Schwaan : Kampf um virtuelle Fußballkrone

Uruguay gegen Brasilien: Jens Müller (links) und Carl Schilka sind ganz in ihrer virtuellen Fußballpartie vertieft.
Uruguay gegen Brasilien: Jens Müller (links) und Carl Schilka sind ganz in ihrer virtuellen Fußballpartie vertieft.

Schwaaner Jugendliche spielen im Jugendclub Jotcee ihre eigene Weltmeisterschaft.

svz.de von
11. Juni 2018, 05:00 Uhr

Die WM-Stimmung im Schwaaner Jugendclub JotCee ist greifbar. Überhall hängen Flaggen und Abbilder der Fußballstars, die bald um den Weltmeisterpokal in Russland kämpfen werden. Doch auch in Schwaan geht es um die Fußballkrone. Schon am Eingang des Jugendclubs laden bedruckte Luftballons zum Eintreten ein. Auf ihnen steht: „Die Welt zu Gast im Club“.

Und dann geht es los, das erste Spiel. Alle schauen gebannt auf das Bild, das der Beamer auf die Leinwand projiziert. Spanien gegen Kroation heißt die Partie. Bereits nach ein paar Minuten führt Kroatien mit sechs zu eins. Jedes Tor wird mit Jubel begleitet. Nein, liebe Leser, das ist natürlich kein echtes WM-Spiel, sondern die Eröffnungspartie eines Spaßturniers auf der Spielekonsole.

Doch nur um Spaß geht es nicht, wissen die Organisatoren der Veranstaltung, Maximilan Bleeck und Camilla Paplow, beide Praktikanten im Zug ihrer Erzieherausbildung. „Die ersten Plätze bekommen alle einen Preis. Wir vergeben zwei Hansa-Trikots, ein T-Shirt von Hansa Rostock und Biergläser“, sagt Camilla Paplow. Doch was wäre eine WM ohne Trophäe? „Der Sieger bekommt einen Pokal. Der ist vom Schwaaner Uhrenmacher Helmut Langer graviert und gesponsert worden“, erzählt die Praktikantin.

Beim Anblick des goldenen Prunkstücks ist der Ehrgeiz der Jugendlichen geweckt. Jeder, der sich für sein Spiel auf die Couch setzt, ist hochkonzentriert. „Alle haben sich eine Nation ausgesucht, die auch bei der echten WM dabei ist“, erklärt Maximilian Bleeck. „Aus 14 Teilnehmern haben wir dann zwei Gruppen für die Vorrunde gebildet. Die ersten vier kommen weiter. Danach folgen Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel.“

Der 23-jährige Maximilian Bleeck macht sein sechswöchiges Praktikum im Jugendclub. Er hat die Spielleitung übernommen, koordiniert die Jugendlichen, die parallel an zwei Spielekonsolen gegeneinander antreten. Camilla Paplow kümmert sich um alles drumherum, springt von einer Ecke zur anderen. Ihr Praktikum absolviert die 19-Jährige in der Prof.-Franz-Bunke-Schule. Die letzten Tage seien sehr anstrengend gewesen, sagt sie. „Wir haben zum ersten Mal etwas in dieser Größenordnung organisiert. Doch jetzt freue ich mich einfach nur, dass es losgeht.“

Viel Vorbereitung steckt hinter der Miniweltmeisterschaft im Schwaaner Jugendclub. „Wir haben Zettel an die Schüler verteilt und gefragt, auf was sie am meisten Lust haben. Schließlich wollen wir sie mit einspannen und haben das Ziel, sie in den Jugendclub zu locken. Ein Turnier auf der Spielekonsole war ganz hoch im Kurs. Und darum haben wir es auch umgesetzt“, erklärt Maximilian Bleeck.

„Neben der Sponsorensuche war auch die Deko sehr aufwendig. Dazu haben wir uns aber die Hilfe der Warnowkrümel geholt. Mit ihnen haben wir stundenlang die Farben der Länderflaggen auf Wurfscheiben gemalt“, erzählt Camilla Paplow.

Die Jugendlichen nehmen das Turnier super an. „Es ist mal wieder etwas los hier, das finde ich super“, sagt der 17-jährige Carl Schilka. Er spielt die brasilianische Nationalmanschaft, hat mit der Seleçao gerade sechs zu eins gegen Uruguay gewonnen. Mit Spielern wie Neymar oder Gabriel Jesus rechnet er sich Chancen auf den Titel aus. „Es ist einfach etwas anderes, vor Ort gegen Andere zuspielen als von zu Hause aus im Internet.“ Sein Gegner, Jens Müller, stimmt ihm da zu: „Das Turnier ist hervorragend organisiert. Ich finde es gut, mal gegen wen zu spielen, den man noch nicht kennt.“

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