Neue Ausstellung : Insulaner bieten Kontraste

Siegrid Rutenbeck (links) und Kirsten Otte-Grabow sind erstaunt über den Kontrast innerhalb der Ausstellung. Auf sie wirken die Bilder Finks freudiger als die der Malerinnen.  Fotos: Nicole Groth
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Siegrid Rutenbeck (links) und Kirsten Otte-Grabow sind erstaunt über den Kontrast innerhalb der Ausstellung. Auf sie wirken die Bilder Finks freudiger als die der Malerinnen. Fotos: Nicole Groth

Schwaaner Kunstmühle zeigt Ausstellung über Hiddenseer Künstler Günter Fink und Malerinnen des „Hiddensoer Künstlerinnenbundes“

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25. März 2016, 21:00 Uhr

Hiddensee zu Gast in Schwaan: Mit der gestrigen Ausstellungseröffnung unter dem Titel „Ein Ort für die Kunst. Die Blaue Scheune auf Hiddensee“ präsentiert die Schwaaner Kunstmühle Werke von Künstlern, die alle an einem Ort aber zu unterschiedlichen Zeiten gemalt haben. Werke von Malerinnen des „Hiddensoer Künstlerinnenbundes“ hängen neben den Bildern von Günter Fink. Besucher können sich bei einem Rundgang durch die Ausstellung auf ein Spiel der Kontraste gefasst machen.


Hiddensee: Ein Ort für die Kunst


1919 kaufte Henni Lehmann eine alte Bäckerscheune und ließ sie zur „Kunstscheune“ umgestalten. Dort kamen in den Sommermonaten Malerinnen aus ganz Deutschland zum Arbeiten, Ausstellen und Verkaufen zusammen. „Ihnen gemeinsam ist eine ähnliche Biografie, gleichzeitig jedoch die Vielfalt ihrer Kunst“, sagte Angela Rapp. Sie veröffentlichte ein Buch über den Hiddensoer Künstlerinnenbund. Diesem gehörte unter anderem Elisabeth Büchsel an. „Sie gilt als die Malerin von Hiddensee“, so Rapp. Schon als Kind wollte sie Malerin werden. Im Alter von 37 Jahren kam sie nach Hiddensee. Dort entdeckte sie ihre Motive zum Malen. Die Künstlerinnen bevorzugten vor allem landschaftliche Motive, erhielten dabei stets den waren Kern der Gegenstände trotz Verfremdungen durch Farbe und ähnlichem, so Rapp. Weiter zu nennen seien Julie Wolfthorn, Käthe Loewenthal oder Katharina Bamberg. Mit dem Zweiten Weltkrieg fand der Künstlerinnenbund sein Ende.Nach den Kriegsjahren war es der Dresdener Maler Günter Fink, der die Scheune weiterführte. 1955 kaufte er die einstige Villa und taufte sie um in die „Blaue Scheune“. „Für die Malerinnen blieb Hiddensee immer ein Sommerevent. Mit Günter Fink war erstmals ein echter Kolonist auf der Insel. Denn er arbeitete nicht nur in der Scheune sondern lebte dort auch“, sagte Rapp. Fink malte unpolitische Bilder. „Zu Zeiten der DDR fielen seine Werke deswegen unter das Verdikt des Formalismus. Dadurch hatte er eigentlich keine Chance, auf dem Künstlermarkt Fuß zu fassen und blieb Einzelkämpfer“, erzählte Rapp. „Seine Bilder sind farbig und, wie einige sagen, schon fast flüchtig gemalt, wobei ich diese Meinung nicht teile.“ Während die Bilder der Frauen bisweilen melancholisch wirken, strahlen Finks Werke vor allem Freude aus, so die Autorin. Der Fokus der Ausstellung liege auf den Bildern Finks, so Heiko Brunner, Leiter der Schwaaner Kunstmühle.

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen der Kunstmühle und dem Hiddenseer Hafen- und Kurbetrieb. Interessierte können diese noch bis zum 12. Juni in der Schwaaner Kunstmühle, Mühlenstraße 12, besichtigen.

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