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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 00:38 Uhr

Bützow : In schwieriger Zeit nicht allein

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs Bützow besteht seit 15 Jahren / Derzeit 20 Mitglieder / NetzwerkNachKrebs jetzt im Internet

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 17:44 Uhr

Die Diagnose Krebs verändert von einem Tag auf den anderen das Leben. Nicht nur das der Betroffenen, sondern auch das der Familien. Dann ist es gut, wenn man Menschen um sich weiß, die einem zur Seite stehen. In Bützow gibt es deshalb die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs. Gestern feierten die Mitglieder das 15-jähriges Bestehen.

Hannelore Vietzke und Bettina Willert haben bereits am Vormittag alles in Hartfil’s Hof für die kleine Feier vorbereitet. Erst im Sommer war die Vorsitzende der Gruppe verstorben. „Das gehört leider auch dazu, dass wir von Mitgliedern Abschied nehmen müssen“, sagt Hannelore Vietzke. Nun sei man dabei, sich neu aufzustellen. Bettina Willert aus Neu Bernitt wird die Arbeit als Vorsitzende weiterführen. Sie erhielt vor fünf Jahren die Diagnose Brustkrebs. „Als ich 2013 aus Baden-Württemberg hierher zog, habe ich gleich den Kontakt gesucht“, erzählt sie. Sie kannte die Arbeit in der Selbsthilfegruppe bereits aus der alten Heimat.

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs ist eine eigenständige, bundesweit agierende Selbsthilfeorganisation. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 20 Gruppen. Auffangen, helfen, begleiten – das ist das Motto der Organisation.

Hannelore Vietzke weiß, dass Betroffene nach der Diagnose unsicher sind, viele Fragen haben, Hilfe brauchen. „Hier in der Gruppe kann man über die Erkrankung sprechen. Jeder weiß, wovon man redet, muss sich nicht groß erklären“, erzählt die Bützowerin, die seit sieben Jahren mit der Diagnose Krebs lebt. Damals schloss sie sich der Selbsthilfegruppe an. Beide Frauen betonen, dass es nicht darum gehe, zu wehklagen. Vielmehr ist es eine Stütze in einer schwierigen Zeit. „Einmal im Monat treffen wir uns in einem Raum der Apotheke am Forsthof“, so Hannelore Vietzke. Darüber hinaus gibt es auch Reisen, Wanderungen oder Radtouren. Es gehe darum, eine Atmosphäre der Hoffnungen und Zuversicht zu schaffen, und die Gewissheit zu haben, nicht allein dazustehen.

Ganz wichtig sei, dass es bundesweit ein Netzwerk gibt, auf das man zurückgreifen kann. Denn mit der ärztlichen Diagnose „geheilt“ ist das Thema Krebs noch lange nicht erledigt. „Man fällt in ein Vakuum, weiß nicht wie es weitergeht“, erklärt Bettina Willert. Dann sei es wichtig, dass man auf die vielen Fragen, Antworten bekommt. Sie nennt den Krebsinformationsdienst (KID) in Heidelberg. Eine unabhängige Organisation, „bei der man zu jeder Zeit seine Fragen stellen kann.“ Der KID gibt Antworten, helfe weiter, wenn es zum Beispiel darum geht, vielleicht eine zweite unabhängige Expertenmeinung zu seiner Erkrankung einzuholen. „Viele wissen gar nicht, dass es diesen Informationsdienst gibt“, sagt Bettina Willert.

Auch aus diesem Grund wünschen sich die beiden Frauen, dass noch mehr Betroffene das Angebot der Selbsthilfegruppe annehmen. „Natürlich ist es immer eine Hemmschwelle, die man überwinden muss. Das trifft insbesondere auch auf jüngere Frauen zu“, sagt Bettina Willert. Der Bundesverband hat das erkannt. Deshalb gibt es jetzt auch ein NetzwerkNachKrebs im Internet.

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