Verein "Bützower für Gambia" : Jeden Tag ein warmes Mittagessen

Da war die Stimmung toll: Einweihungsfeier für die neue Schulkantine. Ab September gibt es hier jeden Tag Essen. privat)
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Da war die Stimmung toll: Einweihungsfeier für die neue Schulkantine. Ab September gibt es hier jeden Tag Essen. privat)

Es ist geschafft! In Labakoreh hat das Gesundheitszentrum ein neues Dach. Der Verein "Bützower für Gambia" richtete für die rund 90 Mädchen und Jungen eine Schulkantine ein.

svz.de von
20. Juni 2012, 09:33 Uhr

Bernitt/Güstrow | Es ist geschafft! Das Gesundheitszentrum in Labakoreh hat ein neues Dach. Und für die rund 90 Mädchen und Jungen der mit Spenden aus Deutschland errichteten Schule gibt es jetzt einen Essenraum. Monika Thomsen vom "Verein Bützower für Gambia" ist immer noch ganz begeistert vom vierwöchigen Aufenthalt in Afrika. "Wieder einmal hat sich gezeigt, dass das, was wir machen, richtig ist."

Seit 1997 engagiert sich Thomsen, die bis 2007 als Erzieherin in Bützow arbeitete, in Labakoreh. Zunächst gründete sie einen Interessenverein, im Februar 2000 wurde daraus der Verein "Bützower für Gambia". Seitdem haben die Deutschen viel erreicht. Mit dem Bau eines Brunnens fing es an. Es folgten Schulräume und ein Gesundheitszentrum. Mindestens einmal im Jahr fahren Monika Thomsen und weitere Freunde und Förderer des Vereins in das kleine afrikanische Land, um zu sehen, wie ihre Spenden vor Ort eingesetzt werden. Dabei überlassen sie nichts dem Zufall. Sie haben in Gambia Kontaktpersonen, die sich darum kümmern, dass das Geld genau dafür eingesetzt wird, für das es bestimmt ist.

Doch der Verein unterstützt nicht nur Bauvorhaben. Spenden werden gesammelt, um die drei Lehrer zu bezahlen. "Einer von ihnen ist noch in der Ausbildung. Das Studiengeld bezahlen wir", so Thomsen, die seit einigen Jahren in Güstrow wohnt. Doch es gibt mittlerweile auch viele persönliche Patenschaften.

Krankes Mädchen erfolgreich behandelt

Die Oettelinerin Simone Krug übernahm 2004 die Patenschaft über Mariama. Das Mädchen war damals vier Jahre alt und hatte Beine, die waren so stark gebogen, dass ein Ball ohne Probleme hindurch passte. Vitaminmangel hatte zum Kalziumabbau geführt, und das fehlt dann in den Knochen. Mit Medikamenten für 90 Euro im Jahr, lässt sich eine solche Fehlbildung korrigieren. Vom Erfolg konnte sich Simone Krug, die in Lohmen als Ärztin arbeitet, 2008 selbst überzeugen, als sie ihr Patenkind zum ersten Mal besuchte. Mittlerweile ist das Mädchen zwölf Jahre und die Behandlung konnte erfolgreich abgeschlossen werden, erzählt Monika Thomsen und zeigt ein Foto vom jüngsten Besuch. Dabei wurden sie auf einen neuen Fall aufmerksam. "Die vierjährige Amatoulei, deren Mutter bei der Entbindung starb, hat noch schlimmere Verwachsungen als Mariama. Wir hoffen, dass wir auch diesem Mädchen helfen können", so die engagierte Vereinschefin.

Spontane Hilfe organisierten die Teilnehmer der diesjährigen Gambia-Fahrt, als sie die Familie des Patenkindes von Sabine Dobslaw aus Gülzow besuchten. Die Familie lebt mit ihren sieben Kindern in einem Haus mit einem kaputten Dach. Die Eltern schliefen mit den Kindern auf dem Fußboden. Das konnten die Deutschen nicht mitansehen. Sie legten Geld zusammen, orderten Baumaterial und Betten.

Helfen konnten sie den Bewohnern von Labakoreh aber auch mit dem Neubau des Daches des Gesundheitszentrums. Dort hatte man vor Jahren auf das falsche Holz gesetzt. Termiten zerfraßen den Dachstuhl. Ein neues widerstandsfähiges Dach aus Spenden der Dachdecker GmbH Pahl Tarnow und der Reha-Klinik Lohmen (SVZ berichtete) wurde nun errichtet.

Das größte Projekt wurde ebenfalls in die Tat umgesetzt. Nachdem im vergangenen Jahr ein weiterer Klassenraum an der Schule angebaut wurde, ließen die Gambia-Freunde nun eine Essenausgabe errichten. Ein Vorhaben, das schon lange auf der Agenda stand. Kosten: rund 5000 Euro. Auch in diesem Fall wurde das Material vor Ort gekauft und von Einheimischen verarbeitet. Für die Essenausgabe für die rund 90 Schülerinnen und Schüler werden voraussichtlich jährlich 1090 Euro benötigt. Auch das soll wieder mit Spenden abgesichert werden. "Auch hier wird streng kontrolliert. Die Lehrerin schreibt genau auf, welches Kind in der Schule war und welches nicht. Frauen des Dorfes bereiten kostenlos die Speisen zu", erzählt Monika Thomsen.

Sie erzählt, das es jetzt auch in Labakoreh eine Monika gibt. Ein kleines Mädchen nach ihr benannt. Ein Zeichen dafür, wie die Deutsche dort geschätzt wird.

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