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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 23:29 Uhr

Steinhagen : Junge Landwirte holen Minister

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Verein Jungzüchter Allianz traf sich zum Stammtisch im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog Steinhagen

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 18:46 Uhr

Wie kommen wir durch die Milchkrise? Haben junge Menschen und kleinere Betriebe noch eine Chance in der Landwirtschaft? Wie kann sich Landwirtschaft in der Öffentlichkeit besser vermarkten? Fragen, mit denen sich rund 40 junge Landwirte in dieser Woche in Steinhagen beschäftigten. Zum ersten Stammtisch des Vereins Jungzüchter Allianz trafen sie sich dazu in der Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog.

„Der Stammtisch hat bei den Jungzüchtern von Mecklenburg-Vorpommern schon Tradition“, erzählt Jenny Galda aus Klein Belitz. Nun habe man sich mit den Jungzüchtern aus dem benachbarten Bundesland Sachsen-Anhalt zusammengetan. Deshalb ist es der erste Stammtisch in dieser größeren Runde. „Diese Treffen sind wichtig, um sich kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen“, erklärt Jessica Pionke. Die 26-Jährige ist die Vorsitzende des Jungzüchtervereins, kommt aus Ziegenhagen in Sachsen-Anhalt.

Bei einem Rundgang in Steinhagen bekommen die jungen Landwirte einen Eindruck von einem modernen Betrieb. Seniorchef Klaus Griepentrog verrät, dass im kommenden Jahr einer neuen Melkstall geplant werden soll.

Ein Zeichen für die Zukunft. Es gehört seit Jahren zur Firmenphilosophie, junge Menschen an den Beruf des Landwirtes heranzuführen und ihnen auch hier vor Ort in Mecklenburg-Vorpommern eine berufliche Zukunft zu geben. Gegenwärtig gibt es bei Griepentrog sieben Auszubildende. Grundlage dafür sei ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen. Rund 1600 Kühe stehen in den Ställen. Mit Jahresleistungen von über 10 000 Litern pro Tier bestimmen die Steinhagener das Niveau nicht nur auf Landesebene. Dabei arbeiten die Mitarbeiter um Klaus Griepentrog ständig daran, die Bedingungen für die Tiere und die Mitarbeiter zu verbessern. „Glauben Sie, wenn es den Tieren bei uns nicht gut ginge, dass sie diese Leistungen bringen würden“, so der Seniorchef.

Dabei setzt das Unternehmen auf die eigene Reproduktion, das heißt, alle Rinder kommen aus der eigenen Nachzucht. Aber auch insgesamt setzt man auf innerbetriebliche Kreisläufe. Zum Beispiel wird die anfallende Gülle ebenso im Betrieb verarbeitet, das Stroh wird selbst produziert.

Nach dem Betriebsrundgang gab es noch eine Diskussionsrunde. Jessica Pionke und Jenny Galda hatten dazu Mecklenburg-Vorpommers Landwirtschaftsminister Till Backhaus eingeladen. Und der ließ es sich nicht nehmen, mit den Jungbauern die derzeit kritische Laage auf dem Milchmarkt zu diskutieren. Bei einem Verkaufspreis von 51 Cent fallen zum Beispiel für die Verpackung und den Grünen Punkt allein zehn Cent an. Dem stehen gerade einmal 23 Cent gegenüber, die die Bauern für die Rohmilch bekommen. Hier müssen die Bauern vor allem mehr Druck auf die großen Lebensmitteldiscounter ausüben, so Backhaus.

Der steigende Tierbestand und die Bereitschaft zu investieren, auch mit Unterstützung von Fördermitteln, zeige aber, dass die Landwirtschaft in MV eine Zukunft habe. Der Minister verweist darauf, dass immerhin 40 Prozent der gewerblichen Produktion in MV in der Land- und Ernährungswirtschaft erfolgt.

Die mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung in Mühlengeez und die „Tage der offenen Höfe“ seien ein wichtiges Schaufenster, Landwirtschaft transparenter zu machen. Das sei wichtiger denn je, in einer von den verschiedenen Medien geprägten Zeit. Und Klaus Griepentrog erklärte auf Nachfrage: „Egal wie groß ein Betrieb ist, wenn es richtig gemacht wird und die Qualität stimmt, dann hat jeder eine Chance.“

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