Investitionen trotz Krise

von
02. Dezember 2009, 08:11 Uhr

Die Situation erscheint paradox: Der Absturz der Wirtschaft ist in der Nachkriegszeit beispiellos, doch der Arbeitsmarkt hält sich Monat für Monat besser als selbst die größten Optimisten anzunehmen gewagt hatten. Diese scheinbare Entkopplung von Wirtschaftsgeschehen und Arbeitsmarkt macht Hoffnung in der Krise. Teils ist sie leicht erklärbar: Der Arbeitsmarkt reagiert stets mit einiger Verspätung auf Veränderungen in der Konjunktur - positive wie negative. Wenn Krisen länger anhalten, rücken Entlassungen auch von Stammbelegschaften näher. Stärkere Auswirkungen der Krise dürften nach dieser Regel auf dem Arbeitsmarkt erst im Jahr 2011 spürbar werden. Doch ist das Ausmaß, in dem sich der Arbeitsmarkt bisher unbeeindruckt zeigt, nicht allein den zeitversetzten Wirkungen zuzuschreiben. Die Kurzarbeiterregelung hat ihre erhoffte Funktion als Brücke über die Krise bisher ebenso gut erfüllt. Die vorgesehene Verlängerung ist deshalb dringend notwendig. Neben der Hoffnung auf ein Ende der Krise drückt sich in der Inanspruchnahme von Kurzarbeit eine weitere neue Entwicklung aus: Die Angst, qualifizierte Facharbeiter zu verlieren, die wegen der demografischen Entwicklung im nächsten Aufschwung nicht so leicht zu ersetzen sein werden. Die Bundesregierung muss jetzt weiter daran arbeiten, die Krisenfestigkeit der Wirtschaft zu erhöhen. Dazu zählt, beim heutigen Konjunkturgipfel wirksame Maßnahmen gegen die Kreditklemme zu ergreifen. Denn ohne die Möglichkeit, auch in der Krise investieren zu können, würde Firmen und damit dem Arbeitsmarkt eine weitere Gefahr drohen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen