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Bützower Zeitung

17. November 2017 | 18:43 Uhr

Bützow/Schwaan : Irrtümer beim Gartenfeuer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Anders als so mancher denkt, dürfen Gartenabfälle nicht einfach verbrannt werden

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Sobald die kühleren Temperaturen in wärmere umschlagen, steht bei vielen Menschen der Region wieder die Gartenarbeit an. Dabei kommen auch Abfälle zusammen. Und anders als so mancher denkt, dürfen diese Abfälle nicht einfach verbrennt werden, auch nicht in den Monaten März und Oktober.

Zuletzt äußerten Anwohner ihren Unmut bei der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung in Vorbeck. „Die Bürger regen sich auf, dass sie ihre Gartenabfälle nicht mehr mehr verbrennen dürfen“, berichtet Bürgermeisterin Julia Grabowski über die Stimmung. Sie könne den Unmut sogar verstehen, „schließlich leben wir immer noch auf dem Dorf“. An der Gesetzeslage ändert dies jedoch nichts.

„Gartenfeuer zur Entsorgung pflanzlicher Gartenabfälle sind grundsätzlich nicht gestattet“, teilte der Landkreis in einer Pressemitteilung mit. „Im Landkreis Rostock bestehen flächendeckende Entsorgungsmöglichkeiten über die Wertstoffhöfe oder Kompostwerke.“ Wie der Pressesprecher des Landkreises, Michael Fengler, erklärt, ist der Aberglaube „Im März und im Oktober darf ich ja“ schlichtweg falsch. „Bis einschließlich 28. Februar sind Gartenfeuer grundsätzlich verboten. Und im März sowie im Oktober sind sie nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt.“

Bei der Gartenpflege im zeitigen Frühjahr fallen pflanzliche Gartenabfälle an. Diese Abfälle müssen entweder kompostiert, eingearbeitet oder bei den Wertstoffhöfen beziehungsweise Kompostwerken entsorgt werden. Die Verbrennung pflanzlicher Gartenabfälle ist nur in Ausnahmefällen gestattet. Die Ausnahmen für ein Feuer gelten, wenn ein Liegenlassen, Einbringen in den Boden oder die Kompostierung der pflanzlichen Abfälle auf dem Grundstück nicht möglich oder zumutbar ist oder die Nutzung der öffentlichen Entsorgungssysteme nicht möglich oder zumutbar ist. Gartenfeuer dürfen nur an Werktagen im März und Oktober in der Zeit von 8 bis 18 Uhr entfacht werden. Sie dürfen nicht länger als zwei Stunden brennen, an Sonn- und Feiertagen sind sie verboten. Es dürfen ausschließlich Pflanzenabfälle verbrannt werden. Die Verbrennung muss getrennt vom Lagerplatz der Abfälle erfolgen, um Lebewesen zu schützen. Zudem sind unnötige Rauchschwaden zu vermeiden sowie der Nachbarschutz und die allgemeinen Brandschutzregeln einzuhalten. Da laut Landkreis flächendeckend eine Entsorgung möglich sei, kommen die Ausnahmen nur in den seltensten Fällen zum Greifen. Wertstoffhöfe befinden sich unter anderem in Schwaan und Rühn.

Wer seine pflanzlichen Abfälle verbrennt, handelt ordnungswidrig und riskiert ein Bußgeld. „Das Umweltamt des Landkreises Rostock wird die Einhaltung der Vorschriften verstärkt kontrollieren“, teilt der Landkreis mit.

Anders verhält es sich mit Brauchtumsfeuern, wie beispielsweise Osterfeuern und Tennenbaumfeuern nach der Weihnachtszeit. Auf der Internetseite des Landkreises heißt es dazu: „Im Allgemeinen werden sogenannte Brauchtumsfeuer geduldet, sofern vorher eine Anmeldung des Vorhabens in den jeweils zuständigen Ordnungsämtern erfolgte. Aber auch hier gilt der Grundsatz, dass ausschließlich naturbelassenes Holz verbrannt werden darf.“

Wer nun auf die Idee kommt, sein Gartenfeuer als Brauchtumsfeuer für Familien-Bräuche anzumelden, wird damit keine Chance haben. Zum einen darf ohnehin kein Gartenabfall verbrannt werden, zum anderen müssen Brauchtumsfeuer öffentlich zugänglich sein. Noch härter trifft es übrigens die Kleingärtner. Diese können sich grundsätzlich nicht auf die Pflanzenabfall-Landesverordnung berufen, da in der Regel Gartenanlagen aus einem Grundstück bestehen und nicht aus vielen kleinen. Laut Fengler müsste die ganze Sparte Grünschnitt sammeln. Und selbst dann gilt der Grundsatz: Es ist zu entsorgen.


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