Jürgenshagen : Jürgenshagen rutscht tief ins Minus

Der Haushalt in Jürgenshagen lässt in den nächsten zwei Jahren wenig Spielraum zu.
Der Haushalt in Jürgenshagen lässt in den nächsten zwei Jahren wenig Spielraum zu.

Doppelhaushalt 2016/17 kann nur über Reserven ausgeglichen werden / Investitionen können dennoch wie geplant durchgeführt werden

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06. November 2015, 10:00 Uhr

Die Gemeinde Jürgenshagen muss an seine Reserven gehen, um die nächsten beiden Jahren zu bewältigen, denn die Ausgaben liegen im Doppelhaushalt 2016/17 deutlich über den Einnahmen. „Es ist für Jürgenshagen schon eine recht schwierige Situation in den nächsten zwei Jahren“, berichtete Antje Laabs, Amtsleiterin der Finanzverwaltung, bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Klein Sien.

Im Ergebnishaushalt heißt das für 2016, dass die Erträge von knapp 1,46 Millionen Euro (circa 1,42 Millionen Euro in 2017) die Aufwendungen über etwa 2,16 Millionen Euro (circa 2,07 Millionen Euro in 2017) bei Weitem nicht decken können. Es entsteht voraussichtlich ein Defizit in Höhe von 700 700 Euro (644 200 Euro in 2017). Auch der Finanzhaushalt schließt mit einem Minus ab. So wiegen 2016 die geplanten Einzahlungen von circa 1,32 Millionen Euro (1,33 Millionen Euro in 2017) die Auszahlungen über 1,9 Millionen Euro (1,88 Millionen Euro in 2017) nicht auf. Hier entsteht ein Defizit von fast 585 600 Euro (552 600 Euro in 2017).

Die Gemeinde sei Zwängen unterworfen, die keine Spielräume zulassen, erklärt Antje Laabs. So wirkt sich die gute Gewerbeumlage in der Vergangenheit künftig negativ aus. Denn die Gemeinde bekommt deshalb in den nächsten zwei Jahren keine Schlüsselzuweisungen. Zudem belasten Amts- und Kreisumlage den Haushalt.

Darüber hinaus gab sie zu bedenken, dass die Hebesätze für die Grundsteuer A und B weit unter dem Landesdurchschnitt liegen, eine Erhöhung also weitere Einnahmen generieren könne. Die Gewerbesteuer hingegen liegt mit 380 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt der 2015 bei 322 Prozent lag.

„Mit den Reserven, die wir angespart haben, sind wir in der Lage die nächsten zwei Jahre auszugleichen“, führte Laabs weiter aus.

Positiv sei zudem, dass viele Vorhaben dennoch planmäßig ausgeführt werden können, darunter die Erweiterung des Wanderrastplatz Groß Gischow, ein ländliches Dienstleistungszentrum sowie ein Garten der Generationen. Hier kommen Förderprogramme zum tragen, die den Eigenanteil der Gemeinde verringern. „Ich bin wirklich froh, dass wir alle investiven Maßnahmen unterbringen konnten“, so Laabs weiter. Die Liquidität der Gemeinde sei gesichert und: „wenn sich die Entwicklung weiter so vollzieht, könne man mittelfristig davon ausgehen, dass ein ausgeglichener Haushalt möglich ist“, so Laabs. Dann sei auch keine Haushaltssicherung mehr nötig. Das Gremium beschloss den Haushalt einstimmig.

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