Bützow : „Ich bin mit vielem zufrieden“

Der Kirchenplatz ist seit dem Tornado in desolatem Zustand. 2017 geht es an die Neugestaltung.  Fotos: Archiv
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Der Kirchenplatz ist seit dem Tornado in desolatem Zustand. 2017 geht es an die Neugestaltung. Fotos: Archiv

Bürgermeister Christian Grüschow blickt auf Erfolge und Wehmutstropfen 2016 zurück

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27. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Streit um Regenwassergebühren, die Planung einer neuen Verwaltungsstruktur und das Endlosthema Elefantenbrücke – 2016 hatte es auch in Bützow in sich. Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) blickt trotz aller zurückliegenden Turbulenzen gelassen und zufrieden zurück. „Ich bin mit vielem zufrieden. Fast alles, was ich mir für 2016 als Ziel gesetzt habe, konnte auf den Weg gebracht werden“, sagt der Verwaltungschef.


Vertrauensbeweis vom Stadtparlament


Sehr am Herzen liegt dem Bürgermeister die organisatorische Neuausrichtung der Verwaltung. Unter dem Titel Amtsverwaltung 2.0 sollen u.a. nach außen gerichtete Dienstleistungen zentral in einem Bürger- und Tourismusbüro gebündelt und bürgerfreundlicher gestaltet werden. Die Stadtvertretung hat das Großprojekt auf ihrer letzten Sitzung des Jahres mit ihrem Beschluss abgesegnet – für Grüschow ein großer Erfolg. „In Anbetracht der massiven Eingriffe in bestehende Strukturen und damit verbundener Zusatzkosten ist das nicht selbstverständlich“, betont er. Die Entscheidung des Gremiums zeuge von der Aufgeschlossenheit der meisten Stadtvertreter für zukunftsweisende Veränderungen, aber auch von einem gewissen Vertrauen in seine Person.

Trotz allem gab und gibt es von einigen Amtsgemeinden und wenigen Bützowern auch Kritik an dem Projekt. Dass an den falschen Stellen Kosten eingespart werden, ist unter anderem ein Vorwurf, der Grüschow im Laufe des Jahres gemacht wurde. Beispielhaft dafür wurde mehrfach der Wegfall der Stelle für die Touristinformation angeführt. Der Aufgabenbereich wird neben der Anlaufstelle Bürger- und Tourismus-büro in verschiedene Abteilungen aufgegliedert. „Die Auswirkungen solcher Projekte sind sehr vielschichtig und für Außenstehende nicht immer sofort verständlich. Im Dialog konnten wir die Bedenken meistens beiseite räumen. Tatsächlich wünsche ich mir öfter etwas mehr Vertrauen in unsere Arbeit. Auch wenn das persönliche Gefühl manchmal etwas anderes sagt, kann ich versichern, dass für uns stets die positive Entwicklung unserer Stadt und des Amtes im Vordergrund steht“, so der Bürgermeister.

2017, wenn der Amtsausschuss sein Einvernehmen zur Umsetzung der Amtsverwaltung 2.0 treffen sollte, wird das, was jetzt noch Theorie ist, in die Tat umgesetzt. „Es wird sich viel bewegen. Das wird man dem Rathaus anmerken. Es geht bei den baulichen Veränderungen los und hört bei der Neuverteilung von Zuständigkeiten auf“, so Grüschow.

Für die Mitarbeiter der Verwaltung bedeutet Letzteres, dass sie sich in teils neue Themengebiete einarbeiten müssen. „Die Neustrukturierung unserer Verwaltung ist für 2017 geplant. Schulungen und Weiterbildungen für unsere Mitarbeiter sind dabei ein wichtiges Element“, so Christian Grüschow.


Daueraufreger ist vom Tisch


Eines der dominantesten Themen war in diesem Jahr zweifelsohne die Elefantenbrücke. Die Entscheidung des Hauptausschusses, einen konventionellen Bau anzustreben, unterstützt der Bürgermeister. „Die Projektverantwortung sollte wieder in unserer Hand liegen.“ Er selbst hätte zwar noch einen Monat länger auf die Ergebnisse des letzten ausstehenden Prüfverfahrens gewartet, die Entscheidung des Hauptausschusses sei aber nachvollziehbar.


Wehmutstropfen Breitbandausbau


Wenn Christian Grüschow auf das Jahr 2016 blickt, gibt es so einige Ereignisse, die er als Erfolg verbucht. So nennt er den Erwerb der Flächen am Bahnhof für den mittelfristigen Ausbau als ÖPNV-Knotenpunkt, den Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Schlossareals, den Rückkauf der Alten Badeanstalt sowie die Wiederbelebung des Citylaufes bei den kommenden Gänsemarkttagen als Meilensteine. Aber auch die aktuelle Neuplanung zweier Baugebiete und Planung neuer Gewerbeflächen Richtung Autobahn sind ihm wichtig.

Gibt es bei all dem Positiven auch etwas, womit der Bürgermeister nicht zufrieden war? „Der Breitbandausbau ist so ein Thema, das mich ärgert“, sagt Grüschow entschieden. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt verstanden, warum für Bützow und die Gemeinde Steinhagen als einzige Kommunen des Amtes Bützow-Land im Zuge des ersten Antragsverfahrens zur Fördermittelvergabe keine Anträge durch den Landkreis gestellt wurden.“ In den nachfolgenden Runden mit Bundesmitteln bedacht zu werden, sei nahezu aussichtslos. „Man hat uns die Chance im Prinzip von Anfang an genommen.“ Um die Gründe für diese Entscheidung zu erfahren, habe er bei verschiedenen Instanzen nachgehakt, ohne eine befriedigende Antwort zu bekommen.

Um den Bützowern dennoch die Möglichkeit des schnellen Internets zu bieten, führt die Stadt seit einiger Zeit Gespräche mit verschiedenen Anbietern. „Wir sind darauf angewiesen, andere Wege zu gehen.“


Tornadoschäden fast komplett behoben


Auch die Tornadoschäden nehmen noch einen Platz auf der Agenda der Stadt ein. Während die Sanierungsarbeiten an den städtischen Gebäuden abgeschlossen sind, sollen 2017 der Kirchenplatz und der Park am Schloss (ehem. Rosengarten), letzterer als zentrale Freizeit- und Begegnungsstätte, grundlegend neu gestaltet werden.

Die Entwicklung, die Bützow allgemein seit dem Wirbelsturm durchgemacht hat, sei beachtlich, so der Bürgermeister. „Man sieht der Stadt an, dass 80 bis 90 Prozent der Versicherungsgelder wieder in den Gebäudebestand geflossen sind. Ich werde oft darauf angesprochen, wie sehr die Stadt jetzt leuchtet.“

Die Pläne für 2017 sind nun also gesetzt. Und fest steht jetzt schon: Langweilig wird es ganz sicher nicht.


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