Schwaan : Im Einsatz für „die grüne Stadt“

Die Damen des Hundesportvereins (v.l.) Anneliese, Roswitha, Regina, Anke, Astrid und Petra haben viel Unrat gesammelt. Die Gegend um den Hundesportplatz werde leider von vielen als Müllhalde genutzt.
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Die Damen des Hundesportvereins (v.l.) Anneliese, Roswitha, Regina, Anke, Astrid und Petra haben viel Unrat gesammelt. Die Gegend um den Hundesportplatz werde leider von vielen als Müllhalde genutzt.

8. Schwaaner Umwelttag: Zahlreiche Mitbürger der Warnowstadt und der Ortsteile helfen beim alljährlichen Frühjahrsputz

svz.de von
01. Mai 2017, 21:00 Uhr

Wer am Sonnabendvormittag durch Schwaan fuhr, wird auffällig viele gefüllte Müllsäcke und wuselnde Menschen gesehen haben. Zahlreichen Ecken, Plätzen, Straßen und Grünflächen wurde nämlich eine Schönheitskur verpasst. Zum achten Mal fand der Schwaaner Umwelttag statt.

Karin Reipa und Paul-Friedrich Rickert befüllen an der Tankstelle in der Niendorfer Chaussee jeweils einen Sack voll Unrat. „Hier herrscht heute viel Betrieb an der Tankstelle“, sagt die Niendorferin. Das sei gut, denn so würden viele Vorbeifahrende sehen, dass andere Leute ihren Müll wegräumen. „Vielleicht kommt ja der ein oder andere ins Überlegen.“ Paul-Friedrich Rickert ärgert es, dass die Säcke überhaupt voll werden. „Jeder hat doch eine gelbe Tonne.“ Karin Reipa ergänzt: „Manchmal passiert sowas sicher auch ohne Absicht, wenn es windig ist zum Beispiel. Aber Schnapsflaschen und Kippenpackungen?“ Die beiden Rentner gehen bei ihrem Waldspaziergang jeden Tag an den Grünflächen vorbei. „Der Müll ärgert uns. Deswegen räumen wir hier auf“, sagt der Schwaaner.

Auch Claudia Prestin und Franziska Uhrich packen in der Loxstedter Straße mit an, wie jedes Jahr. Sie sind Mitglieder im Schwaaner Carnevalsverein. „Einige von uns räumen in den Proberäumen auf“, sagt Franziska Uhrich. Die anderen machen in der Bahnhofsgegend Klarschiff.

Besonders viel zu tun haben die Mitglieder des Hundesportvereins am Gelände in der Letschower Chaussee. Gleich mehrere Säcke Müll kommen zusammen, genau wie Bauabfälle und aussortierte Campingstühle. Leider gelte an dieser recht abgelegenen Ecke Schwaans: Nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen. „Vielleicht lädt schon morgen wieder jemand seinen Müll hier ab“, fürchtet Petra Spillmann, 2. Vorsitzende des Vereins. Unrat von zu Hause, Waschmaschinen, Schnapsflaschen und sogar Hühnerfedern werden regelmäßig dort entsorgt. „Die Leute denken scheinbar, hier können wir das ablegen und die vom Verein räumen das schon weg“, ärgert sich Petra Spillmann.

Das Gelände des Hundesportvereins zählt zu den „neuralgischen Punkten“, wie Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) es nennt. Einige Stellen seien bekannt, an denen immer wieder Müll abgelagert wird. Generell sei die Müll-Situation in der Warnowstadt jedoch vergleichsweise gut. „Es ist wesentlich besser geworden. Schwaan ist eine grüne Stadt und das wird von den Mitbürgern auch gelebt.“

Ein Grund dafür ist laut Schauer der Wertstoffhof. „Der Wertstoffhof wird gut genutzt. Man muss seinen Kühlschrank jetzt nicht mehr im Wald entsorgen, wenn man vor der Haustür diese Möglichkeit hat“, erklärt der Bürgermeister überspitzt. Auch Bauschutt und Sondermüll könne man dort abgeben. Jedoch wüssten viele immer noch nicht, dass in Schwaan ein Wertstoffhof ist.

Ein zweiter Grund, warum weniger Müll in der Warnowstadt und den Ortsteilen liegt: Die Schwaaner räumen ihren Müll selbst wieder weg. Die Arbeit hält natürlich von der Leichtfertigkeit ab.

Die mittlerweile achte Auflage des Umwelttages war erneut ein voller Erfolg. „Es ist für viele eine Selbstverständlichkeit geworden, dass dieser Tag stattfindet“, sagt Mathias Schauer. Mittlerweile laufe die Organisation nahezu selbstständig. „Die Idee, mit den Vereinen Stützpunkte aufzubauen, läuft wie ein Länderspiel“, freut sich der Bürgermeister. Etwa 30 Vereine, Fraktionen der Stadtvertretung und Klassen der Regionalen Schule haben jeweils einen Bereich übernommen, in dem die Mitglieder und Freiwillige Hand anlegten. Initiiert wurde der Tag in diesem Jahr von der Stadt und dem kommunalen Netzwerk.

Entstanden ist die Idee vor Jahren im Umweltausschuss, dem Schauer vorsaß. Der Landkreis Bad Doberan bot seinerzeit an, den gesammelten Müll kostenlos zu entsorgen und unterstütze solche Aktionen. „Wir waren mit Vorreiter im Landkreis“, erinnert sich Schauer. Heute gebe es zwar kein Geld mehr, dennoch macht der Nutzen alle Mühen am Ende wieder wett.

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