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Bundesschülerkonferenz : Junger Schwaaner gestaltet Bildungspolitik mit

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Jakob Rese vertrat Mecklenburg-Vorpommern in Bremen

von
erstellt am 26.Jan.2017 | 09:00 Uhr

Das Thema Inklusion wird im Bildungswesen seit Jahren heiß diskutiert. Doch nicht nur Politiker, Schulleiter und Lehrer beschäftigen sich damit. Auch die Schüler selbst haben dazu einiges zu sagen. Bei der großen Bundesschülerkonferenz, die am vergangenen Wochenende in Bremen stattfand, stand die Frage nach der Umsetzung von Inklusion im täglichen Schulbetrieb ganz oben auf der Agenda. Jedes Bundesland hat drei Vertreter in die Hansestadt geschickt. Der Schwaaner Jakob Rese war Teil des Trios aus Mecklenburg-Vorpommern, das sich aktiv an den Diskussionen und Ausarbeitungen beteiligt hat. „Es war ein sehr schlafraubendes Wochenende, wir haben bis morgens um 4 Uhr diskutiert“, erzählt der 17-Jährige.

Jakob Rese ist der zweite stellvertretende Vorsitzende des Landesschülerrates. Gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern hat er bei der Konferenz die Meinung des Gremiums vertreten. „Wir vom Landesschülerrat finden Inklusion gut. Das finde ich auch persönlich. Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung und wenn gemischte Gruppen miteinander lernen, können sie eigentlich nur davon profitieren“, sagt Jakob. Da nicht alle Bundesländer diese Meinung vertreten, diskutierten die Jugendlichen bis spät in die Nacht. Dabei hatten Jakob und Co. einen ständigen Draht zu anderen Schülervertretern aus MV und zu einigen Förderschülern. Per WhatsApp hätten sie über den Stand der Diskussionen informiert und ihre Kontaktleute nach deren Meinung gefragt.

Am Ende verfassten die Schülervertreter ein gemeinsames Positionspapier. „Wir konnten uns am Ende in manchen Dingen einigen“, berichtet Jakob. So hielten die Jugendlichen fest, dass körperliche Inklusion machbar sei. Fahrstühle, Software für hörgeschädigte Schüler, Unterlagen in Blindenschrift – das alles seien Dinge, in die investiert werden müsse.


Laufbahn begann vor sieben Jahren


„Was körperliche Einschränkungen anbelangt, funktioniert Inklusion heute schon. Brillenträger und Diabetiker müssen da beispielsweise mit einbezogen werden. Wir haben uns darauf geeinigt, dass in diesem Bereich ein noch höherer Stand erreicht werden kann, wenn noch mehr Investitionen fließen“, erzählt Jakob, , dessen Laufbahn vor sieben Jahren mit der Wahl zum Klassensprecher begann. „Ich fand es damals schon toll, als Schnittstelle zwischen Lehrern und Schülern zu vermitteln und Diskussionen zu organisieren.“ Später wurde er zum Schülersprecher der Prof.-Franz-Bunke-Schule gewählt. Vor dreieinhalb Jahren machte er dann den Sprung in den Kreisschülerrat, dem er seit eineinhalb Jahren vorsitzt.

Seitdem hat sich auf dieser Ebene einiges verändert, erzählt Jakob. „Ich war der erste, der Briefe an die Schulen und sämtliche Schülervertreter zu aktuellen bildungspolitischen Themen geschrieben hat. Das mache ich heute noch so“, sagt der 17-Jährige. Außerdem verwalte er eine Facebookseite, die mittlerweile mehr als 200 Abonnenten hat, und mehrere WhatsApp-Gruppen, damit alle Beteiligten unkompliziert immer miteinander in Kontakt treten können.

Als er schließlich auch an der Wahl zum Landesschülerrat teilnahm, rechnete sich der Schwaaner allerdings keine guten Chancen aus. „Als ich hingefahren bin, wollte ich eigentlich einfach nur dabei sein. Ich dachte, dass mich sowieso kaum jemand kennt.“ Am Ende hat es dann doch geklappt und Jakob beteiligt sich auf Landesebene an Debatten zur Bildungspolitik.

Das nächste Treffen des Landesschülerrates findet an diesem Wochenende in Stralsund statt. Morgen und Sonnabend kommen die Vertreter aus den verschiedenen Landkreisen zusammen, um über die Ergebnisse der Bundesschülerkonferenz zu diskutieren. „Es gibt positive Impulse aus den anderen Bundesländern, die wir hier auch nutzen können“, sagt Jakob.

Nach seinem Abschluss an der Schwaaner Schule ist Jakob nach Güstrow gewechselt, wo er das Fachabitur macht. So ist er täglich zwei Stunden unterwegs, um zur Schule und wieder zurück zu fahren. Die Zeit im Zug nutzt der Jugendliche aber sinnvoll. „Ich checke und schreibe dann E-Mails und telefoniere viel“, erzählt er. So ist jeder Tag komplett durchstrukturiert und auch die meisten Wochenenden ausgebucht. Es gebe Zeiten, da werde es manchmal zu viel, sagt Jakob. „Gerade, wenn wieder etwas ansteht und viele Informationen auf mich einprasseln, merke ich die große Verantwortung sehr.“ Dennoch treiben ihn die Begeisterung und das Wissen darum, mit seinem Engagement einen Unterschied zu machen, immer wieder an. „Es macht mir einfach Spaß.“


Familie gibt Rückhalt


Ein Halt im täglichen Terminstress ist die Familie. „Meine Eltern haben viel Verständnis. Es kann nämlich schon mal vorkommen, dass ich auch unter der Woche kurzfristig wegfahren muss und mich dann aus dem Hotel melde“, erzählt Jakob. Die freie Zeit, die ihm bleibt, nutze er dafür, um mit seinen Eltern und seiner Schwester etwas zu unternehmen. „Das ist uns allen sehr wichtig.“

Nach dem Fachabitur möchte Jakob Lehramt studieren. Engagieren möchte er sich auch dann noch. „Mein Plan ist es, mir ein Standbein aufzubauen, vielleicht irgendwann in eine Partei einzutreten. Das politische Engagement ist in meinem Leben auf jeden Fall ein sehr wichtiges Hobby.“


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