Störche im Landkreis Rostock : Jungtiere bekommen Metallringe

Ganz behutsam wird der Ring am Bein des kleinen Storchs angebracht.
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Ganz behutsam wird der Ring am Bein des kleinen Storchs angebracht.

Der Storchenbeauftragte Stefan Kroll und seine Helfer fuhren Horste in der Region an

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21. Juni 2016, 05:00 Uhr

Von Schwaan über Langen Trechow bis nach Selow, Groß Belitz und Satow – Stefan Kroll, der Weißstorchbeauftragte für den nördlichen Teil des Landkreises Rostock, unternahm am Montag eine große Tour durch die Region. Grund dafür war die Beringung der Jungstörche. Bei diesem Anlass konnte der Experte, der mit etlichen Helfern unterwegs war, den Storchennachwuchs zählen.

Während der Trupp in Schwaan gleich vier Küken vorfand, war der Horst in Passin verwaist. „Vor kurzem wurden dort noch Junge gesichtet, aber jetzt ist das Nest leer. Wir müssen davon ausgehen, dass sie verhungert sind“, so Kroll. In Langen Trechow erlebte der Storchenbeauftragte dagegen eine positive Überraschung: Statt der zwei erwarteten Jungstörche lagen sogar drei im Nest. Mit einem geschätzten Alter von vier Wochen haben die kleinen Vögel das Gröbste aber noch nicht überstanden. „Richtig sicher sind sie etwa in zwei Wochen, dann haben sie ihr volles Gefieder“, erklärt Stefan Kroll. Bis dahin könne den Tieren vor allem starker Regen gefährlich werden.

Die Bilanz, die Stefan Kroll auf seiner Beringungstour zieht, fällt dementsprechend negativ aus: „2016 ist ein sehr schlechtes Storchenjahr, im Kreis Bad Doberan sogar das schlechteste seit Beginn der Zählungen. “ Das liege zum Einen am niederschlagsarmen Wetter, das zu einem Nahrungsengpass führte. Viele Störche seien zudem spät aus Afrika wieder gekommen und hätten gar nicht erst mit dem Brüten angefangen. „Je später sie herkommen, desto unwahrscheinlicher ist der Bruterfolg“, sagt Kroll.

Bei der Beringung wurden in diesem Jahr Metallringe verwendet. Im Gegensatz zu den bisherigen ELSA-Ringen seien sie länger und besser ablesbar, so der Storchenbeauftragte. Die Bauernverbände Bützow und Bad Doberan haben die Beringungsaktion unterstützt. Sie haben die Hebebühne finanziert, die nötig war, um an die Nester heranzukommen.

Mitte Juli gibt es noch einmal eine Tour, bei der die endgültige Zahl der Jungtiere festgehalten wird.

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