frankreich und in Indonesien. Überhaupt ist sein Leben manchmal anders verlaufen als üblich. Mit 14 Jahren, da ging er noch in die neunte Klasse, begann er das Kirchenmusik-Studium an der Katholischen Hochschule St. Gregorius in Aachen. Da hatte er gerade ein halbes Jahr lang Orgel-Unterricht genommen. Er schloss das Studium im Alter von 20 Jahren ab, zwei Jahre später händigte ihm die Schola Cantorum in Paris das Konzertdiplom aus. Seine erste Stelle hatte er im westfälischen Datteln, dann wechselte er zur evangelischen Kirche. Für ihn kein Thema, schließlich führten seine Eltern kirchlich gesehen eine „Mischehe“, wie es früher hieß. Im Jahr 2010 ging er für ein Jahr nach Indonesien, gab dort Klavierunterricht und hielt Vorträge.

Wichtig sind dem Musiker der christliche Glaube und die Musik – und nun auch die Familie. Er erinnert sich daran, dass sich einige seiner Kollegen gewundert hätten, warum er in eine so kleine Stadt wie Schwaan ging. Der 37-Jährige gibt dazu mehrere Antworten: Erstens solle eine Orgel, sei sie auch noch so toll, im Gottesdienst nicht der Selbstdarstellung einer Person dienen. Auch die Schönheit und Größe der Kirche sei ihm unwichtig. Zweitens lerne man immer etwas dazu. Und drittens sei ihm wichtig, das er als Mensch frei sein könne.

In Schwaan beispielsweise habe ihn sehr gefreut, so Alexander Moseler, dass er aus dem guten Kirchenchor etwas habe herausholen können. „Musik ist immer eine Kopfsache“, sagt er im Gespräch mehrfach. Und er konzentriere sich stets auf die Sachen, die er mache.

Ganz wichtig ist Alexander Moseler beim Abschied noch etwas: „Ich hoffe, dass der Kontakt gehalten wird.“

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