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Tourismus in Bützow und Umgebung : Im Sommer keine Zeit für Freizeit

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Brit Abeln betreibt seit 15 Jahren das Naturdorf Eickhof

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 06:00 Uhr

Am Montag hatte sie einen freien Tag. Den ersten seit dem 3. Mai, sagt Brit Abeln. Gerade liegen zwei ereignisreiche Wochen hinter der Chefin vom Naturdorf Eickhof. Sie hatte Ferienkinder auf dem Gelände. Jeweils 30 an der Zahl. Die Kinder kamen aus dem Land, aber auch aus Kiel und Elmenhorst. Wenn es dann regnet, ist Brit Abeln mehr als sonst gefordert. „Dann muss neu geplant, müssen andere Sachen organisiert werden“, sagt die 47-Jährige. Da sei es gut zu wissen, dass sie Partner in der Region hat, auf die sie sich verlassen kann. Zum Beispiel Ralf Schröder von der Pfarrscheune in Zernin, der die Essenversorgung gewährleistet.

Seit 21 Jahren gibt es das Urlaubs- und Feriencamp der besonderen Art auf dem einstigen LPG-Gelände. 2004 habe es die ersten Ideen gegeben. Zwei Jahre später wurde die erste Saison eingeläutet. Zunächst nur als Nebenjob, gab Brit Abeln später ihren Festanstellung als Ingenieurin in einer Firma für Garten- und Landschaftsbau auf, stieg ganz in die Tourismusbranche ein.

Es war nicht immer ganz einfach. So gab es zum Beispiel Auseinandersetzungen mit der Gemeinde. Die ist Eigentümer des Areals, Brit Abeln Pächterin. Keine ideale Konstellation. Doch diese Zeit sei längst vorbei. „Man gewinnt Lebensweisheit und lernt Gelassenheit“, sagt Brit Abeln heute. Sie habe sich extra weitergebildet, unter anderem ein Kommunikationstraining absolviert. „Im Winter habe ich ja dafür Zeit.“

Zwischen Mai und November gibt es für sie nur wenig Freizeit, im Prinzip gar keine. In diesen Monaten muss sie als Unternehmerin das Geld verdienen, um auch über die Wintermonate zu kommen. Dann plant sie die nächste Saison, stellt zum Beispiel die Programme für die Feriencamps zusammen.

Brit Abeln spricht angesichts des Wetters der zurückliegenden Wochen von einer „durchwachsenen“ Saison. „Die Buchungen, die ich im Dezember und Januar angenommen habe, diese Gäste reisen auch an“, sagt die Betreiberin des Naturdorfes. Verhaltener sei das mit den Tagesgästen in der Woche. An den Wochenenden sehe das dann aber auch schon wieder anders aus.

So bleibt für Müßiggang keine Zeit. Alle Gäste, ob Gruppen, Familien, Einzelgäste wollen betreut werden. Das zeigt sich, als zwei Frauen ins Büro kommen , die von Eickhof aus mit dem Kanu bis nach Rostock paddeln möchten. Am Freitag wollen sie aus der Hansestadt wieder abgeholt werden. Auch das wird von Brit Abeln organisiert, gehört zum Tagesgeschäft.

Die Warnow ist neben Heuhotel und Übernachtungsherberge ein besonders wichtiger Bestandteil des Konzepts „Naturdorf Eickhof“. Viel Wasser führe der Fluss gegenwärtig mit sich. Das ist gut für die Kanuverleiher und Wassertouristen. Gerne würde Brit Abeln die Paddler mehr von Eickhof in Richtung Rühn auf die Strecke schicken, nicht nur durch das „wilde“ Warnowdurchbruchstal zwischen Sternberger Burg und Eickhof. Doch nicht immer sei so viel Wasser vorhanden wie jetzt. Hinzu kommt: Der Pflanzenwuchs im Fluss nehme zu. Es werde zwar einmal im Jahr entkrautet. Doch ob das noch ausreicht? Brit Abeln macht dafür den verstärkten Nährstoffeintrag verantwortlich. Ein weites Thema, mit dem sie sich intensiv beschäftigt.

Drei Jahre noch läuft der Pachtvertrag. Wie es dann weitergeht, wisse sie noch nicht, setze sie aber auch nicht unter Druck. Sie hat Gelassenheit gelernt. Und die Saison 2017 ist noch lange nicht vorbei.

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