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Freiwillige Feuerwehr Vorbeck/Kambs : Kameraden werben für ihr Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Blauröcke nutzten ihre Jubiläumsfeier, um neue Mitglieder anzulocken

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 09:00 Uhr

Das Dorffest der Gemeinde Vorbeck stand am Sonnabend ganz im Zeichen der Feuerwehr. Die Kameraden feierten ihr 80-jähriges Bestehen, was viele Blauröcke aus anderen Gemeinden anlockte, die persönlich ihre Glückwünsche überbringen wollten. Das Fest sollte aber nicht nur dazu dienen, diesen Meilenstein zu würdigen, sondern auch auf die prekäre Lage der Wehr aufmerksam machen: Der Truppe mangelt es an Mitgliedern. „Der Nachwuchs ist bei uns zwar top, aber die aktiven Kameraden sind bei uns deutlich in der Unterzahl“, berichtet Wehrführer Frank Thalheim. Dem wollten die Kameraden mit dem Fest entgegenwirken. Sie informierten die Gäste über die Arbeit und wer wollte, konnte direkt ein Anmeldeformular ausfüllen.

Bürgermeisterin Julia Grabowski steht voll hinter der Aktion. „Eigentlich sollte das Dorffest eine eigenständige Veranstaltung werden, aber angesichts der Situation haben wir uns zusammengetan und überlegt, was wir tun können“, erzählt sie. Der Mangel an aktiven Kameraden macht auch ihr große Sorgen. „Das Aufstellen einer Brandschutzbedarfsplanung ist jetzt ja Pflicht, da stehen Mitglieder natürlich an erster Stelle“, sagt sie.

Derzeit hat die Feuerwehr Vorbeck/Kambs 15 aktive Kameraden. Nach der neuen Regelung sollte die Zahl auf 18 aufgestockt werden, sagt Julia Grabowski. „Drei Leute kann man sicher dazu holen, aber es wäre natürlich wünschenswert, wenn sich Freiwillige finden und es nicht auf Zwang passiert.“

Der Wehrführer betonte gleich zu Beginn des Festes, wie wichtig das Ehrenamt für die Gemeinden sei – und kündigte im gleichen Atemzug eine Weckruf-Aktion an, falls die Lage sich nicht bessere. In Anlehnung an eine Aktion einer Wehr aus Schleswig-Holstein – diese hatten in einer Nacht- und Nebelaktion alle Haustüren in der Gemeinde mit Eimern ausgestattet – hatte Thalheim einen Löschkübel-Eimer dabei. Damit wollten die Kameraden aus dem Norden darauf aufmerksam machen, dass das Löschen von Bränden ohne eine Feuerwehr von den Einwohnern selbst übernommen werden muss. „Ich hätte kein Problem, das auch mal hier durchzuziehen“, so Frank Thalheim.

Bislang sei das erst einmal nur eine Art Androhung, aber wenn sich nichts ändere, müssten eben drastischere Maßnahmen eingesetzt werden. Die Unterstützung der Bürgermeisterin ist den Kameraden sicher. „Man muss auf die Wichtigkeit der Feuerwehr aufmerksam machen.“

Der Spaß kam aber trotz dieser ernsthaften Gedanken nicht zu kurz auf dem Fest. Die Besucher konnten sich beim Torwandschießen verausgaben und sich an diversen Ständen verpflegen und miteinander plaudern. Die Kinder übten sich derweil schonmal in der Brandbekämpfung: Sie konnten ein brennendes Haus – eine eigens vorbereitete Attrappe – mit dem Feuerwehrschlauch bearbeiten.

Am Ende konnte die Wehr einen kleinen Erfolg verzeichnen. Zwei Interessierte hätten sich gemeldet, berichtet Frank Thalheim. Nun müsse man schauen, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickelt.

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