Bützow : Immer bestes Klima

Jonas Thoben (l.) und Henning Zisler (r.) aus Bützow haben ein Händchen für ihr Werkzeug. Sie sind im vierten Lehrjahr ihrer Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der Lüftungs- und Klimatechnik GmbH.
Jonas Thoben (l.) und Henning Zisler (r.) aus Bützow haben ein Händchen für ihr Werkzeug. Sie sind im vierten Lehrjahr ihrer Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der Lüftungs- und Klimatechnik GmbH.

Ausbildungsserie der Bützower Zeitung – Teil 9: Anlagenmechaniker

svz.de von
05. Februar 2018, 08:00 Uhr

Wenn sie nicht gerade einen Lehrgang besuchen oder in der Berufsschule sind, trifft man sie zumeist auf einer Baustelle beim Montieren von Rohrleitungen oder Kanälen. Der 19-jährige Jonas Thoben und der 20-jährige Henning Zisler sind angehende Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und absolvieren ihre Ausbildung bei der Lüftungs- und Klimatechnik GmbH in Bützow. Wenn alles gut läuft, bestehen sie nach dreieinhalb Jahren noch in diesem Monat ihre Abschlussprüfung.

Für beide stand während der Schulzeit fest, sie wollen etwas Handwerkliches machen. „Mein Vater ist Kfz-Mechatroniker, aber ich wollte dann doch etwas anderes machen“, erzählt Jonas Thoben. „Es ist vor allem die handwerkliche Herausforderung, die mich reizt. In diesem Beruf gibt es viel Abwechslung“, sagt Henning Zisler.

Am Anfang der Ausbildung hieß es dann aber erst einmal handwerkliche Grundlagen und Grundkenntnisse in Metallverarbeitung sowie technische Zeichnungen lesen und verstehen zu erlernen. Diese bilden die Grundlagen für die Montagearbeiten. Dabei sind die Pläne stets mit einer dreidimensionalen Variante ergänzt. „Das erleichtert das räumliche Vorstellen“, so die Auszubildenden.

Eine typische Arbeitswoche beginnt für sie montags mit einer Besprechung im Betrieb. Anschließend werden die Autos mit Material und Werkzeug beladen, um zur Baustelle zu fahren. Das Besondere hierbei: Es gibt immer andere Anforderungen, da nur selten eine Baustelle der anderen gleicht. „Im Schwimmbad beispielsweise muss man aufgrund der Feuchtigkeit andere Materialien verwenden und diese müssen dann auch wieder anders montiert werden“, erläutert Ausbildungsleiter Mathias Wegner. Da erklärt es sich von selbst, dass vor Ort alles gut abgestimmt sein muss. Allerdings ist nicht jeder Plan bis zum Ende hin komplett „wasserdicht“. „Oft muss flexibel auf Situationen reagiert werden“, so Mathias Wegner. „Da man es immer mit individuellen Strukturen zu tun hat, ist schon mal Kreativität und Improvisation gefragt“, sagt Jonas Thoben. Aber das sei Teil der Herausforderung. Außerdem müsse man gut mit Höhen klarkommen. „Wir arbeiten auch mal im fünften oder sechsten Stock. Zwar sind wir abgesichert, aber trotzdem kann man beim Runterschauen ein mulmiges Gefühl bekommen. Das muss man abkönnen.“

Genauso sollten Bewerber eine körperliche Grundfitness mitbringen. Besonders Beine und Schultern werden beim Tragen und Überkopfarbeiten beansprucht. Aber sportlich sind die beiden Azubis ohnehin auf der Höhe, denn Henning Zisler spielt Handball in Bützow und Jonas Thoben Fußball in Zernin. Ebenso wichtig ist die Lernbereitschaft. Die beiden angehenden Anlagenmechaniker schauen sich viel von ihren erfahreneren Kollegen ab. Oft wechseln sich die Teams für die Baustellen zwar ab, aber gut arbeiten ließe es sich mit allen Kollegen, so die Azubis.

Ergänzend zur Praxis im Betrieb gehen Jonas Thoben und Henning Zisler auf die Berufliche Schule der Hansestadt Rostock. Blockweise sind die beiden abwechselnd fünf Wochen im Betrieb und zwei Wochen in der Berufsschule. Dort befassen sie sich mit allen Handlungsfeldern ihres Berufes: Wassertechnik, Lufttechnik, Wärmetechnik und Umwelttechnik sowie erneuerbare Energien. Weitere überbetriebliche Lehrgänge absolvieren die Azubis im Bildungs- und Technologiezentrum Schwerin. Dort stehen Themen wie Gerätetechnik, Öl- und Gasgeräte, Schweißen, Werkzeuge und Elektronik auf dem Stundenplan.

Es sind die abwechslungsreichen Aufgabengebiete und Herausforderungen, die Jonas Thoben und Henning Zisler faszinieren und die den Reiz des Anlagenmechanikers ausmachen. Gute Bewerber für diesen Ausbildungsberuf werdem immer gesucht, sagt Mathias Wegner.

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