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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 02:02 Uhr

Bützow : JVA-Beamten schwer belastet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zeuge bestätigt Bezahlung von Gefälligkeiten / 50 000 Euro als „Darlehen“

Das Strafverfahren gegen einen heute 49-jährigen Beamten der Justizvollzugsanstalt Bützow, der sich bereits vor der vierten Instanz wegen Vorteilsannahme bzw. Bestechlichkeit verantworten muss, wurde gestern fortgesetzt. Dabei wurde der Bankkaufmann Norbert W.(52), einer der Hauptbelastungszeugen, gehört.

Der Angeklagte wird beschuldigt, in den Jahren 2002/2003 über Mittelsmänner des bekannten Rostocker Rotlichtkönigs Arthur B. mindestens 15 000 Euro für das Einschleusen von Nachrichten, Handys und SIM-Karten in die JVA Bützow entgegengenommen zu haben. Roland R. bestreitet den Vorwurf. Die 15 000 Euro würden aus einer Geldanlage beim CMC, einem thüringischen Vermögensins-titut, resultieren, das hohe Rendite ausgezahlt hätte.

Norbert W. widerlegte gestern diese Version des Angeklagten. Er hätte den Justizbeamten während seiner Haftzeit ab 2002 in der JVA Bützow kennengelernt. Hier hätte er seine achtjährige Strafe wegen Geldwäsche verbüßt. Er gab zu, aus der Haftanstalt heraus weiter lukrative Geldgeschäfte getätigt zu haben. Über das vertrauliche Verhältnis des Angeklagten mit dem Häftling Arthur B. hätte er sich zunächst gewundert. Es sei allgemein bekannt gewesen, dass Roland R. auf der Gehaltsliste bei Arthur B. stand. Der hätte dem Beamten Kredit für den Bau seines Hauses von einmal 40 000 und dann 25 000 Euro gegeben. Roland R. sei Sprachmittler zwischen Arthur B. und bestimmten Häftlingen gewesen. Die Kontakte gingen über verschlüsselte Botschaften vor sich. Das Wort Bücher stand zum Beispiel für Handy.

Er selbst habe in den Jahren mindestens zweimal im Monat die Dienste des Angeklagten in Anspruch genommen. „Ich brauche dringend Geld“, hätte Roland R. einmal zu ihm gesagt. Die Auszahlung erfolgte in der Regel durch die Verteidigerin des Arthur B. Auf der Quittung hätte als Tarnung „Darlehen“ gestanden.

Am 17. September findet der nächste Verhandlungstermin statt.

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