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Pfarrgemeinde Güstrow : „Ja, ich bin’s, der Amerikaner!“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Pastor Mitchell Grell stellte am Sonntag gestern erstmals vor

von
erstellt am 29.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Voller als sonst war die Güstrower Pfarrkirche gestern zum sonntäglichen Gottesdienst. Und das obwohl das alte Gemäuer im Winter doch recht kalt ist. Die Gemeinde hatte sich versammelt, um den Neuen zu sehen: Dr. Mitchell Grell, designierter Nachfolger von Pastor Matthias Ortmann an der Spitze der Güstrower Pfarrgemeinde. „Ja, ich bin’s, der Amerikaner“, stellte sich der 58-jährige Grell zu Beginn seiner Predigt kurz vor und sorgte für Schmunzeln im Gotteshaus.

Erstmals feierte der aus Iowa in den USA stammende Pastor eine Messe in der Pfarrgemeinde, die er ab September übernehmen soll. Wenn alles klappt. Denn ab seiner Vorstellung gestern hat die Pfarrgemeinde eine Woche Zeit, Einspruch beim Bischof gegen den möglichen Dienst von Pastor Grell einzulegen. Doch danach sah es gestern nicht aus. „Den nehmen wir“, sagte Güstrows Pastorin i.R. Elisabeth Taetow spontan nach dem Gottesdienst. Der Kirchgemeinderat hatte bereits Ende vergangenen Jahres ein klares Votum für Grell abgegeben. Und auch gestern zeigte sich Jörg Rexin vom Kirchgemeinderat überzeugt: „Dieser Mann strahlt Wärme aus. Er ist ein geerdeter Pastor. Das brauchen wir in unserer Gemeinde. Er hat die Menschlichkeit, die wir auch bei Pastor Ortmann so geschätzt haben.“ Der 62-jährige Matthias Ortmann geht im Sommer nach 18 Jahren in der Güstrower Pfarrgemeinde in den Ruhestand.

Auch Grell selbst war gestern nach dem Gottesdienst und dem anschließenden Zusammentreffen mit Gemeindemitgliedern im Pfarrhaus angetan. „Ich war etwas aufgeregt, glaube aber, dass es gut gelaufen ist“, sagte er. „Ich freue mich sehr auf Güstrow.“ Grell wuchs in den USA auf einer Farm auf. „Von Haus aus bin ich Landwirt.“ Nach einem Studium, u.a. der Germanistik, in den USA kam er 1980 nach Deutschland, wo er in Tübingen Theologie studierte und auch promovierte. Anfang der 1990er-Jahre kam er nach Mecklenburg, lernte in Boizenburg seine Frau Dörte kennen. Mit ihr hat er einen 18-jährigen Sohn und eine 16-jährige Tochter. Die Familie wohnt in Kukuk bei Dabel. Grell war u.a. Pastor auf Poel und zuletzt Beauftragter für das Reformationsjubiläum 2017 im Sprengel Mecklenburg und Pommern. „Ich wollte wieder zurück in eine Gemeinde. Güstrow ist eine dankbare Herausforderung“, sagt der Pastor.

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