Ausbildungsserie : Immer für den Ernstfall gewappnet

Marvin Rohde aus Güstrow ist auszubildender Notfallsanitäter im ersten Lehrjahr bei der DRK-Rettungswache in Bützow.
Marvin Rohde aus Güstrow ist auszubildender Notfallsanitäter im ersten Lehrjahr bei der DRK-Rettungswache in Bützow.

Start der neuen Reihe der Bützower Zeitung – Teil 1: Notfallsanitäter

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27. November 2017, 09:00 Uhr

Um sieben Uhr morgens beginnt die Schicht von Marvin Rohde in der Rettungswache des DRK in Bützow. Genauer gesagt um 6.45 Uhr, denn er muss eine Viertelstunde vor Arbeitsbeginn da sein, um sämtliche Ausrüstung und die Einsatzwagen zu überprüfen. Davon, ob sie einsatzbereit sind, können im Verlauf des Tages Menschenleben abhängen. Anschließend hält er sich mit seinen Kollegen für den Ernstfall in der Wache bereit.

Marvin Rohde ist 18, kommt aus Güstrow. Er ist auszubildender Notfallsanitäter im ersten Lehrjahr. Schon beim Schwimmtraining der Wasserwacht des DRK beim Sanitätszug Güstrow entwickelte er eine Leidenschaft für sein Tätigkeitsfeld. „Es ist einfach die Arbeit im Team, die mir Spaß macht. Bei uns herrscht ein ganz anderer Umgang unter Kollegen als in anderen Berufen. Es ist gemeinschaftlicher“, sagt der Azubi. „Aber auch der Umgang mit den Patienten interessiert mich.“

Insgesamt gibt es in der Rettungswache Bützow zwei Einsatzfahrzeuge, ein Mehrzweckfahrzeug und einen Rettungstransportwagen. Marvin Rohde fährt derzeit als Auszubildender und dritter Mann im Mehrzweckwagen mit, der meistens für den Krankentransport genutzt wird. Später soll er aber auch beim Rettungswagen mitfahren. Dessen Ausrüstung ist auf die Herstellung und Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit von Notfallpatienten vor und während des Transports spezialisiert.

Jeden Montag steht die Inspektion und Reinigung der Einsatzwagen an. „Die Ausrüstung muss desinfiziert werden und die Medikamente werden auf ihren Verfall geprüft. So lerne ich die ganzen Mittel auch nebenbei kennen“, sagt der angehende Notfallsanitäter.

Somit gehört also nicht nur Leben-Retten zum Alltag seiner Ausbildung. Ebenso sind es die Reinigung und Überprüfung der Ausrüstung und das pflichtbewusste Dokumentieren der Einsätze nach dem Ausrücken.

Sollte es dann doch zu einem Notfall kommen, ist Marvin Rohde darauf vorbereitet. „Die Angst, dass ein Rettungsversuch mal vergebens ist, begleitet einen natürlich immer. Aber auf so einen Fall bin ich eingestellt“, sagt er. „Ich denke, dann ist es besonders wichtig, darüber mit seinen Kollegen zu sprechen.“

Neben seiner Arbeit in der Rettungswache erwartet Marvin Rohde auch noch ein Praktikum in einem Krankenhaus. In 720 Stunden wird er dort lernen, wie ein EKG aufgezeichnet wird, oder welche Werte er beim Monitoring im Blick behalten muss. Auch der Umgang mit den Patienten steht während des Praktikums im besonderen Fokus. Eng mit der Praxis verflochten ist auch der schulische Teil seiner Ausbildung, die er im DRK Bildungszentrum Teterow absolviert. Dort stehen Fächer wie Anatomie, Krankheitsbilder, Qualitätsmanagement aber auch Kommunikation auf dem Stundenplan. Nach Meinung der Leiterin der Rettungswache Bützow, Karin Rhein, sei dies einer der wichtigsten Aspekte des Berufes. „Ein Notfallsanitäter sollte nicht nur teamfähig und wissbegierig, sondern auch empathisch sein. Die Kommunikation mit Patienten ist das A und O“, sagt sie.

In weiteren Praxisaufgaben lernt Marvin Rohde außerdem, seine Arbeit in der Rettungswache zu reflektieren und sein medizinisches Wissen zu ergänzen. Noch hat er zwar meistens gegen 18 Uhr Dienstschluss, doch ab dem dritten Lehrjahr erwarten auch ihn 24-Stunden-Schichten.

Sein Plan für die Zukunft ist es, die Ausbildung so gut wie möglich abzuschließen und anschließend hier in der Umgebung eine Anstellung zu finden.

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