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Mobile Käsererei : Käsemobil macht in Horst Station

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Elena Martens verarbeitet die Milch der Meiners und Hobel GbR

von
erstellt am 23.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Wenn Elena Martens sich auf den Weg zur Arbeit macht, haben die meisten Menschen noch einige Stunden Schlaf vor sich. Mit ihrer mobilen Käsererei fährt die 36-Jährige Landwirtschaftsbetriebe in ganz Norddeutschland an, sodass der Tag für sie in der Regel gegen 4 Uhr morgens beginnt. Gestern machte sie sich von ihrer Heimatstadt Stade bei Hamburg aus auf den Weg zur Meiners und Hobel GbR in Horst. Der Betrieb gehört seit Ende 2015 zu ihrem festen Kundenstamm.

Die Idee, im Betrieb Käse zu produzieren, sei ihm gekommen, als er einmal an Weihnachten überlegte, was er seinen Freunden und Geschäftspartnern zu Weihnachten schenken kann, erzählt Eckhard Meiners, einer der beiden Gesellschafter des Betriebes. „Sonst haben wir natürlich Fleisch vom eigenen Rind verteilt, aber das hat jeder. Wir wollten mal etwas anderes“, so Meiners. Durch den Tipp eines Bekannten sei er dann auf das Käsemobil gestoßen. Schon zu Weihnachten konnte der erste Schwung verteilt werden. „Das kam sehr gut bei allen an“, berichtet Meiners.

Elena Martens hat die Käseproduktion von der Pike auf gelernt. „In der Industrie bezeichnet man das als Milchtechnologe“, sagt sie. Die Unterschiede in der Produktion seien gravierend. So würde in einer großen Molkerei alles über Maschinen laufen. „Bei mir ist aber alles Handarbeit“, sagt Elena Martens.

In Horst verarbeitet das Käsemobil 2000 Liter – ein geringer Teil angesichts der täglich produzierten Menge von 20 000 Litern. „Wir betrachten das nicht als große Geschäftsidee, unser Käse soll schon ein kleiner Geheimtipp bleiben“, so Eckhard Meiners. Käseliebhaber in der Region müssen aber nicht auf das hauseigene Produkt des Horster Betriebs verzichten. So haben der Warnower Dorfladen und einige Hofläden den Käse in ihr Sortiment aufgenommen. „Der Radius, den wir bedienen ist aber nicht größer als 50 Kilometer“, sagt Jana Woll, die im Betrieb für die Büroarbeit zuständig ist und sich darum kümmert, dass der Käse unter die Leute kommt.

Bis der Käse essbar ist, dauert es allerdings ein paar Wochen. Denn nach der Arbeit vor Ort – etwa fünf Stunden nehmen die Produktionsschritte für eine Charge im Käsemobil in Anspruch – muss der Käse noch reifen. In Formen abgefüllt transportiert Elena Martens, die das Mobil gemeinsam mit ihrem Mann betreibt, alles ins Käselager. „Schnittkäse muss dort zum Beispiel fünf Wochen gelagert werden“, erklärt die 36-Jährige. In dieser Zeit müsse er jeden Tag geschmiert und gewendet werden. Bei einem Kundenstamm von 29 Landwirten kommt Elena Martens auf 4000 Kilogramm, um die sie sich fast jeden Tag kümmern muss.

Die harte Arbeit lohnt sich: Der hauseigene Käse der Meiners und Hobel GbR erfreut sich schon nach wenigen Monaten großer Beliebtheit. „Die Nachfrage ist groß. Auch viele, die geschäftlich bei uns zu tun haben, nehmen gern ein Stück mit. Es freuen sich einfach alle darüber, weil es ein schönes regionales Produkt ist“, so Jana Woll.

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