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Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 03:44 Uhr

Eickelberg : Jazz bringt Sommerlaune

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Am Sonntag spielten die Flötistin Ellen Czaya und der Pianist Borries Schlüter in der Eickelberger Kirche

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Schon mit dem ersten Stück „Paris“ gewannen sie die Herzen der Musikliebhaber. Ellen Czaya (Flöte) und Borries Schlüter (Klavier) stellten ihr Programm „Jazz-Impressions“ in der kleinen Eickelberger Kirche vor. Beide zeigten sich schon begeistert von der Fahrt in die Provinz, wie die Berliner zu sagen pflegen. So schwärmte die Flötistin auch gleich bei der Begrüßung in der voll besetzten Kirche: „Die Fahrt hierher war so wundervoll, wir fühlten uns wie auf einer Märchenstraße. Das hier scheint ein heiliger Ort zu sein.“

Nur dieser heilige Ort, die Kirche Eickelberg, zeigte sich am Sonntagnachmittag sowohl für die Musikfreunde als auch für die beiden Musiker nicht gerade von seiner Sonnenseite. Drinnen war es eiskalt. Die Instrumente – vor allem die Querflöte und die eindrucksvolle Bassflöte – hatten daher so ihre Anlaufschwierigkeiten. Nun möchte man meinen, die Musiker spielen sich warm, doch die Tasten des E-Pianos blieben eisig, sodass sich Boris Schlüter zwischenzeitlich immer wieder die Finger wärmen musste. Aber, ganz großes Lob gab es am Schluss von allen Seiten. Denn sowohl die Musiker als auch das Publikum hielten mehr als 60 Minuten lang durch und dafür waren sie auch wunderbar belohnt worden.

Ellen Czaya hatte zudem ihr eigenes Warmmach- und Durchhalterezept: Sie tanzte ganz einfach mit ihrer Flöte. Beim Start-Titel allerdings noch etwas verhaltener, weil die Komposition von Ellen Czaya selbst die zarte Romantik eines Blickes über die Dächer von Paris ausdrückte. Alle anderen Jazz-Impressionen entführten die Zuhörer dagegen den Frühling, in den Sommer, nach Südamerika. Brasilianische Rhythmen regten zum Mittanzen an. Aufgestanden ist zwar niemand, aber das Mitswingen ging auch vom Platz aus – und gab ein warmes Gefühl.

Begeisterungswürdig, passend zu den romantischen Stücken, war auch der tiefe, warme Ton der Bassflöte. Ein Instrument, wie es so wohl kaum jemand schon gesehen hat. Eine Flöte, die man eigentlich normalerweise quer gespielt wird. Doch Ellen Czaya stellt sie vor sich hin, hat sie sich umbauen, vor allem die Knöpfe für ihre kleinen Hände versetzen lassen. „Ist eben mehr ein Männerinstrument“, erklärt sie im kurzen Gespräch nach der Veranstaltung. 50 Prozent der gespielten Stücke stammen aus Ellen Czayas, vor allem aber aus Borries Schlüters Feder. Der Musiker zeigte sich dann auch als Meister der Improvisation. Immer wieder in den Stücken gab es Solos für das Klavier, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden.

Die Flötistin sagte alle Titel an und verriet ihre Gedanken zu den Stücken und weshalb sie gerade diesen Namen bekommen haben, „Date in the Garden“ zum Beispiel. „Man kommt von einem Gartenraum in den nächsten, von einem Grün ins andere, geht durch eine Tür in die nächste“. Oder „Sommer“ – gespielt mit der Bassflöte und dem Klavier – sollte besonders schöne Erinnerungen an den vergangenen Sommer ins Gedächtnis zurückrufen. „Und wenn Ihnen bei diesem Lied etwas eingefallen ist, dann halten Sie es fest durch den langen Winter hindurch.“

Und wieder tanzte die Flöte bei den nächsten brasilianischen Rhythmen. Nach insgesamt zehn tollen Jazz-Impressionen und einer Zugabe trotz Kälte gab es großen Dank an die Musiker und die Bitte um eine Spende an die Gäste durch Pastorin Helga Müller und Organisatorin Karen von Blomberg.

Sie hatten übrigens im Vorfeld zur kleinen Kaffeerunde in die Kirche eingeladen. Das richtete sich vor allem an die Flüchtlingsfamilien aus Syrien und der Ukraine, die in der Gemeinde untergekommen sind.

Mit der Kaffeerunde, den Gesprächen sowie mit dem Konzert erfuhren sie einmal mehr ein Bemühen um Integration.

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