Modelleisenbahn : In eine kleine Welt eintauchen

Sie rücken für ihr gemeinsames Hobby gern ein Stück enger zusammen: Ralf Schwigon (vorne von links) und Torsten Hennings, sowie Heiko Lange (Mitte von links) und Thomas Präfke wie auch Heinrich Horstmann (hinten von links) und Edwin Kruse.
Foto:
Sie rücken für ihr gemeinsames Hobby gern ein Stück enger zusammen: Ralf Schwigon (vorne von links) und Torsten Hennings, sowie Heiko Lange (Mitte von links) und Thomas Präfke wie auch Heinrich Horstmann (hinten von links) und Edwin Kruse.

Die Mitglieder des Schwaaner Modelleisenbahnclubs treffen sich jeden Freitag zum Fahren, Basteln und Bockwurst essen

von
29. März 2016, 10:00 Uhr

Es ist Freitagabend. Gestandene Männer sitzen in der Runde zusammen. In der Hand eine Flasche Bier, die Bockwurst ist bereits verdrückt. Doch die Herren spielen weder Skat noch Fußball. Wöchentlich treffen sich die Vereinsmitglieder in der Laager Straße 1 in Schwaan, um ihrem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Diese Männer sind Mitglieder des Modelleisenbahnclubs in Schwaan.

14 Gleise, 200 Meter Schienen und viele kleine Dekorationselemente wie Häuser, Bäume und mehr zieren die Anlage des Vereins. Doch ein Ende ist noch nicht in Sicht. „Eine Modelleisenbahn wird nie fertig“, sagt Torsten Hennings. Bevor die Männer sich in ihrer Miniaturwelt ausleben konnten, mussten sie erst einmal die Grundlage dafür schaffen. In Eigenleistung bauten die Vereinsmitglieder die Räumlichkeiten des ehemaligen Hotels in der Laager Straße um. Auf der unteren Etage befindet sich das Vereinsheim, in dem die Männer in geselliger Runde ihre Abende verbringen. Auf der oberen Etage steht ihre Anlage.

„Bereits zu DDR-Zeiten war die Modelleisenbahn unser Hobby. Damals kaufte man zusätzliche Teile, wenn es welche gab und nicht, wenn man welche brauchte. Somit konnte jeder von uns bereits Material mit in den Verein bringen“, sagt Thomas Präfke. Die Menge an Zubehör habe sich die Jahre über vergrößert. Zuhause habe nicht jeder die Möglichkeit, sein Hobby in dem Ausmaße auszuleben. „Wenn wir alles, was wir haben, auf die Schienen stellen würden, könnten wir nicht mehr fahren“, sagt Ralf Schwigon. Das „rollende Material“, wie die Modelleisenbahner ihre Loks und Waggons nennen, ist im Privatbesitz der Mitglieder. Die Anlage haben sie zusammen finanziert. Die Männer des Schwaaner Clubs fahren noch analog. „Jeder von uns ist für einen Streckenabschnitt zuständig. Wir übernehmen dann immer voneinander den fahrenden Zug. Würde alles digital ablaufen, könnte immer nur einer fahren“, erzählt Torsten Hennings.

Im Club gebe es feste Zeiten, wann an der Anlage gebaut und wann gefahren wird. „Um die Landschaftsgestaltung kümmern wir uns von Frühjahr bis Sommer, danach treffen wir uns zum Fahren“, sagt Ralf Schwiegon. Vor allem zur Adventszeit kommen oft neue Modelle dazu, die dann zur Weihnachtsfeier ausprobiert werden, so Torsten Hennings.

Der Modelleisenbahn-Club Schwaan besteht seit knapp 26 Jahren. In dieser Zeit ist die Mitgliederzahl konstant bei sieben geblieben. „Wir haben noch Platz für einen weiteren Mann. Es können aber auch Leute in den Club eintreten, die einfach Spaß am Basteln haben und gar nicht unbedingt fahren wollen“, so Thomas Präfke. Pflege und Reparaturarbeiten übernehmen die Mitglieder selbst. „Wir sind keine Freaks, die sich selber ihre Loks bauen, aber wir sorgen für die Instandhaltung“, berichtet Torsten Hennings. Die regelmäßige Reinigung sei nicht zu vernachlässigen. Dafür ist ein spezieller Staubsauger-Waggon im Einsatz, der während der Fahrt die Schienen vom Dreck befreit.

Neben den wöchentlichen Treffen unternehmen die Vereinsmitglieder auch Exkursionen. Dann geht es dorthin, wo die großen Exemplare ihrer Modelleisenbahn stehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen