Freundeskreis Pinsk brachte Spenden nach Weißrussland : Julia braucht einen Rollstuhl

<strong>Die kranke Julia, </strong>hier auf dem Arm ihrer Mutter, braucht unsere Hilfe. Michael  Dinnebier brachte auch ihr Geschenke mit.
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Die kranke Julia, hier auf dem Arm ihrer Mutter, braucht unsere Hilfe. Michael Dinnebier brachte auch ihr Geschenke mit.

Mit einem leeren Auto, dafür aber mit Herzen voller nachhaltiger Eindrücke kehrten vor wenigen Tagen drei Mitglieder des Bützower Freundeskreises Pinsk e. V. von ihrer Spendentour nach Pinsk in Weißrussland zurück.

svz.de von
22. Juni 2012, 06:56 Uhr

Bützow | Mit einem leeren Auto, dafür aber mit Herzen voller nachhaltiger Eindrücke kehrten vor wenigen Tagen drei Mitglieder des Freundeskreises Pinsk e. V. von ihrer Spendentour nach Pinsk in Weißrussland zurück, die sie mit Unterstützung des DRK unternahmen. Schon zum 14. Mal fuhren Michael Dinnebier, Detlef Thom und Peter Beutel mit einem DRK-Transporter dorthin, um dringend benötigte Hilfsgüter zu Kindern und alten Menschen in der armen russischen Region zu bringen, in der einst der Tschernobylregen runter ging und in der es an alle Ecken und Enden fehlt.

Anderthalb Tage lang war die kleine Mannschaft unterwegs mit ihrem wertvollen Gepäck, auf das die Menschen jenseits der russischen Grenze schon so sehnsüchtig warteten: gebrauchte Rollstühle, Rollatoren, eine Tonne Inkontinenzwindeln für alte, kranke Menschen sowie Windeln für Babys, Tubenessen für ein schwerkrankes Mädchen, Spielzeuge und Kleidung für Kinder, 100 Päckchen Kaffee, Schokolade, Geld.

Dankbare Menschen waren im Altenheim und glückliche Kinderaugen im Heim für Waisenkinder der Dank für die Strapazen, die die drei Männer mit der langen Fahrt auf sich nahmen. Doch die Freude, die sie bereiten konnten, waren die Mühe wert, da gibt es beim Bernitter Michael Dinnebier kein Überlegen. "Sobald man die Grenze übertritt, kommt man in eine andere Welt. Wenn man eine Woche da war, weiß man wieder, wie gut wir es haben und wie schön es in Deutschland ist," sagt er.

Kinderfest sorgte für leuchtende Augen

Mit einem Kinderfest und vielen Überraschungen brachten die Gäste Freude ins Pinsker Waisenhaus. Auch krebskranken Kindern, von denen es in der radioaktiv belasteten Region viele gibt, galt ihr Besuch. Darunter ein zwölfjähriges Mädchen, das einen Tumor im Kopf hat und das nun zur Kur fahren muss. Das Problem war nur, sie hatte keinen Koffer. "Wir haben ihr deshalb einen Koffer und Lebensmittel geschenkt", so Michael Dinnebier.

Ganz schlimm geht es der zwölfjährigen Julia. Noch vor einigen Jahren war sie ein gesundes, fröhliches Kind. Jetzt ist sie fast ein Schatten ihrer selbst. Denn seitdem sie vor zwei Jahren bei einer Impfung durch eine verschmutzte Spritze mit einem Krankheitserreger infiziert wurde, ist sie schwerstbehindert: Sie kann nicht mehr schlucken, nur noch Nahrung aus Tuben zu sich nehmen. Die Mutter musste ihre Arbeit aufgeben und muss ihre Tochter jetzt pflegen. Da kommt die Familie mit der Rente von einer Million Rubel - das entspricht etwa 100 Euro - nicht weit.

Julia muss oft zum Arzt, doch da ihre Familie kein Auto hat, ist sie dabei auf die Hilfe von Freunden und Verwandten angewiesen. Auch ein Rollstuhl fehlt, weshalb sie nicht mit dem Bus fahren kann. Fast unbezahlbar ist für die Familie auch das Spezialessen für Julia. Eine Tube Kindernahrung kostet 130 000 Rubel. "Wir wollen deshalb bei unserer Fahrt im nächsten Jahr einen Karton mit Tubennahrung mitnehmen, dass sie wenigstens ein halbes Jahr damit hinkommt", sagt Michael Dinnebier. Bis dahin half der Freundeskreis erstmal mit etwas Geld. Alles, was die Mitglieder des Freundeskreises überbringen, wurde aus Spenden bezahlt oder stammt aus Erlösen von eigenen Aktionen des Vereins. "Wir machen immer eine Fußball-Tombola beim TSV und haben jedes Jahr beim Stadtfest einen eigenen Stand", nennt Dinnebier einige Aktivitäten. Berührend seien auch die Besuche bei alten Menschen gewesen, erzählt er. Darunter auch Irina Kwasow, die, wie viele andere Ältere, mit einer Rente von 500 000 Rubel im Monat auskommen muss. Das entspricht etwa 50 Euro. Das Päckchen Kaffee im Geschenkkarton war deshalb etwas ganz Besonderes für sie, kostet dieses doch im Land 10 Euro und ist deshalb für die meisten unerschwinglich.

Gerade hat der Freundeskreis seine Tour beendet, da denken die Mitglieder schon wieder an die nächste Fahrt nach Pinsk. Da steht die Hilfe für Julia im Vordergrund. Doch dabei braucht der Freundeskreis wieder Unterstützung.

Wer Julia und anderen Kindern sowie alten Menschen in Pinsk helfen möchte, kann sich bei Michael Dinnebier melden (Tel. 038464/20241 oder 0171-3067459), seine Spende beim DRK in Bützow abgeben oder seine Spende überweisen.

Spendenkonto: Deutsches Rotes Kreuz, Kontonr. 173666, BLZ 12030000, Deutsche Kreditbank, Zahlungsgrund: Freundeskreis Pinsk.

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