neuendorf : „Ich warte noch auf Superman“

Astrid Schmidtke als „Miss Trapattoni“. Die Neuendorferin wünscht sich des Öfteren „so unbefangen an Dingen herantreten zu können, wie als junger Mensch“.
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Astrid Schmidtke als „Miss Trapattoni“. Die Neuendorferin wünscht sich des Öfteren „so unbefangen an Dingen herantreten zu können, wie als junger Mensch“.

Astrid Schmidtke aus Neuendorf wünscht sich Radwege für mehr Sicherheit und liest täglich die Schweriner Volkszeitung

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12. März 2016, 12:00 Uhr

Gegenwärtig bereitet der Kulturverein Neuendorf die achte Auflage des Fußballspiels zwischen Handwerkern und Landwirten vor. Dieses Fest für die ganze Familie findet seit nunmehr acht Jahren immer am Herrentag statt. Als Miss Trapattoni konnten die Besucher Astrid Schmidtke im vergangenen Jahr bei diesem als Latzhosenduell bekannten Höhepunkt erleben. So ist sie, die gebürtige Rostockerin, Jahrgang 1967. Immer für einen Spaß zu haben. Andererseits steht sie als Unternehmerin mitten im Leben.

Aufgewachsen in Klein Sien absolvierte Astrid Schmidtke ein Lehrerstudium (Kunst und Deutsch), arbeitete später in der Gehörlosenschule Güstrow und wechselte nach der politischen Wende zur Gewerkschaft, zur IG Metall. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Betriebswirtin und machte sich 1994 selbstständig. In Güstrow betreibt die Neuendorferin einen Spielzeugladen. „Ich habe drei Mitarbeiterinnen und einen Lehrling“, so Schmidtke. Seit 1991 lebt die Mutter einer erwachsenen Tochter in Neuendorf.

Redakteur Ralf Badenschier stellte ihr die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Hier Zuhause. Im Winter vor dem warmen Ofen und sonst überall auf dem Hof.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Es ist ein schönes Dorf und jeder trägt dazu bei. Aber für die Sicherheit und Mobilität aller wünsche ich mir Radwege. Zum einen zwischen Neuendorf und Steinhagen. Und zum anderen zwischen Neuendorf und Bützow. Der Landweg ist gerade für ältere Menschen sehr beschwerlich. Und dieser Landweg endet an der L11. Das ist für Pedalritter sehr gefährlich, denn hier müssen sie auf die viel befahrene Straße in Richtung Bützow weiterfahren. Deshalb fordern wir schon lange, den Ausbau eines Geh- und Radweges vor dem Heizwerk entlang.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Bei mir im Geschäft in Güstrow.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Was war das nur? Kartoffeln oder Kastanien oder Altpapier sammeln? Gemacht hat man alles.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Wofür geben junge Leute Geld aus? Da hat sich nicht viel zu heute geändert. Es waren Investitionen in eine schöne Jugendzeit mit Freunden.
Was würden Sie gerne können?
Immer noch so unbefangen an Dingen herantreten können, wie als junger Mensch.
Was stört Sie an anderen?
Ich bin ein positiver Mensch, sehe eher die Möglichkeiten im täglichen friedlichen Miteinander. Es gibt Umgangsformen, welche gepflegt und von allen eingehalten werden müssen, dann kann jeder mit jedem reden.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Meine Arbeit macht mir Spaß und Kinder sind die besten Komiker. Da kommt man mit einem Grinsen im Gesicht nach Hause.
Obwohl, die Frauentagswünsche waren dieses Jahr auch nicht schlecht.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Ich habe den falschen Parkplatz gewählt und meine Taschentücher, welche ich unbedingt brauchte, haben dadurch eine Aufwertung von 35 Euro erhalten. Peinlich.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Das ist eine schwere Frage. Es sind meine Vorfahren, welche als Schweizer Calvinisten nach Ostpreußen gingen. Sie haben etwas gewagt und verändert, und das prägt unser Tun heute noch. Ansonsten warte ich immer noch auf Superman, dass er mal vorbeikommt.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Siegfried Lenz „Leute von Hamburg“ habe ich gerade gelesen. Sein Werk „Erzählungen“ liegt bereit, aber das wird wohl erst im Urlaub was. Ansonsten täglich die SVZ und auf Arbeit gibt es auch genug zu lesen, und wenn es der Steuerbescheid vom Finanzamt ist.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Nie geht nicht, aber man hat eine gewisse Neigung den Wetterbericht jeden Tag hören zu wollen. Warum eigentlich?
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Fußball ist da eindeutig der klare Sieger. Egal welche Liga, Altersklasse und Ort.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Ich hätte gerne den Kunstsammler Gurlipp oder den Schriftsteller Siegfried Lenz getroffen, aber da bin ich zu spät.
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Wenn ich koche, deutsche Gerichte. Aber ich esse lieber, was andere kochen.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Ich höre lieber Musik, als das ich TV sehe und es gibt so viel tolle Musik. Da ist Udo Lindenberg, AC/DC, Tote Hosen usw.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Ich habe eine Kiste mit vielen kleinen Erinnerungsgeschenken. Es sind Geschenke von Freunden, Familie und Kindern. Jedes ist schön. Das schönste Geschenk war aber eine Uhr aus der Schweiz, in dem Ort gekauft, in dem meine Vorfahren gelebt haben. Von meinem Mann.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich möchte gerne einmal durch alle Weltreligionen reisen.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?
Auf dem Hof ist genug zu tun. Ich hoffe die Radwege sind dann fertig, damit wir weiterhin Fahrrad fahren können. Langeweile wird es nicht geben, weil man spätestens dann Zeit für Familie und Freunde hat.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Ines Moldt. Wir kennen uns schon viele Jahre und ich ziehe meinen Hut vor ihr. Sie ist eine engagierte Lehrerin in Warnow. Mit ihren Kolleginnen setzt sie sich dafür ein, dass der kleine Schulstandort erhalten bleibt.



















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