Bröbberow : „Hurra, hurra, die Schule brennt“

Einsatzleiter Maik Langer, Wehrführer der Feuerwehr Groß Grenz, lässt sich von Schulleiterin Katarina Drewes die Ausgangslage erklären.
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Einsatzleiter Maik Langer, Wehrführer der Feuerwehr Groß Grenz, lässt sich von Schulleiterin Katarina Drewes die Ausgangslage erklären.

Jahresübung der Wehren des Amtes Schwaan findet in Bröbberow statt. 56 Kameraden sowie Schüler und Pädagogen im Einsatz.

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19. November 2017, 20:45 Uhr

Schulen sind Orte des Lernens, nicht nur für die Kinder und Jugendliche. In Groß Grenz wurde das am Sonnabend augenscheinlich. Das Gebäude der Freien Schule Bröbberow war Einsatzort für 56 Kameradinnen und Kameraden der acht Feuerwehren des Amtes Schwaan. Unterstützt wurde die Amtswehrführung bei der großen Jahresübung unter anderem durch Schulleiterin Katharina Drewes, selbst Mitglied der Feuerwehr, sowie Schülern aus Bröbberow und Mitgliedern der Schwaaner Jugendfeuerwehr. Die Mädchen und Jungen spielten die vom Feuer Eingeschlossenen, die von den Einsatzkräften „gerettet werden“ mussten. Beim Anblick der geschminkten kleinen Schauspieler fiel einem sofort der Song „Hurra, Hurra die Schule brennt“ ein. Dabei waren Gustav, Willi, Franz und die anderen konzentriert bei der Sache und schauspielerten hervorragend. Sie verzogen schmerzverzerrt das Gesicht und hüstelten auch mal, angesichts des „vielen Rauchs“, natürlich ungefährlicher Rauch aus einer Nebelmaschine.

Das Szenario: Im Heizungsraum der Schule ist ein Feuer ausgebrochen. Fast alle Menschen konnten sich in Sicherheit bringen. Jedoch ein Techniker im Keller sowie zehn Schüler sind im Obergeschoss der Schule vom Feuer eingeschlossen.

Um 9.35 Uhr wird Alarm ausgelöst. Als erstes am Einsatzort ist natürlich die Wehr aus Groß Grenz. Damit steht fest: Wehrführer Maik Langer ist der Einsatzleiter. Und auch wenn es nur eine Übung ist, werden alle in einem solchen Fall vorgegebenen Mechanismen durchgespielt. Das heißt zum Beispiel: Es wird davon ausgegangen, dass bei einem Feueralarm alle Schüler das Gebäude sofort verlassen. Sie ziehen sich keine Sachen an, nehmen auch nichts mit. „Alle müssen auf den angegebenen Sammelplatz“, erklärt Schulleiterin Katharina Drewes. Dann informiert sie den Einsatzleiter, dass zehn Schüler noch im Gebäude sind ...

Dementsprechend werden nun die Rettungsmaßnahmen ergriffen. Feuerwehrmänner verlegen Schläuche, andere legen Atemschutzgeräte an. Sie werden die ersten sein, die in das brennende Haus vordringen und mit einer Wärmebildkamera nach den vermissten Menschen suchen. Nach und nach treffen auch die anderen Wehren aus dem Amtsbereich ein. Mitglieder der First Respondergruppe eilen ebenfalls zum Ort des Geschehens. Diese spezielle medizinische Einsatzgruppe wurde vor zwei Jahren von der Schwaaner Wehr ins Leben gerufen.

Für den Erstangriff steht Löschwasser aus den Wassertanks der Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Doch das reicht nicht. Denn neben der unmittelbaren Brandbekämpfung muss auch ein Übergreifen des Feuers von der Schule auf das benachbarte Gebäude der Tagespflege verhindert werden. Dafür wird zusätzlich Wasser benötigt. Das wird aus der Beke, die durch Bröbberow fliest, geholt. Dafür müssen quer durch das Dorf Schläuche verlegt werden. Insgesamt rund 900 Meter. Auch ein Hubschrauberlandeplatz wird eingerichtet. All diese Aufgaben müssen koordiniert werden und auch die Verbindung zur Kreisleitstelle muss funktionieren.

Während Einsatzleiter Maik Langer alles im Überblick behalten muss, koordiniert die neu aufgestellte Führungsgruppe des Amtes die einzelnen Aufgaben. „Diese Führungsgruppe besteht aus Kameraden mehrere Wehren und ist eine Forderung des Landkreises“, sagt Amtswehrführer Thomas Kulow-Krehl. Die Übung in Bröbberow ist der erste Härtetest.

Nach mehr als zwei Stunden ist der Einsatz beendet. Der Amtswehrführer ist zufrieden. Auch für die Kinder war es ein aufregender Tag. Gelernt haben sicherlich alle etwas.

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