Bützower Petrijünger : Immer wieder Müll am Haken

<strong>Udo Schönherr ist</strong> Vorsitzender eines der größten Vereine der Bützower Region. Dennoch musst der Sportanglerverein Bützow auch im abgelaufenen Jahr einen Mitgliederschwund verzeichnen. 420 Petrijünger sind nur noch eingetragen. <foto>Ralf Badenschier</foto>
Udo Schönherr ist Vorsitzender eines der größten Vereine der Bützower Region. Dennoch musst der Sportanglerverein Bützow auch im abgelaufenen Jahr einen Mitgliederschwund verzeichnen. 420 Petrijünger sind nur noch eingetragen. Ralf Badenschier

Wenn die Bützower Petrijünger an einen vermüllten, schmutzigen See kommen, müssen sie den Dreck erst beseitigen, bevor sie ihre Angel auswerfen. Wenn sie das nicht machen, könnten sie bestraft werden- für fremden Müll.

svz.de von
03. März 2013, 07:10 Uhr

Bützow | Die Bützower Petrijünger verstehen die Welt nicht mehr. Wenn sie an einen See kommen und dort liegt Müll herum, müssen sie diesen erst beseitigen, bevor sie ihre Angel auswerfen. Wenn sie das nicht machen und es kommt die Angelaufsicht vorbei, werden sie bestraft. So sieht es die Gewässerordnung des Landesangelverbandes vor. Darauf verweist Udo Schönherr, Vorsitzender des Bützower Sportanglervereins am Sonnabend auf der Jahreshauptversammlung der Petrijünger. Vier Arbeitsstunden an einem Vereinsgewässer seien zu leisten, wird ein Angler an einem schmutzigen Angelplatz erwischt. Bei "Wiederholungstätern" drohe der Entzug der Jahresangelberechtigung. Dabei sind sie ja in den meistern Fällen gar nicht die Täter. "Ich denke mal, nur fünf Prozent unserer Mitglieder gehören zu den schwarzen Schafen, die Dreck beim Angeln an Gewässern zurücklassen", sagt der Vereinschef. Und nicht nur Angler, auch Bootsfahrer und andere seien für den vielen Unrat, der auf und an Gewässern zu finden ist, verantwortlich, sagt Fischereiaufseher Günter Schilke. Vielmehr seien es die Mitglieder, die dann den Dreck für andere wegräumen, ergänzt Udo Schönherr.

So sind die Vereinsmitglieder am 23. März wieder aufgerufen, beim landesweiten Tag der Gewässerpflege mit anzupacken. Am gleichen Tag findet in Bützow wieder die große Frühjahrsputzaktion statt. "Viele, erfreulicherweise sehr viele haben im vergangenen Jahr bereits mitgemacht", resümiert der Vereinschef. Zumal der Verein 16 Seen und etliche Kilometer von Beke und Warnow im Bestand hat. Wasserfläche mit einem Gesamtumfang von knapp 90 Hektar, so Schilke.

Udo Schönherr würde sich freuen, wenn auch bei anderen Veranstaltungen, die im Jahresplan verankert sind, die Resonanz so gut wäre, zumindest besser als im Jahr 2012. So habe es sieben Sportliche Veranstaltungen gegeben, u.a. das Raubfischan- und -abangeln und das Hegeangeln mit insgesamt 98 Sportfreunden. Das mache ein Schnitt von 14 Teilnehmern. "Beschämend", befindet Udo Schönherr. Er hat dabei die aktuelle Mitgliederzahl im Blick. Die liegt gegenwärtig bei 420. Damit sank diese Zahl erneut um knapp 50 im Vergleich zum Vorjahr. Daran änderte auch nichts, dass etwa die gleiche Anzahl von Angelfreunden neu oder wieder aufgenommen wurden. Denn, das machte der Vereinsvorsitzende deutlich: Wer seinen Jahresbeitrag nicht bezahlt, weil er meint, er habe im Jahr keine Zeit zum Angeln, dessen Mitgliedschaft endet automatisch. Es sei denn, er zahlt einen einmaligen Beitrag von 16 Euro. Dann könne er an allen Veranstaltungen, wie z.B. das Familienfest teilnehmen. Diese mittlerweile traditionelle Feier auf dem Fischereihof Pietzak findet in diesem Jahr am 13. Juli statt.

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