Ausstellung : Jedes Bild erzählt eine Geschichte

Auf einen Ausflug in die Natur lädt die Ausstellung in der Winterkirche ein. Rüdiger Zöllig (von links) eröffnete die Schau mit Werken von Karl-Michael Constien.
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Auf einen Ausflug in die Natur lädt die Ausstellung in der Winterkirche ein. Rüdiger Zöllig (von links) eröffnete die Schau mit Werken von Karl-Michael Constien. Fotos: Sabine Herforth

In der Ausstellung „Kleine Reise“ entführt Künstler Karl-Michael Constien die Besucher der Winterkirche in die Natur

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22. August 2016, 05:00 Uhr

Die alte Winterkirche der evangelischen St.-Pauls-Gemeinde in Schwaan ermöglicht derzeit einen „kleinen Ausflug“ in die Natur. Am Sonnabend wurde die Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung gefeiert und recht passend mit der bekannten Melodie von Friedrich Smetanas „Die Moldau“ eingeleitet. Dorothea Schabows Musikschüler Wiebke Fust und Arthur Leisner begleiteten die Vernissage mit einigen Musikstücken.

„Unsere Region ist reich an Menschen, die sich der Malerei verschrieben haben“, begann schließlich Rüdiger Zöllig, Vorsitzender des Schwaaner Kulturfördervereins. Karl-Michael Constien sei einer von ihnen. Der Jürgenshäger sei bekannt für seine japanischen Maltechniken, die er immer weiter perfektioniere, erklärte Zöllig. „Seine Vielseitigkeit kommt damit zum Ausdruck, dass er viele Projekte anfasst“, fügte er an. Und diese könnten unterschiedlicher kaum sein. Beispielsweise gestaltete er in der vergangenen Woche gemeinsam mit Jugendlichen mit Sprühfarbe die Fassade des Bützower Jugendclubs neu.


In Japan Techniken der Tuschemalerei erlernt


„Diese Ausstellung hätte es fast nicht gegeben“, erklärte anschließend Freizeitmaler Helmut Langner, der an der Schau mitwirkte. Die Besucher schauten ihn fragend an. „Physiotherapeut stand auch zur Berufswahl“, verriet er, dass Constien beinahe eine andere Richtung eingeschlagen hätte. Stattdessen lernte dieser unter anderem in Japan viele Maltechniken, die hierzulande kaum geläufig sind. Einige Tuschearbeiten aus dieser Zeit sind in der Kirche zu sehen. Die Mehrzahl der ausgestellten Werke sind jedoch sehr farbig gestaltet. Die Motive haben häufig ihren Ursprung in der Fabelwelt. „In jedem Bild wird eine Geschichte erzählt“, so Langner weiter. Welche das ist, müsse der Betrachter selbst herausfinden – oder den Künstler fragen. „Gern auch auf Japanisch, diese Sprache beherrscht er inzwischen“, scherzte Langner.


Farbe bietet mehr Emotionalität


An seine Werke geht Karl-Michael Constien meist sehr strukturiert heran. „Zunächst ist da die Idee, der zweite Gedanke ist dann die Bildaufteilung und der dritte ist die Wahl der Technik“, sagt der Künstler. „Die Tuschemalerei ist mir sehr ans Herz gewachsen. Das ist eine harte Disziplin, die man lange lernen muss.“

Denn es käme nicht nur darauf an, den besonderen Pinsel perfekt zu beherrschen. Auch die Papierarten – Constien verwendet hauptsächlich chinesisches Papier – müsse er genau kennen. Bei den meisten Motiven entscheide er sich inzwischen jedoch eher für eine bunte Variante statt schwarz-weißen Tuschearbeiten. „Ich habe mich etwas davon wegentwickelt, weil Farbe mehr bietet. Man kann damit mehr Emotionalität ausdrücken“, erklärt der Künstler.

Die Ausstellung kann bis 4. September in der Winterkirche besucht werden.

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