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Bützow - Krankenhausstudie : Ist Warnow-Klinik in Gefahr?

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Studie stellt langfristig Fortbestand von kleinen Krankenhäusern in Frage / Geschäftsführer sieht sich gut aufgestellt

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2015 | 18:57 Uhr

„Warnow-Klinik aus den Fugen“, Ruhepause für die Warnow-Klinik – solche und anderes Schlagzeilen bestimmten Ende der 1990er-Jahre die Schlagzeilen in der Bützower Zeitung. Im Land ging es um die Zukunft der Kliniken. In Bützow gingen Mitarbeiter, Schwestern und Ärzte gemeinsam auf die Straße und auch die Bützower solidarisierten sich mit ihrem Krankenhaus. Denn es stand auf der Kippe. Im vergangenen Jahr konnte die Warnow-Klinik nun ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Doch in einer Studie, die die Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ des Landtages in Auftrag gegeben hat, wird nun der Fortbestand von kleinen Kliniken in Frage gestellt (SVZ berichtete).

Thomas Blum, Geschäftsführer der Warnow-Klinik, hat sich auch über entsprechende Pressemitteilungen gewundert. „Ich kenne die Studie nicht,  man müsste sich das genauer anschauen.“ Doch was er bisher gehört habe, könne er nicht richtig nachvollziehen.

Die HGC GesundheitsConsult GmbH (Hamburg) hat Strategie- und Handlungsempfehlungen für eine Reform der Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. Dabei geht es um ein Zukunftsszenario für das Gesundheitssystem 2030. Die Studie wurde jetzt der Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt. Die HGC schlägt  darin eine Krankenhauslandschaft in MV mit zwei bis drei Zentren der Hochleistungsmedizin sowie zehn bis 14 Regionalkrankenhäusern mit bis zu 500 Betten vor. Kleinere Krankenhäuser mit derzeit bis zu 150 Betten sollten zu Gemeinde-Gesundheitszentren umfunktioniert werden, die einen umfassenden ambulanten Versorgungsansatz verfolgen. Sollten solche Pläne umgesetzt werden, dann wäre davon auch Bützow betroffen.

Denn die Warnow-Klinik verfügt nur über 71 Betten. Jedoch sind diese sehr gut ausgelastet. Sowohl 2013, als auch 2014 betrug die Bettenbelegung über 90 Prozent, so Geschäftsführer Thomas Blum. Er habe die Förderpolitik des Landes in den zurückliegenden Jahren  immer so verstanden, dass man gerade angesichts der älter werdenden Bevölkerung  eine wohnortnahe Versorgung anstrebt. Darauf setzt man auch in Bützow und die Zahlen der zurückliegenden Jahre belegen das. Außerdem müsse man sehen, in Schleswig-Holstein gibt es für rund 2,5 Millionen Menschen rund 100 Krankenhäuser. In Mecklenburg-Vorpommern seien es im Vergleich für 1,6 Millionen Menschen nur 37, macht Blum deutlich.

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