Bützow : In den Bahnhof zieht Leben ein

Bahnhofseigentühmer Poppe Gerken und Mieter Bernd Zamzow freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit.
Bahnhofseigentühmer Poppe Gerken und Mieter Bernd Zamzow freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Nach knapp einem Jahr Umbaumaßnahmen kann am kommenden Sonnabend das erste Geschäft seine Tür öffnen

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11. August 2015, 18:14 Uhr

Er hatte große Pläne, als er sich vor knapp einem Jahr entschied den Bützower Bahnhof zu kaufen. „Viele haben mir davon abgeraten, aber ich war mir sicher, dass es die richtige Entscheidung sein wird“, erinnert sich Poppe Gerken an den Kauf des historischen Gebäudes. Nun ist es endlich soweit, das erste Ladengeschäft – ein Fachhändler für Camping und Funktionsbekleidung – kann in den alten Bahnhof einziehen und am Sonnabend seine Tür für die Besucher öffnen.

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Rund 1000 Tonnen Schutt habe ich mit meinen sieben Bauleuten aus dem Gebäude geholt – es war eine Totalsanierung“, resümiert Poppe Gerken das vergangene Jahr. Eine besondere Schwierigkeiten stellten dabei die mit einem Schwamm befallenen Wände des Bahnhofs dar. „Nahezu alle Außenwände wurden von uns kernsaniert – alles Stück für Stück“, so der Bahnhofseigener.


Trotz Rückschlag Blick nach vorn


Ins Erdgeschoss sollte ursprünglich eine Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis einziehen. Dafür habe der Bauherr die Räume nach den Vorstellungen der beiden Ärzte umgebaut. „Es war ein ganz schöner Rückschlag, als vor zwei Monaten die Absage der Zahnärzte kam“, erinnert sich Poppe Gerken, der keinen Vorvertrag geschlossen hatte. „Es gab nur einen Handschlag – ich verfahre da immer nach alter deutscher Art. Die Absage hat mich schon sehr enttäuscht“, erzählt Poppe Gerken, der sich umso mehr freut, dass Bernd Zamzow ihm die Treue gehalten hat. Und das obwohl sich die Bauarbeiten an seinem Ladenlokal durch den Tornado um zwei Monate verzögerten. „Die Hilfe meiner Leute wurde dringend gebraucht“, erklärt Gerken die verspätete Fertigstellung.

Auf zwei Etagen kommen Camper, Jäger und Naturliebhaber hier nun ab kommenden Sonnabend, 15. August, auf ihre Kosten. Obwohl „nordost-outdoor“ Bernd Zamzows erstes richtiges Ladenlokal ist, ist er schon ein alter Hase im Bereich Freizeitbekleidung. „Angefangen hat alles damit, dass ich selbst sechs Huskies habe und die richtige Fütterung immer wichtig fand. Vor zehn Jahren habe ich dann begonnen Hundefutter auszuliefern“, erinnert sich der 49-Jährige zurück.

Er sei viel in der Natur unterwegs, da sei die richtige Bekleidung stets wichtig gewesen. Er habe sich mit verschiedenen Anbietern beschäftigt und vor rund zwei Jahren begonnen zunächst im Internet und später auch in einem kleinen Laden in seinem Haus in Moltenow entsprechende Textilien zu verkaufen.

„Irgendwann wurde die Ladenfläche zu klein und dann kam eins zum anderen“, sagt Zamzow und fügt hinzu: „Ich habe gehört, dass Poppe Gerken den Bahnhof gekauft hat. Wir haben uns getroffen. Hier passte einfach alles gut zusammen.“ Viel verspreche er sich auch von den durchreisenden Fahrgästen, die bei einem Zwischenstopp bei ihm einkehren. „Wir kennen das doch alle – man hat die Wanderschuhe vergessen oder die Zeltstange ist gebrochen, da kommt so ein Laden am Bahnhof doch gerade recht“, ist sich der Moltenower sicher.

Wichtig sei dem Geschäftsmann jedoch auch, keine Konkurrenz für die bestehenden Geschäfte zu sein. „So vertreibe ich beispielsweise auch keinen Anglerbedarf, denn wir haben hier schon ein Geschäft und da überlasse ich das gerne den Experten“, sagt Zamzow, der als gelernter Instandhaltungsmechaniker stolz von sich sagen kann, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Jetzt freut sich Zamzow erst einmal auf die Eröffnung am Sonnabend und hofft auf einen erfolgreichen Start in dem historischen Bahnhof.

Für Eigentümer Poppe Gerken geht es indes weiter mit den Umbaumaßnahmen. So soll in der alten Mitropa ein uriger englischer Pub entstehen und im Obergeschoss sowie im Nebengebäude seien insgesamt sieben moderne Wohnungen geplant, verrät Gerken seine ambitionierten Pläne.

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