Bützow : Jugendliche sprühen Domizil an

Unter künstlerischer Anleitung von Karl-Michael Constien (von links) und Aufsicht der Jugendclubleiterin in Bützow, Anke Dose, konnten Nino Kielmann, Annabell Schröder, Eric Krüger und Franziska Wilde ihr Können im Sprühen testen.
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Unter künstlerischer Anleitung von Karl-Michael Constien (von links) und Aufsicht der Jugendclubleiterin in Bützow, Anke Dose, konnten Nino Kielmann, Annabell Schröder, Eric Krüger und Franziska Wilde ihr Können im Sprühen testen. Fotos: Nicole Groth

Künstler Karl-Michael Constien führt junge Erwachsene an die Graffiti-Kunst heran / Workshop ist Teil des Jugendclub-Ferienprogramms

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16. August 2016, 12:00 Uhr

Graffiti an Wände sprühen, macht nur Spaß, wenn es verboten ist. Dass diese Aussage nicht stimmt, zeigte der gestrige Einsatz der jungen Erwachsenen, die die Fassade des Jugendclubs Domizil verschönerten. Unter  professioneller Anleitung des Künstlers Karl-Michael Constien sprühten sie – ganz legal – eine Dschungelszene an die Hauswand. Die Teilnehmer waren sich einig: Das macht Spaß.

Der Workshop ist Teil des Ferienprogramms für  Jugendliche, die ihre Freizeit im Domizil verbringen. „Wir möchten mit dieser Aktion eine Möglichkeit schaffen, dass sie etwas Schönes für ihren Club tun können“, sagt Domizil-Leiterin Anke Dose. Für viele der Jungen und Mädchen sei die Einrichtung wie ein zweites Zuhause, mit dem sie sich identifizieren, so Dose. Deswegen arbeiteten die Jugendlichen aktiv an der Gestaltung des Domizils mit – und das bereits zum dritten Mal.

Zwar finden sich noch freie Flächen an der Fassade, doch waren die jungen Nachwuchssprüher bereits in den Jahren zuvor aktiv, wie die verschiedenen Graffiti an den Mauern zeigen. Auch in den vorangegangenen Workshops führte Constien die Jugendlichen an die Graffiti-Kunst heran.  „Das Besondere am Sprühen ist, dass man großflächig arbeiten kann und einen sehr feinen Farbverlauf hat. Das Sprühen ist auf vielen verschiedenen Oberflächen möglich. Ein Bild wirkt auf einer glatten Fläche aber am besten“, sagt der Künstler.

Bereits vor einem Monat traf er sich mit seinen Kursteilnehmern. „Wir haben besprochen, welches Motiv wir auf die Wand sprühen wollen“, erzählt Workshop-Teilnehmerin Annabell Schröder. Der 16-Jährigen war der Ablauf, wie Sprayer an ein Kunstwerk herangehen, nicht neu. „Ich habe bereits bei dem Projekt vorher mitgemacht und wusste noch, wie es geht.“ Somit hatte sie bei der Arbeit schnell wieder ein Gefühl für die Spraydose. Doch auch die anderen Jugendlichen hatten den Dreh schnell raus. „Es hat so fünf Minuten gedauert, dann habe ich gemerkt, wie ich richtig sprühen kann“, erzählt Eric Krüger.

Die Feinarbeiten erledigte der Künstler  noch selbst. „Wenn die Grundlage stimmt, wäre der nächste Schritt, exakte Linien zu ziehen“, so Constien. Da diese Arbeit jedoch noch mehr Fingerspitzengefühl verlangt, als die Anfänger haben, übernahm der Künstler die Vorarbeit. Danach konnten die jungen Erwachsenen die entsprechenden Flächen ausfüllen.  Doch einfach schütteln und lossprühen reicht nicht. „Wir arbeiten mit speziellen Spraydosen, die extra für die Graffiti-Kunst gedacht sind. Die Deckkraft ist bei diesen stärker“, erzählt der Künstler. Daneben hatten die Teilnehmer noch andere Utensilien in Gebrauch wie etwa Handschuhe, Atemschutzmasken und Pinsel. Außerdem verwendet der Künstler verschiedene Aufsteckkappen für die Dosen. Damit erreichen die Sprüher wahlweise eine dünne oder eine weiche Linie, so Constien.

„Mit der Aktion möchten wir den Teilnehmern nicht nur Spaß in den Ferien bieten, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl unter den Jugendlichen stärken. Außerdem verhindern wir dadurch, dass sie an anderer Stelle illegal sprühen“, sagt die Jugendclubleiterin.Nicole Groth

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